Portal für Politikwissenschaft

Die Nervenprobe

Stefan Brauburger

Die Nervenprobe. Schauplatz Kuba: Als die Welt am Abgrund stand. Mit einem Vorwort von Guido Knopp

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2002; 328 S.; geb., 25,50 €; ISBN 3-593-37096-4
Die Kuba-Krise sei keineswegs ein Musterbeispiel von Krisenmanagement im Nuklearzeitalter gewesen, so Brauburger, der mit dieser Publikation die schriftliche und ausführliche Fassung der gleichnamigen Fernseh-Dokumentation vorlegt. Diese wurde als deutsches Projekt in Koproduktion zusammen mit einem US- und einem russischen Sender produziert. Brauburger und seine Mitarbeiter haben nicht nur die aktuelle Forschung zur Kuba-Krise ausgewertet. Zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen in Russland, in den USA, in Deutschland und im Vatikan zeigen, "dass die Welt durch großes Glück noch einmal glimpflich davonkam" (295). Die Kuba-Krise sei, so die weiteren Ergebnisse der Recherche, keine Sternstunde der Geheimdienste gewesen, man habe erschreckend wenig voneinander gewusst. Die USA und die Sowjetunion seien bereit gewesen, "die Interessen der Bündnispartner notfalls hintenanzustellen" (298). Und so habe der Kreml auch fast vergessen, Castro vom Abzug der Raketen aus Kuba zu informieren. Er habe noch schnell ein Telegramm bekommen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.41 | 4.22 | 2.65 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Stefan Brauburger: Die Nervenprobe. Frankfurt a. M./New York: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/17392-die-nervenprobe_20024, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20024 Rezension drucken

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