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Einführung in den Themenschwerpunkt

Armut im Wohlstand
Was bedeutet soziale Ungleichheit für unsere Gesellschaft?

Die soziale Spaltung der Gesellschaft, die verbreiteten Abstiegsängste der Mittelschicht und die existierende wie drohende Armut einzelner Bevölkerungsgruppen sind Gegenstand aktueller öffentlicher Debatten und wissenschaftlicher Analysen, die wir mit diesem Themenschwerpunkt aufgreifen. Dabei sollen die verschiedenen Dimensionen von Armut und sozialer Ungleichheit beleuchtet sowie ihre Wechselwirkungen mit anderen gesellschaftlichen Herausforderungen beispielsweise durch die Digitalisierung der Arbeitswelt und den Populismus betrachtet werden.

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Standpunkt

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Pfadwechsel ins soziale Nirwana? Das bedingungslose Grundeinkommen als Irrweg der Wohlfahrtsstaatsentwicklung

Die utopische Idee, sämtliche Bürger vom Arbeitszwang zu befreien und Armut zu vermeiden, indem der Staat allen Gesellschaftsmitgliedern ein gleich hohes, ihre materielle Existenz auf einem Mindestniveau sicherndes Grundeinkommen zahlt, geht auf den englischen Staatsmann Thomas Morus zurück und, so räumt Christoph Butterwegge ein, klingt zunächst einmal faszinierend. Bei genauerem Hinsehen aber erweise sich das Bedingungslose Grundeinkommen als wenig zielführend und zutiefst ungerecht. Angezeigt sei vielmehr eine Reform, die den Sozialstaat zu einem inklusiven Sicherungssystem weiterentwickelt.

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Zahlen und Fakten

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Auch in Deutschland kein Einzelfall. Ursachen und Folgen von Kinderarmut

In Deutschland ist eine Vielzahl von Menschen, die jünger als 18 Jahre sind, auf Hartz IV-Leistungen angewiesen. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, die 2016 erschienen ist, waren 2015 rund 14,7 Prozent aller in Deutschland lebenden Kinder von Armut betroffen. Die Aufklärung darüber, welche Gründe es gibt und welche Folgen eine Kinderarmut für die Gesundheit von Minderjährigen haben kann, hat sich die Interessengemeinschaft Sozialrecht e. V. zur Aufgabe gemacht. Hingewiesen wird in diesem Überblick insbesondere auf das „vererbte“ Armutsrisiko, dem es politisch entgegenzuwirken gelte.

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Digirama

big data Foto wynpnt pixabay

Armut messen – aber wie? Zahlen, Daten, Fakten und ihre Interpretation

In welchem Ausmaß Deutschland von Armut betroffen ist, lässt sich nicht allein mit einer Kennziffer ausmachen – erhobene Daten sind interpretationsbedürftig und die Veröffentlichung von Armutszahlen ist vielfach Gegenstand strittiger Debatten, in denen Vorwürfe der Skandalisierung auf jene der Verharmlosung treffen. In dieser Zusammenschau werden daher unterschiedliche Daten, Berechnungen und Analysen vorgestellt, die insgesamt einen Eindruck von Armut, sozialer Ungleichheit und prekären Lebenslagen im Wohlstandsland Deutschland sowie den unterschiedlichen Positionen hierzu vermitteln sollen.

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Standpunkt

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Warum es Zeit für ein bedingungsloses Grundeinkommen ist! Die Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert ein Umdenken

Künstliche Intelligenz und kluge Maschinen bieten für Thomas Straubhaar die historische Chance, Beschäftigungsverhältnisse neu zu organisieren. Um das durch den digitalen Wandel mehr denn je herausgeforderte Sozialsystem zukunftsfähig zu machen, fordert er ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Finanziert werden soll es durch eine radikale Steuerreform, die sich nicht länger auf menschliche Arbeit, sondern auf die gesamte Wertschöpfung der Unternehmen stützt. Der Autor erörtert die Vorzüge eines solchen Umbaus wie die Befreiung des Menschen von unwürdiger Arbeit und die Ermächtigung zu selbstbestimmtem Handeln.

