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Essay

 newspaper sonja_paetow pixabayMedienhäuser gewähren zunehmend Einblick in ihre Arbeits- und Produktionsroutinen. Doch Transparenz allein ist kein Mittel gegen politische Entfremdung. Foto: sonja_paetow / pixabay

Mit Transparenz gegen die Vertrauenskrise der Medien?
Über politische Entfremdung und den Eliten-Diskurs


1. Einleitung

Seit Anfang 2014 sehen sich die etablierten Medien in Deutschland heftigen Anfeindungen aus Teilen der Bevölkerung ausgesetzt. Beginnend mit dem Unmut über eine als zu russlandkritisch empfundene Berichterstattung im Zuge der Ukraine-Krise und der Krim-Annexion wurde auch bei anderen Themen, vor allem der sogenannten Flüchtlingskrise sowie der Asyl- und Einwanderungspolitik, Wut und Misstrauen geäußert. Zum Ausdruck dieser Emotionen sind verschiedene Schlagworte im Umlauf. Das harmlosere – und analytisch durchaus fruchtbare – ist das der „Mainstream-Medien“1 . Deutlich dramatischer sind der Vorwurf der „gleichgeschalteten Systemmedien“, der den Ruch des Totalitären hat und Vorzensur durch gleichschaltende Instanzen impliziert, und die Rede von der „Lügenpresse“, die – zudem NS-belastet – ein hohes Maß an Aggressivität gegen Medienschaffende transportiert und im Wortsinn meint, Journalisten würden absichtlich falsche Sachverhaltsaussagen treffen.

Ein solcher Verdacht scheint aber weit verbreitet zu sein. In einer Allensbach-Umfrage für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Dezember 2015 gaben 39 Prozent der Befragten an, am Vorwurf der „Lügenpresse“ sei etwas dran in dem Sinne, „dass die Medien angeblich nicht objektiv berichten, sondern Sachverhalte verdrehen oder bestimmte Tatsachen ganz verheimlichen“2 . In einer Emnid-Umfrage für den Bayerischen Rundfunk vom März 2016 glaubten 65 Prozent der Befragten, „Journalisten dürfen oft nicht sagen, was sie denken“, und 60 Prozent fanden, Medien „blenden berechtigte Meinungen aus, die sie für unerwünscht halten“. Und immerhin 55 Prozent hatten den Eindruck, die Medien würden die Mächtigen im Land – also Staat, Regierung, Wirtschaft und einflussreiche Interessengruppen – eher stützen denn kritisch kontrollieren.3

Häufig wird von einer Vertrauenskrise der Medien gesprochen, zuweilen auch von einem Vertrauensverlust. Zwar deuten Langzeitdaten darauf hin, dass das Vertrauen in die Medien in Deutschland nicht signifikant gesunken und im internationalen Vergleich recht hoch ist, außerdem öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten und Qualitätszeitungen in Sachen Glaubwürdigkeitszuschreibung recht gut dastehen.4 Trotzdem: Es gibt ein Problem. In der letzten repräsentativen Bevölkerungsumfrage zum Thema, durchgeführt von Forschern der Universität Mainz, zeigte sich: Der Anteil derjenigen Personen, die den Medien eher oder voll und ganz vertrauen, stieg zwischen 2008 und 2016 von 29 auf 40 Prozent, doch der Anteil derjenigen, die den Medien eher nicht oder überhaupt nicht vertrauen, stieg ebenfalls an (von 9 auf 24 Prozent); die unentschiedene Mitte war geschrumpft. Zugleich gab es beachtliche Zustimmungsquoten zu dem Lügenpresse-Vorwurf „Die Bevölkerung in Deutschland wird von den Medien systematisch belogen“ (19 Prozent sagten, dies treffe „voll und ganz“ oder „eher“ zu, und weitere 36 Prozent stimmten immerhin für „teils/teils“) sowie zu dem verschwörungstheoretisch designten Item „Die Medien und die Politik arbeiten Hand in Hand, um die Bevölkerungsmeinung zu manipulieren“ (26 Prozent „voll und ganz“ oder „eher“, 31 Prozent „teils/teils“).5

