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Sammelrezension

Die Digitalisierung des Kapitalismus
Wie die digitale Transformation Ökonomie und Gesellschaft verändert

Der große Soziologe und leider viel zu früh verstorbene Theoretiker der Risikogesellschaft Ulrich Beck konstatiert in seinem letzten Werk eine „Metamorphose der Welt“ (Beck 2016), die alle sozialen und materiellen Lebensbereiche erfasst und das menschliche in-der-Welt-Sein insgesamt verändert. Einer der wesentlichen Treiber dieser Metamorphose ist die Digitalisierung, welche Gesellschaft und Ökonomie radikal verändert und herkömmliche Auffassungen von Subjektivität und Intersubjektivität infrage stellt. Doch obwohl die Digitalisierung einen starken Veränderungsdruck auf alle Lebensbereiche ausübt, ist das Eyam DerbyshireIn digitalen Zeiten: Der Briefkasten setzt Rost an, die Telefonzelle beherbergt jetzt einen Defibrillator. Gesehen im englischen Eyam (Derbyshire). Foto: Natalie Wohllebenindividuelle wie das gesellschaftliche Bewusstsein über potenziell katastrophale Folgen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für persönliche Freiheit und Autonomie gering. Zwar hat die Omnipräsenz digitaler Anwendungen gravierende Auswirkungen für die soziale und politische Konstitution der Gesellschaft, die eingeschlagene Richtung dieser sozialen und politischen Transformation wird dennoch nur in Ansätzen hinterfragt.

Zwei neue Veröffentlichungen versuchen diese Lücke zu schließen, indem sie die Folgen der Digitalisierung entlang verschiedener Teilaspekte wie zum Beispiel Informatisierung, Sharing, Arbeit, Subjektivität, Politik und Ökologie betrachten. So legt der Physiker und Ökonom Timo Daum mit seinem Werk „Das Kapital sind wir“ eine Kritik der digitalen Ökonomie vor. Demgegenüber beschreibt der Sozialpsychologe Harald Welzer in der Neuauflage seines bereits 2016 erschienenen Buches „Die smarte Diktatur“, wie die Totalisierung der digitalen Überwachung die Grundlagen von Demokratie und Freiheit erodiert. Beide Autoren geben einen kritischen und hellsichtigen Überblick über die Folgen der digitalen Metamorphose der Gesellschaft und grenzen sich durch teils überraschende Schlussfolgerungen in erfrischender Weise von der Standardrhetorik des öffentlichen Diskurses ab.

Von der Entwertung der Arbeit in der digitalen Ökonomie und der Kurzsichtigkeit ihrer Kritiker

Daum erläutert zu Beginn seines Textes, was eigentlich das Wesen der Digitalisierung ausmacht. Im Anschluss an die marxistische Analyse der kapitalistischen Entwicklung beschreibt er, „dass wir es mit einem neuen Kapitalismus zu tun haben, indem Information und ihr Austausch über Datennetze in den Mittelpunkt der ökonomischen und gesellschaftlichen Aktivität geraten: dem Kapitalismus des digitalen Zeitalters“ (12). Daum erklärt mit historischer und ökonomischer Fachkenntnis, dass sich diese Form von Kapitalismus nicht mehr durch materielle Produktion und Konsumption von Waren auszeichnet, sondern durch die Organisation und Kommodifizierung von Wissen und Information. Damit wird das Kapital selbst digital. Es ist daher von erfrischender Weitsicht, dass Daum seine Kritik der digitalen Ökonomie mit einer Kritik des kapitalistischen Krisendiskures eröffnet. So distanziert sich der Autor von der Perspektive, dass die Globalisierung und Neoliberalisierung eine Krise des Kapitalismus erzeugt habe, die nur gelöst werden könne, wenn wieder zu sozialdemokratischen Idealen zurückgekehrt würde – auch um der rechtspopulistischen Welle zu begegnen. Daum beschreibt, dass diese Perspektive nicht nur kurzsichtig ist, sondern auch die Folgen der digitalen Revolution verkennt. Denn die Digitalisierung ist keine Verfallsform hin zu einer postkapitalistischen Sharing-Ökonomie, wie beispielsweise Paul Mason konstatiert, sondern vielmehr eine Verschärfung des kapitalistischen Prinzips. Der Autor bezieht hier eine eindeutige Gegenposition, wenn er schreibt: „Der Kapitalismus ist nicht in der Krise, er verwandelt sich auch nicht in einen Post-Kapitalismus, im Gegenteil: Er intensiviert sich.“ (19)

