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 Erfahrungsbericht

Sophienterrasse 1a: Das frühere Kreiswehrersatzamt in Hamburg-Harvestehude dient als Folgeunterkunft für rund 190 Flüchtlinge. Foto: Sabine SteppatSophienterrasse 1a: Das frühere Kreiswehrersatzamt in Hamburg-Harvestehude dient als Folgeunterkunft für rund 190 Flüchtlinge. Foto: Sabine Steppat

Starthilfe in den deutschen Alltag
Die Hamburger Flüchtlingshilfe Harvestehude e. V. stellt sich vor

Als im Sommer 2015 eine große Anzahl an Flüchtlingen nach Deutschland kam, existierte die Flüchtlingshilfe Harvestehude e. V. schon ein halbes Jahr, denn Hendrikje Blandow-Schlegel (1. Vorsitzende) und Heidrun Petersen-Römer (2. Vorsitzende) gründeten bereits im Herbst 2014 einen Verein zur Unterstützung von Geflüchteten und Vertriebenen im Stadtgebiet von Hamburg. Mittlerweile umfasst dieser 249 Mitglieder, ist als gemeinnützig anerkannt und in Förderprojekten der Bürgerstiftung Hamburg sowie der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) etabliert.

Der Verein verfolgt das Ziel, Geflüchtete so nachhaltig wie möglich darin zu unterstützen, dass sie in Hamburg eine neue Heimat finden. Der politische Anlass der Vereinsgründung war das bezirkliche Vorhaben, das ehemalige Hendrikje Blandow-Schlegel. Erste Vorsitzende des Vereins Flüchtlingshilfe Harvestehude e. V.Hendrikje Blandow-Schlegel. Erste Vorsitzende des Vereins Flüchtlingshilfe Harvestehude e. V.Kreiswehrersatzamt in der Sophienterrasse 1a in eine Folgeunterkunft für Geflüchtete umzubauen. Gleichermaßen galt es, die für den inneren Frieden einer Gesellschaft so notwendige Willkommenskultur, für die Hamburg insbesondere in den Folgemonaten internationale Anerkennung erhalten sollte, ebenfalls in die gut situierte Wohngegend Hamburg-Harvestehude zu übernehmen, sodass die Vereinsgründung auch einen kulturell-wertebasierten Anlass hatte. Dass aus der anfänglichen Willkommenskultur inzwischen eine nachhaltige Integrationskultur am Standort Sophienterrasse und darüber hinaus gewachsen ist, ist insbesondere den vielen aufgeschlossenen Bürger*innen, Initiativen und Organisationen Hamburgs zu verdanken, mit denen der Verein eng kooperiert.


Vereinsstruktur, Arbeitsweisen und Selbstverständnis des Vereins

Wir sind zurzeit in 19 Arbeitsgemeinschaften (AG) organisiert, die jeweils von einer Doppelspitze geleitet werden, hierzu zählen: Kinderbetreuung, Kinderclub, Schulkinderclub & Nachhilfe, Kleiderkammer & Spenden, Beruf & Beratung, Sprache, Teestube, Fahrradwerkstatt, Häkelbüddelclub, Öffentlichkeitsarbeit, Software & IT, Garten, Theater, Freizeit, Interkulturelles Leben, Paten, Sport, Übersetzungen und Freizeit. In der Summe werden so rund 450 bis 500 ehrenamtliche Wochenarbeitsstunden geleistet. In regelmäßigen Abständen treffen sich die AG-Leitungen gemeinsam mit dem Vorstand des Vereins, um sich über wesentliche Neuerungen in der täglichen Arbeit auszutauschen, neue Projekte zu planen und aus Fehlern zu lernen. Auf Vereinsvollversammlungen für Nachbar*innen, Interessierte und Engagierte wird die Öffentlichkeit über neueste Entwicklungen und die Möglichkeiten zur Unterstützung informiert.

Die Ebene der Arbeitsgemeinschaften ist insofern von großer Bedeutung als hier die Passgenauigkeit der Angebote für die Teilnehmer*innen besprochen wird, denn durch Ein- und Auszüge verändern sich fortwährend auch Bedarfe und Zielgruppen. So greifen erprobte Methoden der Informationsverbreitung nicht mehr wie gewohnt, wenn zum Beispiel Bewohner*innen, die aus einer Erstaufnahme neu zuziehen, wesentlich schlechter Deutsch sprechen als jene, die schon länger in der Sophienterrasse leben. Die Neuankömmlinge können Informationen, die durch Aushänge vermittelt werden, nicht immer verstehen. Insgesamt gilt, dass wir versuchen, unsere Angebote individuell auf die Bewohner*innen auszurichten und ihnen mit Themen, die sie gerade beschäftigen, helfend zur Seite zu stehen. Daher ist es uns wichtig, dass sich unter den Geflüchteten eine gute und nachhaltige Wohnkultur etabliert, sodass insbesondere neu zugezogene Kinder schnell eingebunden werden und sich insgesamt eine Dynamik entwickelt, in der sich alle unter den gegebenen und zugegebenermaßen beengten Wohnverhältnissen wohlfühlen können.

