Portal für Politikwissenschaft

Belarus und die internationale politische Ökonomie

Gisela Neunhöffer

Belarus und die internationale politische Ökonomie. Globale Zwänge - autoritäre Antwort

Münster: Westfälisches Dampfboot 2001; 271 S.; 20,50 €; ISBN 3-89691-511-8
Politikwiss. Magisterarbeit Berlin; Gutachter: K. Segbers, S. Schwanitz. - Im politischen und akademischen Diskurs wird die politische und wirtschaftliche Sonderentwicklung Weißrusslands (Belarus) zumeist auf das diktatorische Regiment Alexander G. Lukaschenkos zurückgeführt, die Autorin wählt hingegen eine andere Perspektive: Sie thematisiert die internationalen Einflüsse auf die politische und ökonomische Entwicklung in Belarus auf der Grundlage der "Internationalen Politischen Ökonomie". Untersuchungsleitend sind hierbei die Fragen nach den Auswirkungen der Globalisierung auf den Verlauf des Transformationsprozesses sowie den Interessen und Handlungsspielräumen unterschiedlicher sozialer Kräfte in Belarus. Die Verfasserin kommt dabei zu dem Ergebnis, dass sich das autoritäre Regime unter Lukaschenko nicht trotz, sondern teilweise sogar wegen der internationalen Rahmenbedingungen etablieren konnte. Inhaltsübersicht: 2. Hegemonie und Konflikt im globalen Kontext - Neue und neogramscianische Internationale Politische Ökonomie: 2.1 Eine kritische Theorie globaler Macht und Weltordnung; 2.2 Linkage, Leverage und Markets - Transnationale Einflüsse auf nationalstaatliche Entwicklung; 2.3 Neogramscianische IPE und Transformation. 3. Globale Transformation: Transnationale Vergesellschaftung und die Auswirkungen auf die "Transformationsländer": 3.1 "Globalisierung"; 3.2 Transformation und Internationale Politische Ökonomie. 4. Vor dem großen Bruch: die Ausgangslage der Belarussischen Sowjetrepublik: 4.1 Werkhalle der UdSSR: Industrialisierung, Spezialisierung und unionsweite Verflechtung; 4.2 Von zentralisierten Plänen und informellen Netzen: sowjetische Institutionen; 4.3 Ideenwelt in der "sowjetischsten Republik"; 4.3 Manche sind gleicher ...: Gesellschaftliche Großgruppen in der BSSR; 4.5 Ins kalte Wasser geschubst: Belarus nach dem Zerfall der Sowjetunion. 5. Die Suche nach Partnern im Angesicht des Weltmarktes: Außenbeziehungen der Republik Belarus: 5.1 Das Ausmaß des Austauschs: Märkte; 5.2 Hilfreiche Berater oder falsche Freunde? 6. Brüchige Konstellationen: Belarussische Akteure: 6.1 Die "Partei der Macht"; 6.2 Das "Direktorenkorpus"; 6.3 Kein unabhängiger Akteur: die Agrarlobby; 6.4 Keine belarussische Oligarchen: Das neue Unternehmertum; 6.5 Zwischen Tripartismus, Repression und Widerstand: die Gewerkschaften; 6.6 Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande: die Opposition. 7. Von der großen Koalition für staatszentrierte Entwicklung und Regionalintegration zur "jugoslawischen Lösung" einer vereinten Opposition?
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.62 | 2.2 | 4.3 Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Gisela Neunhöffer: Belarus und die internationale politische Ökonomie. Münster: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/15591-belarus-und-die-internationale-politische-oekonomie_17775, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17775 Rezension drucken

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