Portal für Politikwissenschaft

Alte und Neue Rechte an den Hochschulen

Christoph Butterwegge / Gudrun Hentges (Hrsg.)

Alte und Neue Rechte an den Hochschulen

Münster: agenda Verlag 1999 (agenda Politik 19); 240 S.; 36,- DM; ISBN 3-89688-060-8
Zweifellos gibt es auch an den Universitäten, wie in der Gesellschaft generell, Rechtsextremismus. Der alarmistische Ton, den einige der hier versammelten Beiträge anschlagen, geht aber weit über das Ziel hinaus. Insbesondere die angeblich durchweg expansionistisch ausgerichtete Osteuropaforschung scheint eher in der Phantasie der Autoren zu bestehen. Inhalt: I. Hochschulen im Zeichen der Globalisierung: Privatisierung, "Standortwissenschaft" und neue Eliten: Christoph Butterwegge: Von der "Vaterlandsliebe" zur Sorge um den Wirtschaftsstandort - Metamorphosen nationaler Mythen im vereinten Deutschland (11-38); Dieter Plehwe / Bernhard Walpen: Marktradikale Think-Tanks, Stiftungen und Intellektuelle. International organisierte Netzwerke als Stütze der Neuen Rechten (39-51); Martin Bennhold: "Private Berater" - Weichensteller im Dienste der Wirtschaft. Funktionen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und des Bertelsmann-Konzerns in der Hochschulstrukturdiskussion (52-64); Torsten Bultmann: Eliten und Massen - Kritik eines bildungspolitischen Stereotyps (65-76). II. Entwicklungstendenzen studentischen Bewußtseins und akademischer (Un-)Kulturen: Sabine Kiel: Student(inn)en und Politik heute (77-91); Dietrich Heither: Burschenschaften. Weltbild und Habitus eines schlagenden Männerbundes (92-113); Diana Auth / Alexandra Kurth: Männerbündische Burschenherrlichkeit. Forschungslage und historischer Rückblick (114-129); Gerhard Schäfer: Karlheinz Weißmann: Gildenschafter zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus (130-146). III. Inhaltliche und personelle Kontinuitäten: Fallstudien: Ludwig Elm: Die NS-Vergangenheit der Hochschulen von 1945 bis zur Gegenwart: Verdrängung, Kritik und Apologie (147-158); Gudrun Hentges: Debatten um die politische Pädagogik bzw. Bildung vor und nach 1945. Theodor Litt und Theodor Wilhelm (Pseudonym: Friedrich Oetinger) als Beispiele (159-176); Tina Terschmitten: Der Fall Schneider an der RWTH Aachen (177-190); AG gegen "Rassenkunde": Rassistische, sexistische und biologistische Wissenschaft am Institut für Humanbiologie der Universität Hamburg (191-201); Karl Pfeifer: Der Fall Pfeifenberger: "Nazi-Töne" eines Hochschullehrers (202-213); Samuel Salzborn: Unterwegs in deutscher Mission. Randnotizen zum Wirken eines rechten Emeritus (214-217); Andreas Plake: "Wo die Wurst hängt ...". Schlesischer Separatismus in Polen - Schlesienforschung an deutschen Hochschulen (218-239).
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.35 | 2.37 | 2.331 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Christoph Butterwegge / Gudrun Hentges (Hrsg.): Alte und Neue Rechte an den Hochschulen Münster: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/10558-alte-und-neue-rechte-an-den-hochschulen_12482, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12482 Rezension drucken

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