Portal für Politikwissenschaft

Frankophonie

Jürgen Erfurt

Frankophonie. Sprache – Diskurs – Politik

Tübingen/Basel: A. Francke Verlag 2005 (Uni-Taschenbücher 2645 [ISBN: 978-3-8252-2645-9]); XV, 219 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-7720-3376-6
Erfurt systematisiert den mehrdeutigen Begriff der Frankophonie. Damit wird sowohl die Französischsprachigkeit als auch der soziale und kulturelle Diskurs über die „französische“ Identität bezeichnet. Außerdem verbirgt sich dahinter die internationale Organisation frankophoner Staaten. Bisher konzentrierte sich die Forschung auf die Verbreitung, die Formen und Funktionen des Französischen in der Welt. In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Frankophonie jedoch zum Gegenstand soziologischer, politologischer, ökonomischer, ethnologischer und anthropologischer Studien geworden. Der Band ist als einleitender Überblick intendiert. Er wird den inter- und transdisziplinären Betrachtungen von Sprache, von Nation und Herrschaft, von (Post-)Kolonialismus und multikultureller Identität und der Rolle von Sprache und Kultur im Prozess der Globalisierung gerecht. Wesentlichen Raum nehmen die Ausführungen zur Verbreitung (und Verteidigung) des Französischen als „Kultursprache“ in einer Großzahl von Ländern ein. Dabei steht die Frankophonie auch als Mittel der französischen Kulturpolitik im Spannungsfeld zur anglophonen Dominanz. Erfurt geht ferner auf die „Institutionalisierung der Frankophonie“ (122), die Entwicklung zu einem „Akteur der internationalen Beziehungen“ (139) ein.
Matthias Heise (MTH)
wiss. Mitarbeiter, Technische Universität Dortmund.
Rubrizierung: 2.23 | 2.24 | 2.61 | 4.22 | 2.64 | 2.67 Empfohlene Zitierweise: Matthias Heise, Rezension zu: Jürgen Erfurt: Frankophonie. Tübingen/Basel: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/23544-frankophonie_27031, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27031 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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