Gleichzeitig wollen wir eine niedrigschwellige Angebotsstruktur vorhalten, die mit geringem Organisationsaufwand viele Menschen erreicht. Bei uns sind alle willkommen, die freiwillig an Angeboten teilnehmen möchten. Jede/r wird im Hinblick auf ihre/seine kulturelle Identität ernst genommen, nicht bevormundet oder belehrt. Bei uns stehen Begegnungen im Vordergrund, die auf Vertrauen fußen und die zum Ausdruck bringen, dass es der Wunsch aller Beteiligten ist, gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen. Um herauszufinden, ob Angebote passen und an welchen Stellen eventuell Vorbehalte gegenüber der Inanspruchnahme des Angebotes bestehen könnten, gilt es, das richtige Feingefühl zu entwickeln.

Die besondere Schwierigkeit besteht dann darin, trotz sprachlicher Barrieren solche Vorbehalte zu erkennen und gegebenenfalls mit geeigneten Mitteln abzubauen. Zugleich müssen wir aber auch anerkennen, dass manche Ideen und Angebotskonzepte ihr Ziel verfehlen, weil sie vielleicht zu überengagiert sind oder der Organisationsaufwand zu hoch ist, um sie nachhaltig verfolgen zu können.

Erfolgreiche Angebote sind solche, die gerne und selbstverständlich in Anspruch genommen werden und allen Beteiligten das Gefühl vermitteln, eine gute, vertrauensvolle Zeit miteinander zu verbringen. Deshalb überdenken wir innerhalb der Teams unsere Erwartungshaltungen sowohl hinsichtlich gelingender Integration als auch gegenüber den Geflüchteten und fragen uns, wie sie ihren Teil zur Erreichung des gemeinsamen Ziels beitragen können. Persönliche Enttäuschungen lassen sich mitunter nicht vermeiden, da die Vorstellungen zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten vor dem Hintergrund dessen, was eigentlich mit Integration genau gemeint ist, divergieren.

So kann es vorkommen, dass Geflüchtete den Wunsch zum Ausdruck bringen, als gleichberechtigtes Mitglied unserer demokratischen Gesellschaft anerkannt zu werden, aber nicht die notwendige Unterstützung durch die Aufnahmegesellschaft, mitunter auch durch das Ehrenamt, erfahren. Dann entwickelt sich zum Teil das Gefühl, ausgegrenzt und abgelehnt zu sein. Diese Erfahrungen stehen häufig im Zusammenhang mit Behörden und Verwaltungen. Viele, nicht immer verständliche Dokumente, Fristen und Versäumnisse, wechselnde Ansprechpartner*innen und Zuständigkeiten erschweren den Weg, das neue Leben in Deutschland formal zu regeln. Umgekehrt gibt es Situationen, in denen das Ehrenamt bestimmte Erwartungen hegt, welche Schritte der Integration in welchem Tempo zu welchem Zeitpunkt durch die Geflüchteten unternommen werden müssten, um hier richtig anzukommen. Diese widersprechen womöglich den Vorstellungen der Geflüchteten.

Manchmal sind die individuellen Voraussetzungen, um bestimmte Schritte der Integration gehen zu können, aufgrund der Fluchterfahrungen gar nicht gegeben. Dann gilt es, Ruhe zu bewahren, Geduld aufzubringen und professionellen Abstand zu wahren. Die Gemengelage an Hoffnungen, Erwartungen, Wünschen und Enttäuschungen ist auf allen Seiten komplex. Sprachbarrieren verhindern einen differenzierten Austausch, sie veranlassen uns aber wiederum auch zu mehr Bedacht.

Diese Herausforderungen in der täglichen ehrenamtlichen Arbeit führen uns vor Augen, dass wir in einer verregelten, verrechtlichten und ausdifferenzierten Gesellschaft leben, die sich mit Zeitmanagement, Eigenverantwortlichkeit und Leistungsbereitschaft beschreiben lässt. Es stellt sich also auch die Frage, inwiefern wir mitunter etwas von den neuen Eindrücken des starken familiären Zusammenhaltes der Geflüchteten, der Ruhe und Besonnenheit in der Lösung bürokratischer Probleme und der Herzlichkeit der neuen Bewohner*innen lernen können.

Ein vorläufiges Fazit lautet also, dass die Integration von Geflüchteten eine womöglich jahrzehntelange gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein wird, für die beide Seiten – die der Geflüchteten und die der Aufnahmegesellschaft – aufeinander zugehen müssen. Was das im Einzelnen bedeuten kann, sei nachfolgend beispielhaft beschrieben.