Der Autor behält diese kritische Perspektive auch im weiteren Verlauf der Argumentation bei, wodurch es ihm gelingt, interessante Schlussfolgerungen zu drängenden Problemen der Digitalisierung und ihren potenziellen Lösungen zu entwickeln, die gängige Meinungen von links wie von rechts infrage stellen. So räumt er in seiner Analyse der Transformation der Arbeit mit der Vorstellung auf, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze massenweise vernichten würde und nur noch wenige hochqualifizierte Wissensarbeiter und Programmierer übrigblieben. Mit einem Blick in die Geschichte illustriert der Autor sein Argument, dass jeder neue Technisierungsschritt in der Geschichte des Kapitalismus zwar Arbeitsplätze zerstört hat, aber ebenso neue hervorbringt, was auch für die digitale Transformation gilt. Die eigentliche Frage ist seiner Ansicht nach daher weniger, welche Arbeitsplätze übrigbleiben, sondern welche Arbeitsverhältnisse durch die Digitalisierung erzeugt werden. Zum einen lässt sich beobachten, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse boomen, die sich durch Akkord, Monotonie und psychische Belastung auszeichnen, wie die euphemistisch bezeichnete Content-Moderation, das heißt das Entfernen abstoßender Inhalte aus sozialen Netzwerken durch unzureichend geschützte Arbeitnehmer*innen. Daum schreibt: „Die Arbeitsbedingungen ähneln denen einer misslungenen Kreuzung aus frühkapitalistischen Manufakturen mit der Dystopie aus Der Circle von Dave Eggers, zu deren Wesensmerkmalen Kontrolle und Übertaktung gehören.“ (102) Zum anderen beschreibt der Autor, wie mit der digitalen Entgrenzung der Arbeit neue Ausbeutungsverhältnisse entstehen, die häufig durch Scheinselbstständigkeit und Avantgardedenken überdeckt werden. Für Daum ist es daher offensichtlich, dass die Digitalisierung kein Verschwinden der Arbeit, sondern deren Entwertung bedeutet: Sie verwandelt sich in ein „Folterinstrument“ (167).

Aufgrund dieser kritischen Haltung gelingt es dem Autor, eine andere Perspektive hinsichtlich möglicher Gegenmaßnahmen einzunehmen. Insbesondere seine kritische Diskussion eines bedingungslosen Grundeinkommens ist lesenswert. Denn Daum beschreibt, dass trotz eines Verfalls menschenwürdiger Vollzeit-Arbeitsverhältnisse im entfesselten digitalen Kapitalismus keine Infragestellung dieser Arbeitsverhältnisse erfolgt, sondern vielmehr ein Grundeinkommen eingeführt werden solle, das die sozialen Folgen dieser Entwicklung abfedern könne. Daum lehnt diesen Ansatz grundlegend ab, denn dieses schütze die Menschen nicht vor den selbstgeschaffenen Sachzwängen, die sie zum Objekt und Material im digitalen Verwertungsprozess mache, sondern zementiere vielmehr deren Verwertungslogik: „Das Grundeinkommen wird zum Instrument der Befriedung der Zurückgelassenen, damit die Transformation der Gesellschaft in einen digitalen Kapitalismus reibungslos vonstattengehen kann.“ (203)

Es lässt sich damit festhalten, dass Daums historisch-ökonomisch informierte und fundiert kritische Analyse der digitalen Ökonomie neue Perspektiven auf dieses Thema eröffnet. So zeichnet der Autor nicht nur das Bild einer umfassenden Transformation von Ökonomie und Gesellschaft, die insbesondere Subjektivität immer stärker ökonomisiert, sondern zeigt auch, dass die Digitalisierung kein Kapitalismus im Endstadium ist, sondern eine Intensivierung des kapitalistischen Prinzips, das nun in alle Poren des Sozialen eindringen kann. Es ist daher wenig verwunderlich, dass Daum sowohl vom digitalen Kapitalismus als auch von bisher diskutierten sozialen Gegenreaktionen ein düsteres Bild zeichnet.