Die offensichtlich hohe Attraktivität einer solchen Medien-Verschwörungstheorie wird von vielen gesellschaftlichen Akteuren als Bedrohung für die Demokratie wahrgenommen. So äußerte sich der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen in einem Spiegel-Essay alarmiert: „Die Idee einer Medienverschwörung – die ideologisch verschärfte Spielform einer ohnehin verbreiteten Medienverdrossenheit – ist momentan schwer in Mode. […] Ein drohender Dialog- und Kommunikationsinfarkt wird hier sichtbar, der einer offenen Gesellschaft gefährlich werden kann.“6 Um diese Gefahr abzuwenden und das Verhältnis zu den Nutzern zu verbessern, haben einige große Medien Transparenzoffensiven gestartet. Zum Beispiel haben Zeit Online und Spiegel Online eigene Blogs („Glashaus“, „Backstage“) eingerichtet, in denen sie ihre internen Debatten nach außen tragen und von ihren Recherchen, Selektionskriterien oder Produktionsroutinen berichten.

2. Transparenz als adäquates Gegenmittel?

Viele Nutzer hegen den Verdacht, dass mit dem medialen Mainstream etwas nicht stimmt, dass das Bild der Welt nicht korrekt ist, das die Medien zeichnen, und dass irgendetwas an der Art und Weise, wie das Bild gezeichnet wird, falsch ist. Ist Transparenz ein adäquates Gegenmittel gegen diesen Verdacht?

Transparenzbemühungen gehen davon aus, dass das Misstrauen deshalb entsteht, weil die tatsächlichen Produktionsbedingungen von Journalismus und Medien nicht bekannt sind und dass, wenn sie bekannt würden, sich die Unzufriedenheit mit den Produkten legen würde. Das ist ungefähr so, als würde ein Fleischer, dessen Wurst Ihnen nicht schmeckt, einen Tag der offenen Tür veranstalten: Sie sollen sich anschauen, wie die Wurst entsteht, die Ihnen nicht schmeckt. Würden Sie zu seinem Tag der offenen Tür gehen? Oder ein anderes Beispiel: Es läuft Coldplay im Radio, Sie wollen aber deutsche Volksmusik hören. Würden Sie sich eine Dokumentation anschauen, in der Chris Martin erzählt, wie er die Songs schreibt und wie die Band sie arrangiert und produziert – und wenn Sie es tatsächlich getan haben, würden Sie dann Coldplay mögen?

Beim Misstrauen gegenüber Medien kommt noch als weitere Schwierigkeit hinzu, dass es sich um Misstrauen gegenüber symbolischen Zeichen handelt. Der Philosoph Boris Groys schreibt: „Die einzige Theorie, die unser reales Verhältnis zu den Medien beschreibt, ist die Verschwörungstheorie.“7 Denn jedes Zeichen verdeckt die Bedingungen seiner Entstehung: Der Text in einem Buch verdeckt das Buch und die ganze Verlagspraxis dahinter, die Fernsehsendung verdeckt ihre eigene Produktion usw. Stets gibt es einen submedialen Raum, der den Verdacht nährt und Fragen aufwirft wie „Was bezweckt der Autor mit dieser Mitteilung?“, „Welchen Interessen dient das?“ oder „Warum werde ich mit dieser Information gerade jetzt konfrontiert?“ Wenn es aber das Bedürfnis von Mediennutzern ist, durch die „Zeichenwand“ hindurchzugehen und das dahinter Verborgene zu entdecken beziehungsweise zu entlarven, dann kann es keine Lösung sein, ihnen eine neue Zeichenwand anzubieten, die vom Entstehungsprozess der ersten Zeichenwand erzählt.