Die Unterkunft Sophienterrasse 1a

Die Hauptwirkungsstätte des ehrenamtlichen Engagements unseres Vereins ist die Wohnunterkunft Sophienterrasse 1a. Das ehemalige Kreiswehrersatzamt wurde im Februar 2016 bezogen und ist eine der hamburgweit rund 120 Folgeunterkünfte für Geflüchtete (Stand: September 2017), die von fördern & wohnen AöR, ein Tochterunternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg, betrieben werden. In der Sophienterrasse leben rund 190 Menschen, die vorwiegend aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran und Eritrea kommen. Alle Bewohner*innen haben eine gute Bleibeperspektive. Etwa die Hälfte sind Kinder. Deswegen halten wir ein umfangreiches Angebot für Familien und Kinder vor.

Unser Ziel ist es, die Eltern hinsichtlich der notwendigen Betreuung zu unterstützen, ihnen Freiräume zu gewähren, um administrative Aufgaben im Zuge des Asylverfahrens regeln zu können, und natürlich für sprachlichen Input zu sorgen, damit insbesondere die Kinder schnell mit ihren deutschen Altersgenoss*innen der umliegenden Schulen und Kindergärten gleichziehen können.

Alleinreisende werden vorwiegend in der Teestube und der AG für Interkulturelles Leben angesprochen. Auch bei dieser Personengruppe steht die Sprachförderung im Vordergrund.

Ein hilfreiches Kommunikationsinstrument stellen WhatsApp-Gruppen dar, die alle Aushänge am Schwarzen Brett in den Schatten stellen. Über sie werden kurzfristige Informationen gestreut, Einladungen zu den nächsten Veranstaltungen ausgesprochen, Verabredungen getroffen und Treffpunkte bekanntgegeben.

Das wichtigste Merkmal einer gut funktionierenden Beziehung zwischen Geflüchteten und Ehrenamtlichen ist Vertrauen. Daher plant die AG Freizeit gemeinsame Unternehmungen, die das gegenseitige Kennenlernen erleichtern. Diese tragen sicher auch dazu bei, dass die Arbeit am Standort durch gegenseitigen Respekt und Hilfsbereitschaft zwischen Geflüchteten und Ehrenamtlichen geprägt ist. Ein herzliches Miteinander prägt den Alltag. Bewohner*innen, die die Unterkunft verlassen und in privaten Wohnraum umziehen, werden herzlich verabschiedet, Neuankömmlinge willkommen geheißen und mit den wichtigsten Angeboten vertraut gemacht. Der große Garten, der gemeinsam von Bewohner*innen und Ehrenamtlichen gepflegt wird und zu Erntezeiten frisches Obst und Gemüse liefert, lädt in Sommerzeiten zum Basteln, Picknicken und Spielen ein.

Im Garten der Flüchtlingsunterkunft Sophienterrasse 1a werden gemeinsam Obst und Gemüse gezogen. Foto: Sabine SteppatIm Garten der Flüchtlingsunterkunft Sophienterrasse 1a werden gemeinsam Obst und Gemüse gezogen. Foto: Sabine Steppat

 

Einblicke in die Tätigkeiten der Arbeitsgemeinschaften

Die Fahrradwerkstatt regt zur Mithilfe an und bietet ein Betätigungsfeld in vertrauter Umgebung, das von vielen Bewohner*innen dankbar angenommen wird. Gemeinsam zu handwerken und Fahrräder für Ausflüge fahrtauglich zu machen, ist für alle eine sinnstiftende Aufgabe. Dabei werden, trotz aller Unterschiede, die Gemeinsamkeiten besonders deutlich, Sprache und Ausdrucksvermögen sind in diesem Kontext zweitrangig. Auffällig ist, dass geflüchtete Frauen nur selten Fahrrad fahren. Daher bieten wir gelegentlich Fahrschulen auf Rädern mit tiefem Einstieg an, sodass auch Frauen in langen Röcken an Mobilität dazugewinnen können. Erfreulich ist, dass das Fahrradfahren unter Kindern sehr beliebt und das Rad als Vehikel für die individuelle Mobilität sehr gefragt ist.