Gefangen in der Redundanzmaschine oder der schleichende Untergang der Demokratie

Auch Harald Welzer zeichnet ein düsteres Bild der Digitalisierung, wie der Titel seines Buches „Die smarte Diktatur“ eindeutig impliziert. Er legt den Fokus seiner Analyse jedoch auf eine Kritik der Überwachung, die das grundlegende Prinzip der digitalen Ökonomie und Gesellschaft bildet. Auch für Welzer ist klar, dass sich der Kapitalismus in einer Transformation befindet: „Dieser Kapitalismus ist nicht der, den wir kannten. Er ist räuberischer, desintegrativer, zerstörerischer denn je. Aber das finden nicht alle schlecht.“ (17) Er beginnt seine Analyse daher zunächst mit einer Beschreibung der omnipräsenten Überwachung durch soziale Netzwerke und Smartphones. Diese Technologien machen das Individuum sichtbar – in allen seinen räumlichen und psychischen Lebenslagen. Die durch Kommunikation und Konsumtion entstehenden Datenmengen sind die Menschen nicht nur für die großen Konzerne durchschaubar, sondern ebenso für die nationalen Geheimdienste. Welzer sieht in der Verbindung von Überwachung und netzwerkbasierter Sichtbarkeit ein digitales Panoptikum entstehen, in dem der Einzelne nicht nur für die Behörden, sondern auch für jeden anderen sichtbar wird. Es gibt kein Außen und keine Schlupfwinkel mehr. Dadurch erreichen soziale Disziplinierung ebenso wie Ausgrenzung und Shaming bedrohliche Ausmaße, die einen bisher ungeahnten Konformitätsdruck auf das Subjekt ausüben.

Welzers Analyse ist jedoch weitsichtig genug, um die Ursachen für die Verbreitung und Intensivierung nicht nur bei den Tech-Riesen und Behörden wie der NSA zu suchen, sondern ebenso das Individuum in die Verantwortung zu nehmen. So beschreibt der Autor, dass das Prinzip der Personalisierung so gut wie allen digitalen Diensten und Anwendungen zugrunde liegt und den Kern vieler Geschäftsmodelle bildet. Denn je genauer bestimmte Anwendungen an den individuellen Nutzer angepasst werden können, desto mehr Daten können über diesen gesammelt werden. Die Übersetzung von Daten über Sie in Informationsangebote für Sie hat jedoch gravierende Auswirkungen auf das Selbstbild der Nutzer, denn Personalisierung erzeugt nach Welzer vor allem Redundanz: „Die Basis für die personalisierten Angebote, die Sie bekommen, sind Sie ja selbst – abgelesen und berechnet nach Ihrem Sozialverhalten, Ihrem Informationssuchverhalten, Ihrem Konsumverhalten. Worum es in Wahrheit geht […]: nämlich die Konstruktion eines anderen sozialen Raumes, in den Sie so platziert werden, wie es für die am besten ist, die Ihnen etwas verkaufen wollen, ein Produkt oder eine Überzeugung“ (141 f.). Soziale Netzwerke und digitale Angebote sind daher nichts anderes als eine „konsumistische Spiegelhölle“ (142), in der der Einzelne immer nur verzerrte Spiegelungen seiner Selbst und seiner Bedürfnisse vorfindet, während das Unerwartete, Fremde und Neue systematisch ausgeschlossen wird. In der sozialpsychologisch untermauerten Analyse dieses Phänomens liegt eines der großen Stärken dieses Buches, denn Welzer zeigt hier auf leicht verständliche und eindrückliche Weise, wie der Verlust des anderen zum Selbst- und Weltverlust führen kann. Die inzwischen so prominenten Filterblasen – systematisch verzerrte Informationsmengen – können daher auch gravierende politische Folgen haben.

