Portal für Politikwissenschaft

Geschäftsplan Deutschland

Peer Ederer / Philipp Schuller / Stephan Willms

Geschäftsplan Deutschland. Zukunft gewinnen mit Investitionen in Humanvermögen

Stuttgart: Schäffer-Poeschel 2008; VII, 276 S.; brosch., 24,95 €; ISBN 978-3-7910-2730-2
„Deutschland ist eine erstklassige Gelegenheit für den langfristigen, wertorientierten Investor in Humanvermögen. [... Es] bietet heute eine vergleichbare Chance, in unterbewertete Kompetenzen und Wachstumspotenzial zu investieren. [...] Der Markenname hat lange Tradition und das deutsche Geschäftsmodell bietet auch in Zukunft ein hervorragendes Potenzial für überdurchschnittlichen Erfolg“ (11), werben die Autoren einleitend in ihrem Geschäftsplan. Diesen wollen sie als Antwort auf den 1999 erschienenen „Geschäftsbericht Deutschland AG“ und die darin festgestellte Überschuldung des öffentlichen Haushalts (siehe ZPol-Nr. 11940) verstanden wissen. Die Sparpolitik der vergangenen Jahre habe sich als falsch erwiesen, Deutschland könne sich nicht gesund schrumpfen, wohl aber gesund wachsen. Deutschland sei ein reiches Land und habe das Potenzial, den Lebensstandard aller Bürger bis zum Jahre 2033 zu verdoppeln und ein jährliches Pro-Kopf-Wachstum von 3,3 Prozent zu erzielen. Das hier vorgeschlagene Rezept lautet Wohlstand durch Investitionen in Humanvermögen. Durch fein aufeinander abgestimmte Zutaten aus den Bereichen Produktivität, Schule, Ausbildung, Arbeitsmarkt und Immigration lasse sich Wohlstand erzielen und solidarisch verteilen. Sie werden in diesem „Geschäftsplan“ detailliert dargestellt und anhand von zahlreichen Grafiken und Beispielen illustriert. Zwar seien die vorgestellten Maßnahmen und Ziele (z. B. eine Hochschulabsolventenquote von 50 Prozent, die Qualifizierung und Mobilisierung von Älteren, Frauen und Geringqualifizierten, die gezielte Anwerbung von Migranten mit „hohem Humanvermögen“ [236]) für sich genommen nicht immer neu oder überraschend, räumen die Autoren ein, doch nur „die Synthese aller dieser Themen, ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten und ihrer relativen Prioritäten kann Basis für eine strategische Diskussion sein“ (261 f.). Hierzu regt das Buch auf originelle Weise an.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 | 2.343 | 2.342 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Peer Ederer / Philipp Schuller / Stephan Willms: Geschäftsplan Deutschland. Stuttgart: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/29310-geschaeftsplan-deutschland_34673, veröffentlicht am 02.09.2008. Buch-Nr.: 34673 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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