Portal für Politikwissenschaft

9/11/01

Eric Laurent

9/11/01. Die Wahrheit. Aus dem Französischen von Enrico Heinemann

München/Zürich: Piper 2005; 271 S.; geb., 18,90 €; ISBN 978-3-492-04788-3
Der französische Journalist Laurent datiert den Beginn der Entwicklung, die am 11. September 2001 in den Terroranschlägen in New York und Washington kulminierte, auf das Jahr 1979 – ein mittlerweile übliches Datum in den Büchern, die sich kritisch mit der US-amerikanischen Außenpolitik und deren (vermeintlichen und tatsächlichen) Folgen auseinandersetzen. Den USA wird dadurch, dass sie seit 1979 die afghanischen Mudschaheddin gegen die sowjetischen Besatzer unterstützten, eine Mitschuld an allen weiteren Ereignissen zugewiesen. Laurent erzählt ausführlich von seinen Recherchereisen und beschreibt seine Zweifel an den offiziellen Erklärungen der US-Regierung. Dabei sind seine Erkenntnisse beispielsweise zu den von der CIA forcierten Drogengeschäften keineswegs neu. Außerdem stellt er Fragen, an denen jeder Liebhaber von Verschwörungstheorien seine Freude hätte: Warum zum Beispiel solle man glauben, ein Top-Terrorist wie Osama bin Laden lasse sich nicht aufspüren, schreibt Laurent, schließlich habe man doch mit viel simpleren Methoden Che Guevara im bolivianischen Urwald entdeckt. Der Journalist kommt schließlich zu den Ergebnis, dass sich zu den Terroranschlägen ein historischer Fall als Parallele aufdränge: die Ermordung des US-Präsidenten Kennedy. „In beiden Tragödien wurde offenbar alles getan, um die Wahrheit unter Verschluß zu halten“ (260).
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.25 | 2.64 | 4.22 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Eric Laurent: 9/11/01. München/Zürich: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/24724-91101_28570, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28570 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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