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Essay

reflection Foto aitoff pixabay

Armut – eine verdrängte gesellschaftliche Realität. Über ein Missverständnis mit fatalen Folgen

In der Diskussion über Fragen der Einkommensverteilung habe im Nachkriegsdeutschland der 1950er-Jahre die Annahme vorgeherrscht, dass „es einen Fahrstuhleffekt nach oben für alle gesellschaftlichen Gruppen gebe“, schreibt Franz Schultheis. Und bei der Einführung der Sozialhilfe sei der Gesetzgeber davon ausgegangen, dass Armut „nach einer gewissen Übergangszeit von selbst überflüssig sein würde“. In dieser bis in die1980er-Jahre dominierenden Vorstellung lag ein grundlegendes Missverständnis in der Wahrnehmung und im Umgang mit Armut, wie Schultheis in seinem Essay beleuchtet – mit fatalen Folgen bis in die Gegenwart.

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Essay

Fahrstuhl Foto Thea N. flickr Lizenz CC BY 2.0

Über die Angst vor dem Abstieg. Konsequenzen für die politische und gesellschaftliche Teilhabe

Lasse Eggert setzt sich mit den Diagnosen der jüngeren aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten und vorherrschenden Mediendiskursen auseinander, denen zufolge eine Zeit sozialer Unsicherheit und großer gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Umbrüche eingetreten ist. Der Wandel des Arbeitsmarktes im Kapitalismus, so die These, habe deutliche Prekarisierungstendenzen hervorgebracht, die wiederum Mechanismen der gesellschaftlichen Desintegration auslösen. Es habe sich eine diffuse Angst herausgebildet, mit riskanten Auswirkungen für unsere Demokratie.

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Analyse

Aktion gegen Kinderarmut2004 Foto Roadrunner Flickr LizenzCC BY ND 2.0

Von Kindesbeinen an. Im Teufelskreis der Armut

Der zum Ende der vergangenen Legislaturperiode vorgestellte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat bei den politisch Verantwortlichen zwar zu einem Nachdenken über die Eindämmung von Armut und sozialer Ungleichheit geführt. Doch von den seinerzeit von der SPD geforderten Maßnahmen zur Armutsbekämpfung ist im Koalitionsvertrag der neuen Regierung wenig geblieben, schreibt Annett Mängel. Sie zeigt in ihrer Analyse die Ursachen und Folgen von Armut auf und macht deutlich, dass, wer schon als Kind arm ist, kaum Chancen hat, im späteren Leben dem Teufelskreislauf der Armut zu entkommen.

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Analyse

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Einkommensentwicklung, Ungleichheit und Armut. Ergebnisse unterschiedlicher Datensätze

In der Ungleichheits- und Armutsdebatte würden zunehmend Zeitreihenbrüche unkritisch als tatsächliche Veränderungen dargestellt, schreibt Judith Niehues. Anhand unterschiedlicher Daten aus dem Mikrozensus, des SOEP und EU-SILC veranschaulicht sie, wie sich je nach verwendeter Quelle und Betrachtungszeitraum unterschiedliche Ergebnisse und Trends bei der Entwicklung von Einkommen und Vermögen abbilden lassen. So zeigt sich bei der Betrachtung des Zeitraums seit der Wiedervereinigung bis heute ein höheres Niveau an Einkommensungleichheit als beim Blick auf die Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts. Niehues plädiert für einen kritischen Umgang mit den Datensätzen und für Plausibilitätstests.

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Information

SGBII Foto sebibrux flickr LizenzCC BY NC 2.0

Hilfe zur Selbsthilfe. Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e. V. stellt sich vor

Im Januar 2017 wurde die Interessengemeinschaft Sozialrecht e. V. mit dem Ziel gegründet, Bürger*innen zu ermöglichen, ihre eigene soziale Situation und Perspektiven besser einschätzen zu können: Nur wer die bürokratischen Vorgänge und Abläufe sowie deren Zweck verstehe, könne effektiv an der eigenen Zukunft arbeiten. Deshalb werden über leicht verständliche Ratgeberportale verschiedene Gesetzestexte zugänglich gemacht und damit Transparenz und Aufklärung geschaffen, außerdem wird ein kostenloses Anwaltsverzeichnis mit empfehlenswerten Anwaltskanzleien im Bereich Sozialrecht angeboten.

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