Während in der Fahrradwerkstatt vorwiegend Männer mitarbeiten, treffen sich die Frauen im Häkelbüddelclub zum gemeinsamen Handarbeiten. Die nonverbalen Fähigkeiten stehen in dieser Arbeitsgruppe im Vordergrund, sodass das Angebot als niederschwellig bezeichnet werden kann und vermutlich gerade deshalb so erfolgreich ist. Es verbindet Frauen unterschiedlichster Nationalitäten schon seit vielen Monaten. Die alte Regel Von der Hand in den Kopf gilt auch hier, wenn beim gemeinsamen Häkeln zum Beispiel Vokabeln gelernt werden. Wir sind dankbar, dass uns die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Johannis Harvestehude ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

Die Teestube öffnet unter der Woche täglich ihre Türen, immer donnerstags werden insbesondere Frauen in der Frauen-Teestube angesprochen, in der gemeinsam Spiele gespielt, Neuigkeiten ausgetauscht und natürlich Tee sowie Kekse konsumiert werden. Zwei bis drei Ehrenamtliche begleiten das Angebot und es besteht ausreichend Raum auch für Einzelgespräche. Die Teestube stellt den Dreh- und Angelpunkt aller Informationsverbreitung in der Unterkunft dar. Hier werden neue Angebote bekanntgegeben, Einladungen zu Veranstaltungen ausgesprochen, Formulare ausgefüllt, besondere Hilfs- und Spendenangebote weitergegeben und Hausaufgaben erledigt.

Die grundsätzlich vom Unterkunfts- und Sozialmanagement als programm- und kinderfreie Zone konzipierte Teestube gewinnt eine charmante Dynamik, wenn zu den regelmäßig stattfindenden Willkommenstreffen alle neuen Bewohner*innen gezielt eingeladen werden und natürlich auch ihre Kinder mitbringen dürfen. Diejenigen, die das Haus schon länger kennen, bereichern diese Treffen, indem sie die Neuankömmlinge in die Gepflogenheiten des Hauses einweihen und wichtige Informationen übersetzen können. Wünschenswert wäre es, wenn zukünftig auch Bewohner*innen, die die Unterkunft bereits verlassen haben, weiterhin das Angebot der Teestube nutzen dürften und so der Kontakt zu Menschen gehalten werden könnte, zu denen sich im Laufe der Zeit ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat.

Denn es fällt auf, dass das Leben in einer öffentlich-rechtlichen Unterbringung einem Probelauf mit Netz und doppeltem Boden gleicht. Während in der Unterkunft noch zu regelmäßigen Sprechzeiten Sozialpädagog*innen, Verwaltungskräfte oder Ehrenamtliche für Beratungen bei Problemen etwa mit dem Jobcenter, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder der Schule als Vertrauenspersonen zur Verfügung stehen, sind die Menschen nach Auszug aus der Unterkunft zunächst auf sich allein gestellt. Zwar begleiten unsere vielen Paten die Menschen oft auch weiterhin, aber insgesamt gibt es weit weniger Paten als Geflüchtete und der neue Wohnort, teilweise in den Randbezirken der Stadt, erschwert zusätzlich die Aufrechterhaltung der Patenschaft. So gesehen besteht eine Lücke im System zwischen öffentlich-rechtlicher Unterbringung und dem Leben im privaten Wohnraum. Alle Bemühungen müssen daher dahingehend intensiviert werden, die Geflüchteten in ihrem neuen Wohnbezirk mit den sozialen Trägern, mit Sportvereinen und Begegnungscafés und der neuen Nachbarschaft bekanntzumachen.

Parallel zur AG Teestube bieten die Mitglieder der Gruppe Kinderbetreuung ihre Dienste an. Dahinter steht die Idee, dass auch Eltern in Ruhe das Angebot der Teestube nutzen und im geschützten Raum ihre Formalitäten erledigen können, während ihre Kinder betreut werden. Sogar Kleinstkinder spielen hier in ruhiger Atmosphäre, lernen deutsch, puzzlen oder bauen mit Holzklötzen. Anders als erwartet, spielt erzieherischer Input durch Ehrenamtliche eine große Rolle, denn hauen als Mittel der Konfliktlösung wird vonseiten der Eltern nicht immer konsequent sanktioniert.

Um das Zusammenleben in Kindergarten und Schule nicht zu sehr auf die Probe zu stellen, gelten unsere Bemühungen folglich auch der Selbstkompetenz und Vorbildfunktion der Eltern. Wünschenswert wäre daher, das Konzept der Kinderbetreuung dahingehend zu überdenken, dass Eltern, die nicht in der Teestube Formales zu erledigen haben, in die Betreuung mit eingebunden werden. Viele Kinder von geflüchteten Eltern genießen große Freiheiten in unbeaufsichtigten Spielphasen, anders als dies bei mitunter überbehüteten Hamburger Kindern der Fall ist.

Der oben zitierte gegenseitige Lerneffekt zwischen Geflüchteten und Aufnahmegesellschaft könnte in Bezug auf das Konzept der Kinderbetreuung dann ein Schritt in die richtige Richtung sein, wenn geflüchtete Eltern eingeladen werden, Verantwortung in der Betreuung ihrer Kinder zu übernehmen, indem sie zum Beispiel zu Turnvereinen oder Klassenkameraden begleiten. Zugleich könnten die ehrenamtlichen Begleiter*innen neue Impulse für intuitive, freiheitliche Erziehungsmethoden mitnehmen.