Es muss vor allem danach gefragt werden, woher das Bedürfnis von Mediennutzern kommt, die Zeichenwand anzuzweifeln. Aus der Forschung sind einige Gründe für Misstrauen gegenüber etablierten Medien bekannt: ein genereller anti-elitärer Affekt, das Gefühl von gesellschaftlicher Randständigkeit, Unzufriedenheit mit der Funktionsweise der demokratischen Ordnung, niedriges generelles Institutionenvertrauen und niedriges zwischenmenschliches Vertrauen.8 Nun muss man nicht unbedingt ein Hartz-IV-Empfänger sein, um Medien zu misstrauen: Auch ein Philosophieprofessor wie Peter Sloterdijk spricht von einem „Lügenäther“ in Politik und Medien9 , und das sagte er deshalb, weil er Angela Merkels Politik der offenen Grenzen 2015 missbilligte und seine konservative Haltung in der Flüchtlingsfrage in den Medien nicht wiederfand. Medienvertrauen hängt also mit dem Gefühl zusammen, repräsentiert zu sein, und dem Lügenpresse-Verdacht liegt ein Repräsentationsdefizit zugrunde. Genauer gesagt: Ihm liegen Klüfte zwischen Elite und Bevölkerung zugrunde – die deshalb ein Problem für die etablierten Medien werden können, weil diese sich häufig am Diskurs der Eliten orientieren und Elitenkonsense oft übernehmen.

3. Repräsentationsdefizite

Eine solche Kluft zwischen Elite und Bevölkerung besteht etwa in Fragen der außenpolitischen Grundorientierung und der Bündnispolitik. Verschiedene Umfragen deuten darauf hin, dass Auslandseinsätze der Bundeswehr skeptisch gesehen werden, Frieden höher gewichtet wird als Sicherheit, die USA schon zu Obama-Zeiten nicht der bevorzugte Partner für eine stärkere außenpolitische Zusammenarbeit war und dass die Bereitschaft, osteuropäische Nato-Partner gegen eine mögliche russische Aggression zu verteidigen, sich in Grenzen hält. Auf dem Höhepunkt der Krim-Krise 2014 wollte nur die Hälfte der Deutschen ihr Land fest im westlichen Bündnis verankert sehen, die andere Hälfte wünschte eine mittlere Position zwischen dem Westen und Russland.10 Demgegenüber standen etwa während der Ukraine-Krise ein politischer Konsens und ein dazu parallel laufender medialer Mainstream, der eher transatlantisch und russlandkritisch geprägt war.11

Eine zweite Kluft zwischen Elite und Bevölkerung, die mehr Erklärungskraft für den Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte besitzt, besteht in der Verteilung liberaler Werte in Deutschland. Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung führte 2013 eine Befragung von deutschen Führungskräften aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden, Justiz, Militär, Wissenschaft, Medien, Gewerkschaften, Kirchen und der Zivilgesellschaft durch – also von jenen Eliten, die aufgrund ihrer hohen Positionen in wichtigen Organisationen maßgeblich und regelmäßig Einfluss auf gesamtgesellschaftliche Entscheidungsprozesse nehmen. Darin zeigte sich, dass es sektorenübergreifend einen hohen Konsens bei bestimmten Werten und Einstellungen gibt: 1. dass Einwanderung das Zusammenleben bereichert und gut für die deutsche Wirtschaft ist, 2. dass öffentliche Ausgaben reduziert und der Arbeitsmarkt flexibilisiert werden sollten, 3. dass ökonomische Liberalisierung generell sowie der Welthandel, Wettbewerb und Privatisierung staatlicher Unternehmen gut und umgekehrt Zölle, Importbeschränkungen oder Subventionen zum Vorteil der heimischen Wirtschaft schlecht sind, 4. dass Homosexualität und Scheidung in Ordnung sind. Man kann diese Aussagen als liberal (freiheitlich) im wirtschaftspolitischen wie kulturellen Sinn zusammenfassen. Doch dieser liberalen Elite steht in wichtigen Fragen eine gespaltene Bevölkerung gegenüber: Die Forscher Céline Teney und Marc Helbling wiesen darauf hin, dass zur selben Zeit etwa Einwanderung in allgemeinen Umfragen nur von der Hälfte der Befragten befürwortet wurde.12

