Portal für Politikwissenschaft

Der deutsche Strommarkt in Europa

Annika Krisp

Der deutsche Strommarkt in Europa. Zwischen Wettbewerb und Klimaschutz

Online-Publikation 2007 (http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=987032356); 246 S.
Sozialwiss. Diss. Gießen. – Krisp analysiert die Energiepolitik in der Bundesrepublik und konzentriert sich dabei auf folgende Fragen: 1. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um das ehemals monopolistisch organisierte Energieversorgungssystem zu liberalisieren und wie erfolgreich waren sie? 2. Mit welchen Mitteln will Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen und wurden dazu alle vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft? 3. Welche Probleme entstehen aus der Kombination von Politik im Sinne von mehr Wettbewerb auf der einen und aus Maßnahmen im Sinne von mehr Klimaschutz auf der anderen Seite und wie können sie gelöst werden? Die Autorin untersucht den von Deutschland gewählten energiepolitischen Weg zwischen Wettbewerb und Klimaschutz, identifiziert die Konflikte zwischen den Akteuren und benennt die Gründe dafür. Sie betrachtet die Funktionsfähigkeit der gewählten Instrumente und benennt die Perspektiven, die sich aus der bisherigen Entwicklung zur Erreichung des Ziels – eine günstige, sichere und umweltfreundliche Versorgung mit Energie zu gewährleisten – ergeben. Den Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt zu intensivieren und gleichzeitig die Klimaschutzziele zu erreichen, ohne die Atomenergie zu rehabilitieren, hält sie für möglich. Dazu müsse der Ausbau von Technologien zur Förderung erneuerbarer Energien auch künftig weiter unterstützt werden. Außerdem gelte es, die Energieeffizienz weiter zu steigern und den Stromverbrauch zu reduzieren. Maßnahmen zur Energieeinsparung in allen Bereichen, wie etwa der Energieausweis, sollten intensiv gefördert werden. Da auf den Einsatz des Energieträgers Kohle kaum verzichtet werden könne, gelte es, in Clean-Coal- und Kohlekraftwerks-Technologien zu investieren. Auf europäischer Ebene müsse sich Deutschland für eine koordinierte Energiepolitik einsetzen. Die Errichtung einer europäischen Stelle zur Beobachtung der Energieversorgung hält Krisp für sinnvoll, um potenziellen Versorgungsengpässen frühzeitig entgegenzuwirken. Auch eine europäische „Energieaußenpolitik“ sei empfehlenswert, um das Verhältnis zum Gasimporteur Russland stabil zu halten.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.341 | 2.342 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Annika Krisp: Der deutsche Strommarkt in Europa. 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/28842-der-deutsche-strommarkt-in-europa_34030, veröffentlicht am 04.04.2008. Buch-Nr.: 34030 Rezension drucken

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