Portal für Politikwissenschaft

Geschichte der ökonomischen Rationalisierung

Gerhard Stapelfeldt

Geschichte der ökonomischen Rationalisierung. Kritik der ökonomischen Rationalität. Erster Band

Münster: Lit 1998 (Spuren der Wirklichkeit 14); 302 S.; brosch., 59,90 DM; ISBN 3-8258-3626-6
Soziologische Habilitationsschrift Hamburg. - Die auf drei Bände angelegte Studie möchte einen Beitrag zur soziologischen Interpretation der Nachkriegs-Weltordnung leisten, die seit 1989/90 als "Neue Weltordnung" (Georg Bush) bezeichnet wird. Mit der Darstellung der Entstehung der 'Neuen Weltordnung' und ihrer neuen Krisen soll zugleich das Ziel verfolgt werden, "ideologiekritisch die Krise der Soziologie zu thematisieren" (9). Der erste Band liefert eine geschichtstheoretische Deutung der ökonomischen Rationalisierung und nimmt damit Bezug auf das zentrale Thema der Gesellschaftstheorie Max Webers. Fazit dieser geschichtstheoretischen Herleitung ist: "Ein immer stärkerer Einsatz von Rationalität, von Wissenschaft und Technik, hat immer irrationalere Folgen." (43) Der zweite Band ist eine soziologische Reflexion über die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der dritte Band widmet sich den Integrations- und Desintegrationsprozessen auf der Ebene der Europäischen Union und der Weltwirtschaft. Zwar bildet jeder Band für sich eine selbständige Untersuchung, jedoch sind alle drei durch eine durchlaufende Argumentation geprägt. Ohnehin hat Stapelfeldt die Weichen für die Untersuchung durch die Wahl der Politischen Ökonomie als Analyseinstrument eindeutig gestellt, sodass am Ende des ersten Bandes das Ergebnis der beiden Letzteren schon feststeht: "Die Frage, was an der 'neuen Weltordnung' so neu sei, lässt sich nach G. Bush's Rede leicht beantworten: nichts - nur, dass die Formen der postliberalen Politik-Ökonomie jetzt weltweit zur Geltung gebracht werden sollen." (290) Inhaltsübersicht: 1. Exposition des Themas; 2. Max Webers Rationalisierungsthese; 3. Vorbürgerliche Ökonomie der europäischen Antike und des Mittelalters; 4. Anfänge der bürgerlichen Ökonomie in der Renaissance; 5. Der Merkantilismus; 6. Der Liberalismus; 7. Karl Marx' Kritik des Liberalismus; 8. Carl Mengers Begründung der Volkswirtschaftslehre; 9. Max Webers Kritik des ökonomischen Rationalismus; 10. Der Imperialismus; 11. Die Perspektive der postliberalen ökonomischen Rationalisierung.
Tetyana Lutsyk (TL)
Lizentiat der Internationalen Wirtschaftsbeziehungen (lic. oec. int.), Doktorandin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Wirtschaftspolitik, Universität Leipzig.
Rubrizierung: 2.2 | 5.42 | 5.33 | 5.45 Empfohlene Zitierweise: Tetyana Lutsyk, Rezension zu: Gerhard Stapelfeldt: Geschichte der ökonomischen Rationalisierung. Münster: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/10209-geschichte-der-oekonomischen-rationalisierung_12077, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12077 Rezension drucken

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