Das bedeutet Sprengstoff für die öffentliche Debatte und für etablierte Medien, die sich am Eliten-Diskurs orientieren. Mit Blick auf andere Befunde wie die vergleichsweise geringe Zustimmung der Bevölkerung zur europäischen Integration sehen Teney und Helbling eine „breitere ideologische Kluft zwischen dem gesellschaftlichen Führungspersonal und der allgemeinen Bevölkerung hinsichtlich der Durchlässigkeit nationaler Grenzen“, sowohl was übergeordnete politische Instanzen (Europäische Union) als auch Menschen (Migranten) angeht. De-Nationalisierung als Ausdruck liberaler Werte – so könnte man den Zankapfel nennen. Hinzu kommt, dass die Journalisten in Deutschland von ihrer Milieu-Zugehörigkeit kein repräsentatives Abbild der Bevölkerung darstellen, sondern das „liberal-intellektuelle Milieu“ stark überrepräsentiert ist und einige andere, vor allem konservative, kleinbürgerliche und prekäre Milieus unterrepräsentiert sind.13

4. Was tun?

Was folgt aus diesen Überlegungen? Transparenz – zumindest medial hergestellte – kann keine Repräsentationskrise beenden, keine politischen Entfremdungsgefühle beseitigen und auch keine strukturell bedingte Glaubwürdigkeitslücke schließen, also die Distanz des Nutzers zur medialen Zeichenwand überbrücken. Denn, wie der Medienwissenschaftler John David Seidler schreibt, „auch diese Transparenzbemühungen sind dann ja Teil einer medialen Inszenierung, über deren Produktion wiederum Transparenz herzustellen wäre, was ebenso nur als mediale Vermittlung vonstattenginge, und so geht es weiter und weiter“.14

Vielversprechender als medial hergestellte Transparenz erscheint es, journalistisches Handeln direkt erfahrbar und fühlbar zu machen, also auf Erfahrung statt auf Erklärung zu setzen. Der Mitteldeutsche Rundfunk hat zum Beispiel Anfang 2016 mehrfach Pegida-Anhänger in seine Redaktionen eingeladen und ruft gegenwärtig Nutzer dazu auf, „Programmmacher für einen Tag“ zu werden. Solche persönlichen Erlebnisse tragen sicherlich zu gegenseitigem Verständnis bei – nur sind diese Maßnahmen schwer auf Millionen Nutzerinnen und Nutzer ausdehnbar.

Ohnehin sollten Journalistinnen und Journalisten nicht in erster Linie sich selbst bespiegeln (und sich in ihren Produktions- und Selektionsroutinen bestärken), sondern die Gesellschaft. Sie sollten, anstatt die Menschen in ihre Stahl- und Glasbauten hineinzuholen, aus diesen heraustreten und zu den Menschen gehen – auch zu denen, die Wut haben und Milieus angehören, die nicht liberal-intellektuell geprägt sind, sondern in denen es „brodelt und stinkt“, wie die liberal-intellektuelle Zeit einmal titelte.15 Die grundlegende Aufgabe bleibt diese: berichten, abbilden, repräsentieren. Das bedeutet nicht, dass Rassismus und Menschenverachtung normale Bestandteile der öffentlichen Debatte werden sollen. Es bedeutet aber, dass die dahinterstehenden Wahrnehmungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche normaler Teil der Debatte werden. (Diese müssen häufig erst einmal recherchiert werden und sind teilweise den Betroffenen selbst nicht bewusst.) Wahrnehmungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche: Das sind übrigens die vier Bestandteile der „Gewaltfreien Kommunikation“, eines Konzeptes zur aufrichtigen, nicht-entfremdeten Kommunikation in Konfliktfällen, das der US-Psychologe Marshall B. Rosenberg entwickelt hat.16 Wenn Journalistinnen und Journalisten dazu beitragen, diese Wahrnehmungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche von Menschen, die mit ihrem Frust heute von Rechtspopulisten abgeholt (und betrogen) werden, in den Mainstream-Diskurs zu bringen und ernsthaft und ideologiefrei zu verhandeln, dann gibt es nicht nur eine Chance auf die Transformation verfestigter Einstellungen und Ideologien, sondern auch auf gesellschaftliche Integration in Zeiten von Spaltungstendenzen.