Zweimal in der Woche halten Ehrenamtliche in der Unterkunft Sophienterrasse ein Musik- bzw. Bastelangebot für Kinder ab sechs Jahren vor, um zwar einerseits etwas Gemeinsames zu unternehmen, andererseits aber auch individuelle Leistungen zu erbringen, die das Selbstbewusstsein der Kinder stärken. Erlernte Lieder werden auf Feiern und Kulturfesten vorgetragen oder auf CDs eingespielt, Bastelarbeiten, etwa zum Laternenfest, in der Teestube den Eltern präsentiert. Beide Angebote dienen der Förderung von Ausdauer, Fingerfertigkeit und musischer Kompetenz.

Wünschenswert wäre eine bessere Durchmischung der Gruppen von Kindern aus der Unterkunft mit eigenen Kindern der Ehrenamtlichen oder aus dem erweiterten Freundeskreis der Kinder der Bewohner*innen, etwa deutschen Schulfreund*innen oder Kontakten aus dem Kindergarten. Der Betreiber fördern & wohnen problematisiert jedoch die Einbindung von eigenen Kindern aus Haftungsgründen, was sich uns nicht erschließt. Integration kann aus unserer Sicht erst dort richtig zum Tragen kommen, wo eine Durchmischung der Gruppen stattfindet und eine Unterscheidung der Kinder in diese und jene obsolet wird. Der Betreiber bleibt damit hinter seinen integrationspolitischen Möglichkeiten zurück, weshalb unser Bemühen darauf ausgerichtet ist, viele Angebote auch außerhalb der Unterkunft stattfinden zu lassen.

Raum für Kinder. Foto: Sabine SteppatRaum für Kinder. Foto: Sabine Steppat

Gerade sportliche Angebote, insbesondere in Vereinen, stellen eine verlässliche Brücke in unsere Gesellschaft dar. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit richtet sich daher auf Kooperationen mit den vielen verschiedenen Sportvereinen der Stadt und auf Angebote, die ohne große bürokratische Hürden offen für Neueinsteiger sind. Dabei kommen Kinder und Erwachsene unterschiedlichster Herkunft miteinander in Kontakt und genießen den Vorteil der Verfügbarkeit des Angebotes auch nach Auszug aus der Unterkunft. Gerade die Integration in den Stadtteil ist ein erklärtes Ziel sowohl des Betreibers als auch der Flüchtlingshilfe Harvestehude e. V. Da jedoch die meisten Bewohner*innen nach dem Umzug nicht in Harvestehude bleiben, sind solche Kontakte und Adressen wertvoll, die auch vom neuen Wohnort aus gut erreichbar sind.

Schon vor dem Bezug der Sophienterrasse hatte die Flüchtlingshilfe Harvestehude e. V. ein umfangreiches Sprachkursangebot aufgebaut. Unterrichtet wird in Zweierteams auf allen Sprachniveaus: von der Alphabetisierung bis hin zum Niveau B2. Unsere Kurse können von allen Bewohner*innen kostenlos und ohne Berechtigungsschein besucht werden. Unterrichtet wird zurzeit an sieben verschiedenen Standorten in Hamburg. Die BASFI fördert die Arbeitsgemeinschaft Sprachen im Jahr 2018 mit 30.000 €.

Als kleiner Exkurs sei das sogenannte vereinfachte Vergabeverfahren der Behörde erwähnt. Es besteht nur noch aus 25 Seiten Kleingedrucktem und einem Anhang an Formalitäten, dem sich glücklicherweise der Schatzmeister des Vereins, ein Betriebswirtschaftler, widmet. Dennoch sind wir selbstverständlich dankbar für die Förderung und sicher, das Geld gut zu investieren. Jedoch gleicht die Buchhaltung des Vereins der eines mittelständischen Unternehmens.

Um das richtige Kursniveau neuer Lernender zu ermitteln, bieten wir eine Sprachstandserhebung an. Dabei wird dann manchmal deutlich, dass Schüler*innen auch in ihrer Landessprache nicht alphabetisiert sind. Einen Stift richtig zu halten und gleichmäßig kreisende Linien aufs Papier zu bringen, sind folglich die ersten grundlegenden Übungen. Andere Lernende wiederum bereiten sich auf ihre Hochschulzugangsberechtigung vor, auch hierfür bieten wir Kurse an.

