Portal für Politikwissenschaft

Die Perspektiven regionaler Integration im südlichen Afrika

Volker Ressler

Die Perspektiven regionaler Integration im südlichen Afrika. Eine Analyse vor dem Hintergrund der einzelstaatlichen Interessen

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2007 (Studien zur Internationalen Politik 7); 270 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 978-3-631-55864-5
Politikwiss. Diss. UniBW München; Gutachter: J. Schwarz, R. Rotte. – Zu Beginn der 90er-Jahre wurde das südliche Afrika von einer neuen Welle der Regionalisierung erfasst, die – anders als die Entwicklungen im Zeichen des Pan-Afrikanismus in den 60er- und 70er-Jahren – auf die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit und Weltmarktintegration zielte. Die regionale Integration, so der Autor, ist angesichts der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Staaten im südlichen Afrika ohne Alternative. Ressler fragt in seiner empirisch angelegten Arbeit, inwieweit die einzelnen Staaten tatsächlich an einer umfassenden Integration interessiert sind. Den theoretischen Rahmen bildet eine Kombination aus der neorealistischen, der liberal-idealistischen und der dependenztheoretischen Schule. Zunächst beschreibt er das regionalpolitische Beziehungsgeflecht und die geografischen, sozialen, ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen und stellt fest, dass sich die Region durchaus in einem komplexen Prozess der Interaktion und Kooperation befindet, bei dem „auf nahezu allen Ebenen geradezu ‚ein Zwang zur Zusammenarbeit’ offensichtlich wird“ (136). Die daran anschließende Analyse der Motivationslagen der einzelstaatlichen Akteure in den zehn klassischen Festlandstaaten des südlichen Afrikas und im ostafrikanischen Tansania führt ihn zu einer differenzierten Einschätzung der Perspektiven regionaler Integration: Während die soziokulturelle Integration weit fortgeschritten ist und die Region über ein historisch begründetes gemeinsames Bewusstsein verfügt, scheitert eine politische Integration an den instabilen politischen nationalen Ordnungen, die einer Übertragung wichtiger nationaler Souveränitätsrechte auf ein supranationales Gremium im Weg stehen. Vor diesem Hintergrund, so der Autor, „werden sich kooperative Ansätze der Einzelstaaten auf absehbare Zeit auf die ökonomische Ebene konzentrieren“. Allerdings „[wird] die angestrebte Wirtschaftsintegration [...] erheblich durch die ungleiche ökonomische Potenz ihrer Mitglieder geschwächt“ (255).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.5 | 2.67 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Volker Ressler: Die Perspektiven regionaler Integration im südlichen Afrika. Frankfurt a. M. u. a.: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/28099-die-perspektiven-regionaler-integration-im-suedlichen-afrika_33032, veröffentlicht am 28.03.2008. Buch-Nr.: 33032 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

Suchen...