_________________

  Krüger, Uwe (2016). Mainstream – Warum wir den Medien nicht mehr trauen. 2. Aufl. München: C.H.Beck, S. 26 ff.
2   Köcher, Renate: Deutsche Fragen – deutsche Antworten. Vertrauen und Skepsis – Bürger und Medien. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16.12.2015, S. 8, http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/allensbach-umfrage-zu-medienberichterstattung-in-fluechtlingskrise-13967959.html [Zugriff: 14.11.2017].
3   Bayerischer Rundfunk (2016). BR stellt Studie vor: Medien in der Glaubwürdigkeitskrise? Pressemitteilung vom 2.5., http://www.br.de/presse/inhalt/pressemitteilungen/glaubwuerdigkeitsstudie-br-b5-geburtstag-100.html [Zugriff: 14.11.2017].
4  Reinemann, Carsten, Fawzi, Nayla, Obermaier, Magdalena (2017): Die „Vertrauenskrise“ der Medien – Fakt oder Fiktion? Zu Entwicklung, Stand und Ursachen des Medienvertrauens in Deutschland. In: Lilienthal, Volker, Neverla, Irene (Hrsg.), Lügenpresse. Anatomie eines politischen Kampfbegriffs. Köln: Kiepenheuer & Witsch, S. 77-94.
  Schultz, Tanjev, Jackob, Nikolaus, Ziegele, Marc, Quiring, Oliver, Schemer, Christian (2017): Erosion des Vertrauens? Misstrauen, Verschwörungstheorien und Kritik an den Medien in der deutschen Bevölkerung. In: Media Perspektiven 5, S. 246-259, online: http://www.ard-werbung.de/media-perspektiven/publikationen/fachzeitschrift/2017/heft-5/ [Zugriff: 14.11.2017].
  Pörksen, Bernhard (2015): Der Hass der Bescheidwisser. In: Der Spiegel Nr. 2 vom 5.1.: S. 72-73, online: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131147816.html [Zugriff: 14.11.2017].
7   Groys, Boris (2000): Der Verdacht ist das Medium. In: Carl Hegemann (Hrsg.), Endstation Sehnsucht. Kapitalismus und Depression, Bd. 1: S. 85-102. Berlin: Alexander, hier S. 86.
8   Jackob, Nikolaus, Quiring, Oliver & Schemer, Christian (2017). Wölfe im Schafspelz? Warum manche Menschen denken, dass man Journalisten nicht vertrauen darf – und was das mit Verschwörungstheorien zu tun hat. In: Renner, Karl Nikolaus, Schultz, Tanjev & Wilke, Jürgen (Hrsg.), Journalismus zwischen Autonomie und Nutzwert. Festschrift für Volker Wolf, S. 225-249. Konstanz: UVK.
9   Cicero-Redaktion (2016): „Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung“. Peter Sloterdijk über Merkel und die Flüchtlingskrise“, http://cicero.de/innenpolitik/peter-sloterdijk-ueber-merkel-und-die-fluechtlingskrise-es-gibt-keine-moralische [Zugriff: 14.11.2017].
10  Krüger 2016 (s. Fußnote 1), S. 102 f.
11  Genauer in: Krüger, Uwe (2017): Medien-Mainstream. Eine Streitrede wider Konformität im Journalismus und für eine kritische Journalistik. In: Lilienthal, Volker/Neverla, Irene (Hrsg.): Lügenpresse. Anatomie eines politischen Kampfbegriffs. Köln: Kiepenheuer & Witsch, S. 248-265.
12  Céline Teney; Marc Helbling: Die Verteilung liberaler Werte. Elite und Bevölkerung in Deutschland denken unterschiedlich über Immigration. In: WZB Mitteilungen, Heft 142 (Dezember 2013), S. 12-15, https://www.wzb.eu/sites/default/files/publikationen/wzb_mitteilungen/s12-15teney.pdf [Zugriff 14.11.2017].
13  Johannes Raabe (2005): Die Beobachtung journalistischer Akteure. Optionen einer empirisch-kritischen Journalismusforschung. Wiesbaden: VS Verlag, hier S. 258-260.
14  Seidler, John David (2016): „Lügenpresse!“ Medien als Gegenstand von Verschwörungstheorien. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 66 (30-32), S. 41-46, online: http://www.bpb.de/apuz/231313/medien-als-gegenstand-von-verschwoerungstheorien?p=all [Zugriff: 14.11.2017].
15  Oliver Quiring, Tanjev Schultz: „Hingehen, wo es brodelt und stinkt“. Interview von Martin Spiewak. In: Die Zeit Nr. 5 vom 16.1.2017, S. 33, http://www.zeit.de/2017/05/medien-vertrauen-umfrage-ifak/komplettansicht?print [Zugriff:14.11.2017].
16  Rosenberg, Marshall B. (2009): Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens. 8. Auflage, Paderborn: Junfermann.

