Portal für Politikwissenschaft

Braune Kameradschaften

Andrea Röpke / Andreas Speit (Hrsg.)

Braune Kameradschaften. Die neuen Netzwerke der militanten Neonazis

Berlin: Ch. Links Verlag 2004; 206 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 3-86153-316-2
Aufgrund der Zunahme rechtsextremistischer Straftaten nach der Wiedervereinigung Deutschlands haben die Innenministerien des Bundes und der Länder den Verfolgungsdruck auf rechtsextreme Organisationen erhöht und die rechtsextreme Infrastruktur empfindlich gestört. Als Folge dieser Politik gab sich die rechtsextreme Szene seit Mitte der 90er-Jahre unter dem Motto „Organisation ohne Organisation" eine neue, vornehmlich informelle Struktur. Die so genannten freien Kameradschaften - autonome Gruppen mit 10 bis 20 Mitgliedern ohne vereinsmäßige Form - sind das Ergebnis dieser neuen Strategie. Der öffentliche Wissensstand darüber ist aufgrund der Geschlossenheit dieses Teils der radikalen Rechten sehr gering. Insofern ist der Sammelband sehr verdienstvoll. Die langjährigen Beobachter der radikalen Rechten zeichnen in investigativen Reportagen ein facettenreiches Bild der Kameradschaftsszene, stellen deren wichtigsten Protagonisten vor, beleuchten die Strukturen und geben einen intensiven Einblick in deren Subkultur. Ein Anhang, der unter anderem ein Verzeichnis der wichtigsten Kameradschaften und ein Personenregister enthält, trägt zum hohen Nutzwert dieses Buches bei. Aus dem Inhalt: Andreas Speit: „Wir marschieren bis zum Sieg" (13-39) Andrea Röpke: Bomben, Waffen, Terror in der Kameradschaftsszene (40-66) Christian Dornbusch / Jan Raabe: „Rechtsrock fürs Vaterland" (67-85) Andrea Röpke / Andreas Speit: „Nicht mehr nur Freundin eines Nazis" (86-105) Andrea Röpke: „Nachschubbasis und Heimatfront" (106-129) Christian Dornbusch / Andreas Speit: Mode für den „nationalen Widerstand" (130-143) Heike Kleffner: Mittendrin - Der Kameradschaftsbund Anklam (144-159) Alexander Hoffmann / Andrea Röpke / Andreas Speit: Das internationale Netz (160-178) Andrea Röpke / Andreas Speit: Epilog (179-184)
Christoph Busch (CHB)
Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Rubrizierung: 2.37 | 2.35 | 2.25 Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: Andrea Röpke / Andreas Speit (Hrsg.): Braune Kameradschaften. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/20808-braune-kameradschaften_24262, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24262 Rezension drucken

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