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Von der Risikogesellschaft zur Chancengesellschaft

Erwin Teufel (Hrsg.)

Von der Risikogesellschaft zur Chancengesellschaft

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2001 (edition suhrkamp 2209); 304 S.; 12,22 €; ISBN 3-518-12209-6
Die öffentliche Diskussion über gesellschaftliche Megatrends - hier: Globalisierung, Digitalisierung, Individualisierung - ist in vollem Gange und "Zukunft" wird aus sehr unterschiedlichen ideenpolitischen Perspektiven problematisiert - man denke an die einschlägigen Publikationen der bayrisch-sächsischen Zukunftskommission oder der Friedrich-Ebert Stiftung. Die vom Land Baden-Württemberg eingesetzte Zukunftskommission 2000 suchte mit ihrem 1999 veröffentlichten Abschlussbericht "Solidarität und Selbstverantwortung. Von der Risikogesellschaft zur Chancengesellschaft" (im Internet abrufbar unter: "http://www.baden-wuerttemberg.de/zukunftskommission") ebenso die Nähe zur kommunitaristischen Sichtweise wie zu der des "Gemeinsamen Wortes" der Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland (285 ff.). Die Beiträge beruhen auf einem im März 2000 in Mannheim veranstalteten Kongress, der sich mit Analysen und Empfehlungen dieser Zukunftskommission auseinander setzte. Inhalt: I. Sinnfragen in der modernen Gesellschaft: Norbert Bolz: Sind Sinnfragen überholt? (15-24); Robert Leicht: Welches Ethos braucht die Gesellschaft von morgen? (25-33); Werner Tzscheetzsch: Orientierung durch Kommunikation (34-42). II. Wissen und Kultur als Faktoren des gesellschaftlichen Fortschritts: Aleida Assmann: Die Zukunft der Bildung (45-58); Burkhard Spinnen: "Vorwärts zum Ursprung". Über die Bedeutung der Sprache (59-61); Peter Frankenberg: Die Rolle der Universitäten in der modernen wettbewerbs-orientierten Wissensgesellschaft (62-67); Hans Lenk: Bildung, Ausbildung und Forschungsherausforderungen in der vernetzten Superinformationsgesellschaft (68-80); Oliver Mast: Das Internet als Baustein einer modernen Chancengesellschaft? (81-91). III. Die Lage der Jugend und das Verhältnis der Generationen: Gotthilf Gerhard Hiller: Die Lage der Jugend und das Verhältnis der Generationen (95-104); Bernd Guggenberger: Ernstfall Freizeit (105-107); Franz-Xaver Kaufmann: Junge Menschen heute - zur Freiheit verurteilt. Die veränderte Sozialisationssituation von Kindern und Jugendlichen und einige bildungspolitische Schlußfolgerungen (108-114); Hans Bertram: Soziale Netzwerke stärken. Erfahrungen aus Kalifornien (115-117); Georg Wacker: Ethische, emotionale und gesellschaftliche Werte im Spannungsfeld zwischen den Generationen (118-124); Annette Schavan: Kinder und Jugendliche ernst nehmen (125-133); Gotthilf Gerhard Hiller: Damit sie nicht verlorengehen. Zur Integration junger Menschen in riskanten Lebenslagen (134-146); Max Wingen: Generationenbilanzen als Orientierungshilfe für eine generationensolidarische Gesellschaftspolitik (147-158); Friedhelm Repnik: Junge und Alte. Kommt der große Konflikt der Generationen? (159-167). IV. Gesellschaftliches Engagement und Wege zur Mitverantwortung: Ortwin Renn: Zehn Thesen zur Bürgerarbeit (171-175); Wolfgang Bonß: Möglichkeiten und Probleme der Bürgerarbeit. Drei Thesen (176-180); Winfried Kretschmann: Bürgerschaftliches Engagement braucht traditionelle Werte (181-184); Andreas Renner: Vereine sind besser als kurzfristiges Engagement (185-187); Brigitte Russ-Scherer: Die Kommunen als Partner für bürgerschaftliches Engagement (188-190); Ortwin Renn: Bürgerforen & Co. Aus Betroffenen werden Beteiligte (191-196); Elizabeth Burns: Für ein ausgewogenes Gleichgewicht von Solidarität und Selbstverantwortung (197-200). V. Wert und Werte. Die Globalisierung und ihre Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt: Norbert Walter: Zurück in die Höhle oder hinauf zu den Sternen? Die Globalisierung als Herausforderung und Chance (203-213); Benjamin Barber: Globalisierung, Privatisierung, Kommerzialisierung. Gefahren für die Zivilgesellschaft (214-221). VI. Von der Risikogesellschaft zur Chancengesellschaft: Wolfgang Frühwald: Ideen für die Gesellschaft von morgen (225-235); Erwin Teufel: Solidarität und Selbstverantwortung. Von der Risikogesellschaft zur Chancengesellschaft (236-253); Bärbel Bohley / Elizabeth Burns / Ernst Elitz / Ulrich Fischer / Wolfgang Frühwald / Erwin Teufel: Chancengesellschaft oder doch Risikogesellschaft? Ein Streitgespräch (254-274); Annette Schavan: Ambivalenzen der Moderne (275-282). Anhang: Christoph Braß: Die Zukunftskommission Gesellschaft 2000. Themen, Ergebnisse, Empfehlungen (285-294); Die Mitglieder der Zukunftsgesellschaft 2000 (295-296).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 5.42 | 2.22 | 2.23 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Erwin Teufel (Hrsg.): Von der Risikogesellschaft zur Chancengesellschaft Frankfurt a. M.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/13376-von-der-risikogesellschaft-zur-chancengesellschaft_16031, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16031 Rezension drucken

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