Verfasst von:

Uwe Krüger

Erschienen am:

23. November 2017

Digriama

Regina Kusch / Andreas Beckmann
Kritischer Journalismus ist gefragt
Deutschlandradio, Reihe: Aus Kultur- und Sozialwissenschaften, 22. Juni 2017

In diesem Radiobeitrag geht es um die Einschätzungen verschiedener Medienforscher*innen zur Glaubwürdigkeitskrise der Medien vor dem Hintergrund der Flüchtlingszuwanderung.


Michael Haller
Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien. Tagesaktueller Journalismus zwischen Meinung und Information
Otto Brenner Stiftung, OBS Arbeitsheft 93, Juni 2017

Untersucht wird, inwieweit sich die die sogenannten Leitmedien mit der politischen und wirtschaftlichen Elite verbündet und Andersdenkende, auch die Unzufriedenen und Oppositionellen, missachtet und damit eine gesellschaftliche Polarisierung begünstigt haben.


Netzwerk Kritische Kommunikationswissenschaft

Mit dem im März 2017 während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft e. V. gegründeten Netzwerk soll ein Raum für die kritische wissenschaftliche Forschung über Medien und Kommunikation geschaffen werden. Es steht allen interessierten Wissenschaftler*innen offen. Die Gründungstagung findet Ende November 2017 statt.


Literaturhinweis

Vincent F. Hendricks / Mads Vestergaard
Postfaktisch Die neue Wirklichkeit in Zeiten von Bullshit, Fake News und Verschwörungstheorien
München, Karl Blessing Verlag 2018


Aus der Annotierten Bibliografie


Uwe Krüger

Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse

Köln: Herbert von Halem Verlag 2013 (Institut für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung /IPJ 9); 375 S.; 29,50 €; ISBN 978-3-86962-070-1
Diss. Leipzig; Begutachtung: M. Haller, L. Hachmeister. – Uwe Krüger beschreibt die Verflechtungen des Top‑Journalismus in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als Beispiele dienen ihm Markus Schächter (ZDF), Klaus‑Dieter Frankenberger (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Stefan Kornelius (Süddeutsche Zeitung), Michael Stürmer (Die Welt) und Josef Joffe (Die Zeit). Krüger analysiert dieses Netzwerk und nutzt konkrete Fallstudien wie die Berichterstattung ausgewählter Leitmedien ü...weiterlesen


Peter Massing (Hrsg.)

Politik vermitteln. Legitimationsfragen in der Demokratie. Eine Einführung

Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2012 (uni studien politik 46); 108 S.; 9,80 €; ISBN 978-3-89974739-3
In einer Republik sollten politische Entscheidungen für die Bürger nachvollziehbar sein. Ist dieses allzu oft nicht der Fall, droht die Abwahl des Amtsinhabers. Umso wichtiger ist es, Politik erfolgreich zu kommunizieren – die Vermittlung politischer Entscheidungsprozesse wird zunehmend zu einer Grundlage der Legitimation. Diesem Thema sind fünf Aufsätze dieses Sammelbandes gewidmet. Nach einem einleitenden Überblick von Stefan Marschall und Ralph Weiß analysiert Oskar Niedermayer die Komm...weiterlesen


Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt (Hrsg.)

Vertrauen in die Führungseliten der Gesellschaft

Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag 2012 (19. Wittenberger Gespräch); 104 S.; brosch., 9,95 €; ISBN 978-3-89812-959-6
Im März 2012 trafen sich auf Einladung von Ministerpräsident Reiner Haseloff Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Wissenschaft, um über eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Funktionieren von demokratischen Gesellschaften zu sprechen: Das Vertrauen in die Führungseliten. Der Band dokumentiert die in der Lutherstadt Wittenberg gehaltenen Vorträge. In seiner Einführungsrede erarbeitet sich Bundespräsident a. D. Horst Köhler zunächst klare Verständnisse von den Begriffen Gese...weiterlesen


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