Da Welzer seinen Text nicht nur als Analyse des Überwachungskapitalismus versteht, sondern auch als ein flammendes Plädoyer gegen den digitalen Autonomieverlust, gilt sein Hauptaugenmerk der Frage, wem die digitale Verzerrung der Wirklichkeit eigentlich nützt. Für ihn ist klar, dass die Chefs der großen Digitalkonzerne wie Jeff Bezos oder Peter Thiel nicht nur „sozial völlig lösgelöst“ (183) sind, also jegliche soziale und moralische Verantwortung ablehnen, sondern dass dieser Personenkreis auch von größenwahnsinnigen Fantasien geleitet wird, die letztlich die Demokratie gefährden. Welzer beschreibt anhand vieler Primärzitate, wie sich diese Menschen die Zukunft von Demokratie und Staat vorstellen, ohne auf gesellschaftliche Folgen Rücksicht zu nehmen. Der Autor sieht daher eine „smarte Diktatur“ im Entstehen begriffen, die inmitten der Demokratie einen Überwachungstotalitarismus etabliert. So schreibt Welzer: „Die Veränderung der Sozialverhältnisse vollzieht sich innerhalb des nach außen stabil aussehenden Systems. Die Auflösung der Demokratie geschieht im Rahmen der Demokratie.“ (200) Gerade deshalb ist die unhinterfragte Verbreitung digitaler Technologien so gefährlich, deswegen stellt der „Selbstentmündigungsfatalismus“ (211) sowohl der Befürworter als auch der Kritiker der Digitalisierung die Grundlagen der freiheitlichen demokratischen Gesellschaftsverfassung infrage.

Fazit: Ist Widerstand überhaupt möglich?

Die Werke beider Autoren zeichnen sich durch eine scharfsinnige und fundierte Analyse der Entstehung des digitalen Kapitalismus aus, welcher in verschiedenen Aspekten wie Arbeit, Subjektivität und Überwachung nachgegangen wird. Insbesondere Harald Welzer vergisst dabei nicht, dass die oftmals immateriell anmutenden digitalen Anwendungen über einen enormen ökologischen Einfluss verfügen, der sich insbesondere in einem massiven Energie- und Ressourcenverbrauch niederschlägt. Beide Autoren zeigen deutlich und mit Nachdruck auf, dass der digitale Kapitalismus das Subjekt zum Dreh- und Angelpunkt seiner Kommodifizierungsprozesse macht, wodurch die Herausbildung einer rein ökonomischen Subjektivität immer stärker beobachtbar wird. Dies hat gravierende Folgen, zum einen für die Arbeitsverhältnisse, wie Daum dies beschreibt, zum anderen aber auch für die Demokratie, deren Erosion laut Welzer unmittelbar bevorsteht. Sie kommen daher übereinstimmend zu dem Schluss, dass der digitale Kapitalismus nichts anderes ist als die Durchsetzung des kapitalistischen Prinzips in allen – noch so intimen – Lebens- und Gesellschaftsbereichen und daher gegengesteuert werden muss.

Da Daum und Welzer in ihren Analysen mit Kritik wahrlich nicht sparen, erscheint es merkwürdig inkonsistent, dass die von ihnen formulierten Gegenantworten zahnlos ausfallen. So fordert Daum eine „algorithmische Alphabetisierung“ (240), die die Funktionsprinzipien digitaler Technologie der Öffentlichkeit zugänglich machen solle. Hingegen beschränkt sich Welzer, der als Leiter der Stiftung Futur Zwei zu den wichtigsten Vordenkern von gesellschaftlichen Alternativen gehört, auf eine Form des digitalen zivilen Ungehorsams, die die Datenmengen der Konzerne durch strategische Falschinformation entwerten soll. Verbunden ist Welzers „paradoxe Intervention“ (277) mit einem Lob des Analogen. Diese – zwar sinnvollen – aber in Anbetracht der globalen Machtfülle digitaler Konzerne harmlosen Ansätze wirken ideenlos, vor allem in Anbetracht des von beiden Autoren konstatierten weitreichenden Selbst- und Weltverlustes der Subjekte durch ihre Einbindung in die digitale Redundanzmaschine.