Eine weitere große Arbeitsgemeinschaft ist die der Paten. Über 300 Paten konnten inzwischen an Geflüchtete, nicht nur aus der Unterkunft Sophienterrasse, vermittelt werden. Auch diese AG wird finanziell gefördert: Die Bürgerstiftung Hamburg hat uns für gemeinsame Ausflüge Spesen, Transferkosten, Raummieten, projektbezogene Materialien, Dolmetscher und Fortbildungen Mittel zur Verfügung gestellt. Auch dafür sind wir sehr dankbar.

Die Patenschaften sind sehr unterschiedlich ausgeprägt, ihre Ziele divergieren erheblich und können alle Aspekte des Ankommens in unserer Gesellschaft berühren. Sie reichen von gemeinsamen Kochevents über Nachhilfe, Hilfe bei der Erledigung von Formalitäten, der Wohnungssuche oder bei Schwierigkeiten in Schule und Kindergarten. Die Beziehung beruht auf Freiwilligkeit, sie funktioniert nur, wenn beide Seiten sie wollen und verläuft nicht immer reibungslos. Dies hat in erster Linie mit den Erwartungen an die Beziehung zu tun.

Wie ist es zum Beispiel um die Pünktlichkeit der Geflüchteten bestellt? Sind alle wichtigen Papiere ordentlich abgeheftet, sodass sich damit arbeiten lässt? Aber auch: Warum kann mir mein Pate weder zu einer Wohnung noch zu einem Job verhelfen? Warum leiht er/sie mir nicht das Geld für die Kaution einer Mietwohnung? Offenheit, im Zweifel die Zuhilfenahme von Sprachmittlern und die Rücksprache mit der AG Leitung können helfen, bestehende Missverständnisse rechtzeitig zu erkennen und auszuräumen. Eine Patenschaft ist dann erfolgreich, wenn sich beide Seiten über die gegenseitigen Erwartungen im Klaren sind.

Die Berufsberatung des Vereins kann von Geflüchteten aus dem gesamten Stadtgebiet in Anspruch genommen werden. Zunächst gilt es, sich einen Überblick über die formalen und informalen Kompetenzen der Geflüchteten zu verschaffen, sodann einen Lebenslauf zu erstellen sowie einen Praktikumsplatz zu suchen. Die Betreffenden werden während des Beratungsgesprächs idealerweise von einem Paten oder Sprachmittler begleitet. Kopfzerbrechen entsteht, wenn Flüchtlinge einen Berufsabschluss in einem auf deutsche Verhältnisse nur schlecht übertragbaren Beruf mitbringen. Syrische Juristen oder Buchhalter aus Afghanistan müssen zumeist den langen Weg von Zusatzqualifikationen oder Umschulungen gehen, um hier beruflich Fuß fassen zu können – für Automechaniker oder Lageristen ist es hingegen einfacher.

Die Beratung zielt darauf ab, möglichst viele der bereits im Heimatland erworbenen Kompetenzen auch hier nutzbar zu machen, darüber hinaus neue Wege der beruflichen Selbstverwirklichung aufzuzeigen und die vielfältigen Möglichkeiten der beruflichen Integration von Geflüchteten individuell auszuloten. Dass hierfür auch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, ist obligatorischer Teil des Beratungsangebotes, denn natürlich möchte ein Geflüchteter, der sowohl einen Hochschulabschluss als auch eine Berufsausbildung mitbringt, in Deutschland nicht von vorne beginnen, obwohl das manchmal unumgänglich ist.

Um den ehrenamtlichen Anliegen der Freiwilligen des Vereins, aber auch dem Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe Hamburg insgesamt Nachdruck zu verschaffen, engagiert sich ein Kreis der Mitglieder auch auf politischer Ebene – im Rahmen des Bündnisses Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI) und dort insbesondere bezogen auf die Fragen zu Standards der Unterbringung sowie Fragen des Zusammenspiels von Haupt- und Ehrenamt.

Resümierend kann festgehalten werden, dass die Vertreter*innen des öffentlichen Unternehmens fördern & wohnen, der Behörden und der Flüchtlingsinitiativen, also Haupt- und Ehrenamtliche, auf Augenhöhe kooperieren. Gleichwohl muss festgehalten werden, dass der Betreibervertrag zwischen der Stadt Hamburg und fördern & wohnen dem Ehrenamt keine strukturelle Rolle zuweist. Zwar existieren Richtlinien, an denen sich die Freiwilligenkoordination in den verschiedenen Einrichtungen orientieren kann, die tatsächliche Ausgestaltung bleibt jedoch Teil des Ermessensspielraums des jeweiligen Unterkunfts- und Sozialmanagements einer Einrichtung.

Ob zum Beispiel Gemeinschaftsräume für Angebote und für Geflüchtete zur Verfügung gestellt werden, ob Bewohnerräte etabliert werden oder auch die einfache Frage, wie viele Freiwillige ein Angebot begleiten müssen, sind von Unterkunft zu Unterkunft verschieden. Daher wünschen wir uns für die Zukunft eine flexible Standardisierung und eine damit verbundene rechtliche Absicherung der Mitarbeiter*innen, was die integrative ehrenamtliche Arbeit verbessern würde.

