Portal für Politikwissenschaft

Konfliktpotential politischer Nachfolge in den arabischen Staaten

Sigrid Faath (Hrsg.)

Konfliktpotential politischer Nachfolge in den arabischen Staaten

Hamburg: Edition Wuquf 2000; 215 S.; brosch., 21,47 €; ISBN 3-924577-15-3
Durch den Tod von drei Staatsoberhäuptern während der Jahre 1999 und 2000, nämlich in Jordanien, Marokko und Syrien, ist das Problem politischer Nachfolge in arabischen Staaten verstärkt in das Zentrum des politikwissenschaftlichen Interesses gerückt. Den damit verbundenen Fragen widmet sich dieser Band, der Länderanalysen von Autoren aus dem Umfeld des Deutschen Orient-Institutes versammelt. Theoretisch sehen die Autoren die Prozesse des personellen politischen Wechsels in arabischen Staaten durch Elemente des Rituals und der öffentlichen Inszenierung charakterisiert: "Die Rhetorik der jeweiligen Amtsnachfolger verdeutlicht, wie sehr es darum geht, den Eindruck von Kontinuität zu wahren, zugleich einen Neuanfang zu suggerieren und damit politischen Wandel anzukündigen." (8) Fragt man nach Mustern der Nachfolgeregelung, fällt das Ergebnis zwangsläufig differenziert gemäß der inneren Verfasstheit des jeweiligen politischen Systems aus. Während die Monarchien und Emirate über designierte Nachfolger verfügen, die innen- und außenpolitische Funktionen bereits vor ihrer Amtsübernahme wahrnehmen, haben die arabischen Republiken kaum potenzielle Kandidaten für die Nachfolge im Amt des Staatspräsidenten aufgebaut, um Rivalitäten und Fraktionierungen in der politischen Elite zu vermeiden. Einen Sonderfall bilden Syrien und der Irak, in denen die Amtsinhaber eine familiendynastische Regelung präferiert und ihre Söhne beziehungsweise weitere Familienmitglieder in den Schlüsselstellungen des politischen Systems positioniert haben. Inhalt: Aspekte politischer Nachfolge: 1. Die "Nachfolgefrage"; 2. Die Altersstruktur der Staatschefs in den arabischen Staaten; 3. Die Nachfolgeregelung als Spiegel politischer Erfahrungen und gesellschaftlicher Verhältnisse; 4. Nachfolgeregelungen und Sicherung der politischen Systeme; 5. Der Kontrast zwischen den Erwartungen an die Nachfolger und deren Handlungsspielraum; 6. Nachfolge und Konfliktpotential. Ausgangskonstellationen und Szenarien in den arabischen Staaten.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 2.63 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Sigrid Faath (Hrsg.): Konfliktpotential politischer Nachfolge in den arabischen Staaten Hamburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/13745-konfliktpotential-politischer-nachfolge-in-den-arabischen-staaten_16476, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16476 Rezension drucken

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