Portal für Politikwissenschaft

Die Macht des Risikos

Christoph Strünck

Die Macht des Risikos. Interessenvermittlung in der amerikanischen und europäischen Verbraucherpolitik

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2006 (Internationale Politische Ökonomie 2); 328 S.; brosch., 49,- €; ISBN 978-3-8329-1973-3
Politikwiss. Habilitationsschrift Düsseldorf; Gutachter: U. von Alemann. – Strünck geht in einer vergleichenden Perspektive der Frage nach, auf welche unterschiedliche Weise die Interessen von Verbrauchern im politischen Entscheidungsprozess berücksichtigt werden. Seine Untersuchung beschränkt sich auf den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Anhand von zwei Fallstudien – der Zulassung grüner Gentechnik und der Tabakregulierung sowie des Nichtraucherschutzes – vergleicht er die Vermittlung von Verbraucherinteressen in den USA und der Europäischen Union. Er zeigt, unter welchen Bedingungen aus schwachen auch starke Interessen werden können und erklärt dies mit drei Faktoren: wie stark fragmentiert ein politisches System ist, ob Verbraucherorganisationen ihre eigenen Risikodefinitionen durchsetzen und ob sie dabei die Vorteile des Vorsorgeprinzips nutzen können. Die Interessenvermittlung im Verbraucherschutz weise deutliche Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union auf: „Während in den USA die Verbraucherpolitik noch immer klare Züge des Schutzmodells trägt, dominiert auf der Ebene der EU noch immer das Informationsmodell.” (277) Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Verbraucherpolitik lange Zeit ein Anhängsel der Binnenmarktregulierung war. Seit dem Amsterdamer Vertrag sei jedoch in der Union ein Wandel zu konstatieren, was Strünck zu der Annahme führt, dass sich die Politikergebnisse in beiden politischen Systemen annähern. Je mehr Politikbereiche in der EU vergemeinschaftet werden, desto mehr nimmt sie den „Charakter als primär regulativer Staat an“ (279). Um die Institutionen der Regierung (government) auszufüllen, würden ihr zwar noch immer wichtige Merkmale fehlen, doch die Funktionen der Regierung (governance) würden ihr immer stärker zuwachsen, so das Ergebnis des Autors.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.263 | 2.21 | 2.22 | 2.64 | 3.5 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christoph Strünck: Die Macht des Risikos. Baden-Baden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/26837-die-macht-des-risikos_31317, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 31317 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

Suchen...