Portal für Politikwissenschaft

Peak Oil

Jeremy Leggett

Peak Oil. Die globale Energiekrise, die Klimakatastrophe und das Ende des Ölzeitalters. Aus dem Englischen von Anne Emmert und Heike Schlatterer

Köln: Kiepenheuer & Witsch 2006; 308 S.; brosch., 16,90 €; ISBN 978-3-462-03351-9
Leggett ist Geologe und hat lange Jahre in der Ölindustrie gearbeitet, war dann bei Greenpeace und ist nun Chef einer britischen Firma für Solaranlagen. Man darf also kein sozialwissenschaftliches Buch von ihm erwarten. Er liefert allerdings naturwissenschaftlich fundierte Hintergrundinformationen zu einem Thema, dass neben dem Klimawandel ganz oben auf der Agenda politisch relevanter Umweltprobleme steht: der Frage, was zu tun ist, wenn der Menschheit das Öl ausgeht. Peak Oil bezeichnet den Zeitpunkt, an dem die Ölförderung ihr Maximum erreicht hat. Von diesem Zeitpunkt an geht es bergab. Wann er erreicht sein wird, ist unter den Experten umstritten, wobei – wie Leggett zeigt – nicht immer naturwissenschaftliche Argumente ausschlaggebend sind: Wirtschaftliche und politische Interessen beeinflussen die Prognosen sehr stark. Im Einzelnen weist Leggett dies im zweiten Teil seines Buches mit einer Fülle von Beispielen nach. Dort listet er auch eine Reihe von Sicherheitsbedrohungen auf, die direkt aus der kommenden Ölknappheit folgen. Leggett erscheint eine Förderspitze im nächsten Jahrzehnt realistisch und er begründet diese Sicht mit eindrucksvollen Argumenten. So stellt er nüchtern fest, dass die Spitze der Entdeckungen neuer Ölvorkommen bereits 1965 erreicht wurde. Noch erschreckender: „Das letzte Jahr, in dem wir mehr Öl entdeckten, als wir verbrauchten, liegt über ein Vierteljahrhundert zurück.“ (60) Viel beschworene Reserven wie Tiefseeöl oder Teersande seien weder ökologisch noch ökonomisch gesehen eine Alternative. Die Schlüsselfrage ist für Leggett, wann Gesellschaften und Märkte dies erkennen und ob sie dann in Panik ausbrechen. Das Problem werde noch dringender, wenn man den Zusammenhang mit der globalen Erwärmung bedenke: Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, weiterhin fossile Energieträger zu verfeuern. Leggett ist skeptisch, ob diese Erkenntnis bis zu den Entscheidungsträgern durchgedrungen ist. Das mag man angesichts der Entwicklungen in den letzten Monaten etwas optimistischer sehen. Eines ist jedoch klar: „Die Gesellschaft wird gezwungen sein, sich mit diesem Problem auseinander zu setzen, und zwar bald.“ (121)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.45 | 4.43 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Jeremy Leggett: Peak Oil. Köln: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/26144-peak-oil_30415, veröffentlicht am 27.03.2008. Buch-Nr.: 30415 Rezension drucken

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