Im Anschluss an ihre erhellenden Analysen wäre daher vielmehr zu fragen, ob sich der Prozess der Digitalisierung überhaupt noch sinnvoll gestalten lässt, wenn er seiner Dynamik nach einer ausschließlich kapitalistischen Logik folgt. Ebenfalls so wichtige wie ungeklärte Punkte – die auch Daum und Welzer unbeachtet lassen – wären die Fragen, welche Selbst- und Weltverhältnisse eigentlich diese Form von Digitalisierung begünstigen und wieso digitale Technologien überhaupt diese enorme Affizierungsmacht entfalten können – sodass sich selbst ihre schärfsten Kritiker in „Selbstentmündigungsfatalisten“ verwandeln können. Welzer und Daum liefern sehr wichtige und lesenswerte Denkanstöße, um diesen Prozess in seiner ganzen sozialen Tragweite erahnen zu können.

Verfasst von:

Martin Repohl

Erschienen am:

4. September 2018

Timo Daum

Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie

Hamburg, Edition Nautilus 2017 (Nautilus Flugschrift)

Harald Welzer

Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit

Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2017

Literatur-Fundus

(Arbeitender) Mensch und Gesellschaft in der digitalen Welt. Bücher und Kurzrezensionen im Überblick

Die Prognosen über eine Zukunft unter den Vorzeichen von Big Data sind meist dystopisch. Gewarnt wird vor einer unkontrollierten Datensammelwut zulasten der Freiheit des Bürgers sowie vor einer Aushöhlung des Sozialstaates, gefürchtet wird eine Entwicklung, an deren Ende der Einzelne eine in seinen Bedürfnissen und Rechten marginalisierte Existenz fristet. Allerdings scheint sich der Fokus langsam zu verschieben, weg von einem pauschalen Abgesang auf die demokratische Welt, wie wir sie kennen, hin zu der Frage, wie der digitale Wandel gestaltet werden soll und kann.

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Rezension

Nick Srnicek

Plattform-Kapitalismus

Aus dem Englischen von Ursula Schäfer. Hamburg, Hamburger Edition 2018

Der Kapitalismus ist in eine neue Ära eingetreten, schreibt Nick Srnicek. Seine Bestandsaufnahme dieses aktuellen Augenblicks in unserer Geschichte bietet allerdings aus zweierlei Gründen wenig Anlass zu Optimismus: Seiner Ansicht nach dauern zum einen seit den 1970er-Jahren schwelende Probleme an, zum anderen profitieren die Technologie-Firmen, deren Aktivität die neue Ära bestimmt, immer noch von anderen Branchen, die Wertschöpfung betreiben, und versuchen zugleich, jegliche Privatheit aufzuheben. Der Plattform-Kapitalismus erscheint damit nicht geeignet, den Kapitalismus nachhaltig zu erneuern und zukunftsfest zu machen.
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 Standpunkt

Warum es Zeit für ein bedingungsloses Grundeinkommen ist! Die Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert ein Umdenken

Künstliche Intelligenz und kluge Maschinen bieten für Thomas Straubhaar die historische Chance, Beschäftigungsverhältnisse neu zu organisieren. Um das durch den digitalen Wandel mehr denn je herausgeforderte Sozialsystem zukunftsfähig zu machen, fordert er ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Finanziert werden soll es durch eine radikale Steuerreform, die sich nicht länger auf menschliche Arbeit, sondern auf die gesamte Wertschöpfung der Unternehmen stützt. Der Autor erörtert die Vorzüge eines solchen Umbaus wie die Befreiung des Menschen von unwürdiger Arbeit und die Ermächtigung zu selbstbestimmtem Handeln.
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