Denn auch wenn wir uns für alle Geflüchteten freuen, die privaten Wohnraum finden, so ist doch das Zeitfenster von rund anderthalb Jahren, die sie im Durchschnitt in einer Folgeunterkunft verbringen, für die tatsächliche Integration sehr kurz. Sie muss daher optimal genutzt werden. Hier sehen wir dringenden Verbesserungsbedarf im Hinblick auf die Stärkung des Ehrenamtes, das ja die eigentliche Integrationsarbeit vor Ort leistet – zumal der Betreiber überraschenderweise selbst gar keinen Integrationsauftrag hat.

Die anfänglichen Proteste der Nachbarschaft gegen die Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft in der Sophienterrasse sind knapp zwei Jahre nach deren Bezug verstummt. Der Kölner Stadtsoziologe Jürgen Friedrichs und sein Team haben die Einstellungen der Anwohner*innen zu Flüchtlingen allgemein und dem Flüchtlingsheim insbesondere durch eine Befragung ermittelt. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Ressentiments in der Nachbarschaft gegenüber den neuen Bewohner*innen vernachlässigenswert gering sind. Wenn Befragte den Standort für ungeeignet halten, dann vor allem deswegen, weil das Viertel keine angemessenen Einkaufsmöglichkeiten bietet.

Grundsätzlich wird in Politikwissenschaft und Soziologie zwischen struktureller und soziokultureller Integration unterschieden. Während erstere darauf abzielt, die Teilhabe insbesondere in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Bildung zu ermöglichen, geht es bei der soziokulturellen Integration vorwiegend um „Kontakte, persönliche Beziehungen zu Angehörigen der aufnehmenden Gesellschaft sowie die Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben“1. Insgesamt jedoch steht die Forschung zu der Frage der Möglichkeiten gelingender Integration von Menschen mit Fluchthintergrund noch am Anfang, vor allem fehlen häufig die Perspektiven der Geflüchteten selbst.

Im Hinblick auf strukturelle Integrationsleistungen hat die Stadt Hamburg im Rahmen des Integrationskonzeptes 2017 die entsprechenden Kennzahlen nach oben angepasst. So wird unter anderem eine Steigerung der Teilnahme am Erwerbsleben für Menschen mit Migrationshintergrund auf über 65 Prozent im Jahr 2018 angestrebt. Dieses quantitative Ziel lässt außer Acht, dass eine Mehrzahl der Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Niedriglohnsektor arbeitet und die Aufnahme von Erwerbsarbeit für Flüchtlinge hierzulande häufig mit einem Qualifikationsverlust einhergeht. Auch die interkulturelle Öffnung der Verwaltung gilt als eine der zentralen Handlungsstrategien der Stadt, wie es im Integrationskonzept formuliert ist. Allerdings lässt die messbare Teilhabe – also die Steuerung über Indikatoren und Zielwerte – generell qualitative Elemente gelingender Integration vermissen. Diese Lücke füllen die zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen der Flüchtlingshilfe in Hamburg, wie auch unser Verein. Er ist genau so stark, wie seine Mitglieder und Unterstützer*innen bereit sind, Kraft, Zeit und Herzblut in die Arbeit mit den Geflüchteten zu investieren.

In Kürze werden wir einen eigenen Vereinssitz beziehen. Der neue Standort ist von der Sophienterrasse aus gut zu erreichen. Davon erhoffen wir uns eine größere Flexibilität, Kreativität und Spontaneität in Bezug auf die Ausgestaltung von Angeboten. Wir möchten uns stärker hamburgweit aufstellen und das Potenzial ehrenamtlichen Engagements über Harvestehude hinaus auch in anderen Stadtteilen sichtbar machen. Wir möchten in die so wichtigen soziokulturellen Strukturen gelingender Integrationspolitik investieren, auf der Basis von Vertrauen die informellen Kompetenzen der Geflüchteten stärken sowie die Möglichkeiten der Inanspruchnahme und die Wirksamkeit grundlegender Strukturen verbessern. Eine Fortsetzung bestehender Kooperationen mit Vereinen, Initiativen und Gemeinden der Stadt, eine Öffnung der Angebote auch für Bewohner*innen anderer Einrichtungen, eine bessere Durchmischung der Angebote mit Menschen aus den verschiedenen Kontexten sowie gemeinsam mit Geflüchteten organisierte Veranstaltungen werden uns für die nächsten Jahre stärken.


