Portal für Politikwissenschaft

Donau-Monarchie und europäische Zivilisation

Michael Ley

Donau-Monarchie und europäische Zivilisation. Über die Notwendigkeit einer Zivilreligion

Wien: Passagen Verlag 2004; 135 S.; brosch., 16,- €; ISBN 3-85165-637-7
Der Autor des knappen Essays will zeigen, dass der Multikulturalismus keine Option für das neue gemeinsame Europa darstellt. Nach seiner Meinung zerbrach nämlich bereits das Reich der Habsburger an der multikulturalistischen „Praxis der Re- und Selbst-Ethnisierung von Migranten und sozialen Gruppen" (15). Ausgehend von starken politisch-theologischen Prämissen argumentiert Ley, dass nur über religiöse, genauer: multi-religiöse Dialoge eine gemeinsame ideelle Basis des Zusammenlebens gefunden werden kann. Er gibt jedoch nur wenig Auskunft darüber, wie die so genannte „Zivilreligion" gebildet werden kann und was ihr Inhalt sein wird. Stattdessen widmet er sich im Anschluss an eine Skizze der Nationalismen Mitteleuropas dem historischen Zerfall der Donau-Monarchie im ausgehenden 19. Jahrhundert. Es folgen Ausführungen zur Rolle der Kunst im Nationalismus und zur historischen Idee des Nationalstaates überhaupt. Schließlich wertet Ley drei empirische Studien zur Ausländerfeindlichkeit in ehemaligen Ländern der Monarchie aus. Auch wenn Fazit und Kapitel übergreifender Zusammenhang des Bandes nicht recht überzeugen wollen, so bieten die einzelnen Teile doch informierte Einblicke in die „Seele" der ehemaligen Habsburger-Monarchie.
Stefan Militzer (SM)
Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
Rubrizierung: 2.23 | 2.62 | 2.4 | 3.1 Empfohlene Zitierweise: Stefan Militzer, Rezension zu: Michael Ley: Donau-Monarchie und europäische Zivilisation. Wien: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/20781-donau-monarchie-und-europaeische-zivilisation_24230, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24230 Rezension drucken

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