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Regionale Kooperation in Westafrika

Dirk van den Boom

Regionale Kooperation in Westafrika. Politik und Probleme der ECOWAS

Hamburg: Institut für Afrika-Kunde 1996 (Hamburger Beiträge zur Afrika-Kunde 50); 170 S.; 19,- DM; ISBN 3-928049-37-2
Überarb. Diss. Münster. - Der Autor sucht mit Hilfe der Regimetheorie die "Economic Community of West African States (ECOWAS)" darauf hin zu untersuchen, welche formellen und informellen sowie exogenen und indogenen Faktoren für die Beurteilung der mehr als 20jährigen Existenz dieser prominenten afrikanischen Regionalorganisation zu berücksichtigen sind. Erkenntnisleitend ist die Frage, ob es sich bei der ECOWAS um ein internationales Regime handelt und - wenn ja - welche Leistungen und Wirkungen es erbringt. Außerdem wird nach den Chancen eines Regimewandels und den Konsequenzen für die Anstrengungen um eine wirtschaftliche und politische Integration gefragt. Der Autor liefert zunächst in Form synoptischer Darstellung einen Überblick über die politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen der Mitgliedsstaaten sowie über Geschichte und Struktur der ECOWAS. Anschließend geht Boom auf die internen wie externen Bestimmungsfaktoren der Gemeinschaftspolitik ein. Thematisiert werden dabei u. a. der Hegemonieanspruch Nigerias, der Gegensatz zwischen anglo- und frankophonen Staaten und der Einfluß Frankreichs, die (marginale) Rolle Westafrikas in der Weltpolitik und das Verhältnis der ECOWAS zur Europäischen Union. Der Autor kommt zu folgendem Ergebnis: "Die ECOWAS kann als ein schwaches internationales Regime gekennzeichnet werden, das sich aus formellen wie informellen Beziehungsgeflechten konstituiert. Die Tatsache, daß die Organisation nach 20 erfolglosen Jahren noch nicht auseinandergebrochen ist, läßt sich vor allem durch die positiven Nebeneffekte erklären, die die meisten Mitgliedsländer durch eine andauernde Existenz der Gemeinschaft haben, die jedoch nur in den seltensten Fällen den eigentlichen Zweck der Organisation entsprechen." (143) Aus dem Inhalt: 1. Einleitung; 2. Theoretischer Rahmen; 3. Die Mitgliedsländer der ECOWAS; 4. Geschichte und Struktur der ECOWAS; 5. Kooperation im Inneren: Probleme und Chancen: 5.1 Das politische Hegemoniestreben der Bundesrepublik Nigeria; 5.2 Die frankophon-anglophone Trennungslinie; 5.3 Zwischen Beschlußfassung, Ratifikation und Implementierung: Der Wert des geschriebenen Wortes; 5.4 Der "Nährboden": Die ECOWAS als Elitengemeinschaft; 5.5 Deklaration und Ernstfall I: Bürgerkrieg in Liberia; 5.6 Deklaration und Ernstfall II: Spannungsfälle zwischen den Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft. 6. Kooperationsdruck von außen: Außenwirtschaftliche und außenpolitische Marginalität: 6.1 Westafrika in der Weltpolitik; 6.2 Westafrika und die Europäische Union; 6.3 Die kontinentale Perspektive: Die Gemeinschaft und die Economic Community for Africa ECA. 7. Die ECOWAS als internationales Regime; 8. Zusammenfassung.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.3 | 2.67 | 4.43 | 4.1 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Dirk van den Boom: Regionale Kooperation in Westafrika. Hamburg: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/2029-regionale-kooperation-in-westafrika_2457, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2457 Rezension drucken

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