1Susanne Johansson
Was wir über Flüchtlinge (nicht) wissen.
Der wissenschaftliche Erkenntnisstand zur Lebenssituation von Flüchtlingen in Deutschland.
Eine Expertise im Auftrag der Robert Bosch Stiftung und des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration
Januar 2016, S. 6

Verfasst von:

Sonja Clasing

Erschienen am:

27. Oktober 2017

Befragung

Jürgen Friedrichs, Felix Leßke, Vera Schwarzenberg
Sozialräumliche Integration von Flüchtlingen. Das Beispiel Hamburg-Harvestehude
in: Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de, Integrationspolitik
67. Jahrgang, Heft 27-29/2017, 3. Juli 2017, S. 34-40

Wenn Politik und Verwaltung entsprechend agieren, kann es gelingen, Flüchtlinge in Wohngebieten unterzubringen, so lautet das Ergebnis einer empirischen Befragung, die das Autorentrio im Hamburger Stadtteil Harvestehude, einem Wohngebiet der oberen Mittel- und Oberschicht, durchgeführt hat. Anwohner haben anfänglich dagegen geklagt, dass im ehemaligen Kreiswehrersatzamt an der Sophienterrasse ein Flüchtlingsheim entsteht. Da die Kläger gewannen, mussten die Bauarbeiten zunächst unterbrochen wurden. Doch das Gericht schlug als Kompromiss die Reduktion der Plätze von 220 auf 190 vor. Dieser wurde angenommen, das Gebäude umgebaut und bezogen. Welche Einstellungen haben die Anwohner zu den Flüchtlingen? Die Kölner Forschergruppe fand heraus, dass die ursprünglichen Proteste nicht nur verebbt sind, sondern es sogar überwiegend positive Urteile zur Unterkunft gibt. Daraus schlussfolgern Friedrichs et al.: „Einrichtungen über 300 Flüchtlinge werden nicht akzeptiert. [...] Je größer die Einrichtung, desto schlechter lassen sich die Flüchtlinge integrieren und desto weniger kümmert man sich um sie. [...] Die schwierigsten Aufgaben sind nun, die Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen, sie weiter zu qualifizieren und Arbeitsplätze für sie zu finden. Diese Integration wird noch Jahre beanspruchen.“ (40)


Hinweis

Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.)
Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI)
Wir in Hamburg! Teilhabe, Interkulturelle Öffnung und Zusammenhalt. Hamburger Integrationskonzept 2017
September 2017

Mit dem Integrationskonzept 2017 schreibt die Hansestadt Hamburg im Wesentlichen das des Jahres 2013 fort. Eine der Neuerungen gegenüber dem Vorgängerkonzept, so die Sozialsenatorin im Vorwort, besteht in der Erstintegration der in Hamburg Schutz suchenden Menschen. Das Besondere am Hamburger Integrationskonzept sind, so heißt es weiter, die Zielwerte. „Indem wir festlegen, welche Ziele wir konkret erreichen wollen, machen wir Integrationserfolge messbar – oder wir erkennen, wo wir noch besser werden müssen. Integration ist kein Projekt, das heute beginnt und morgen abgeschlossen sein wird. Vielmehr ist der Prozess für die Menschen und die Gesamtgesellschaft eine fortwährende Aufgabe. Integration ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“.


Studie

Susanne Johansson
Was wir über Flüchtlinge (nicht) wissen. Der wissenschaftliche Erkenntnisstand zur Lebenssituation von Flüchtlingen in Deutschland
Eine Expertise im Auftrag der Robert Bosch Stiftung und des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration
Januar 2016

„Angesichts der größten Flüchtlingszuwanderung seit Ende des Zweiten Weltkriegs suchen Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft derzeit nach Antworten, wie das Aufnahme- und Versorgungssystem verbessert und eine frühzeitige gesellschaftliche Teilhabe der Schutzsuchenden effizient gestaltet werden kann, um Asylsuchenden mit hoher Bleibeperspektive eine langfristige gesellschaftliche Integration zu ermöglichen. Zur Gestaltung entsprechender Maßnahmen sind belastbare Erkenntnisse zur Lebenslage und zu Bedarfen der Flüchtlinge in Deutschland notwendig, insbesondere aus der Perspektive der Flüchtlinge selbst. Flüchtlinge sind bislang jedoch nur ein Randthema der sozialwissenschaftlichen Migrationsforschung.“ Mit dieser Expertise werden ein Überblick zum Stand der Forschung im Bereich der strukturellen und soziokulturellen Integration von Flüchtlingen vermittelt und Forschungsdesiderate in verschiedenen Themenfeldern aufgezeigt. „Sie wurde im Auftrag der Robert Bosch Stiftung und des SVR-Forschungsbereichs im Rahmen einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie zur Lebenslage von Flüchtlingen erstellt.“ (aus der Zusammenfassung)


zum Thema Integrationspolitik in Deutschland


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