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Aus der Annotierten Bibliografie

Rechtspopulismus: Ursachen, Strategien und Wirkungen
Ausgewählte Kurzrezensionen

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Wie lässt sich das Erstarken rechtspopulistischer Parteien und Bewegungen in Europa erklären? Wo liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern? Wer sind die Menschen, die sich von nationalistischem Gedankengut und rassistischen Parolen ansprechen lassen? Mit dieser Auswahlbibliografie geben wir einen Einblick in die jüngere Debatte zum Thema Rechtspopulismus. Neben allgemeineren und zum Teil ländervergleichenden Analysen zur Entwicklung des Rechtspopulismus in Europa werden einzelne Aspekte näher in den Blick genommen. Untersucht werden beispielsweise die rhetorischen Strategien, um nationalkonservative und fremdenfeindliche Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu machen. Nicht zuletzt durch die neuen Medien ist das politisch-kommunikative Klima geschaffen worden, in dem rechtes Gedankengut öffentlich laut vertreten wird. Eng mit dieser Entwicklung verknüpft sind die Frage nach der Rolle der weitreichenden Ökonomisierung der Gesellschaft im Zeichen des Neoliberalismus und die Versäumnisse der Politik. Auf breiter empirischer Basis wird beispielsweise die These der Modernisierungsverlierer untersucht. Diskutiert wird aber auch, inwieweit der Populismus per se nicht nur als defizitäres Phänomen, sondern als politisches Korrektiv zu sehen ist.

 

Phillip Becher

Rechtspopulismus

Köln: PapyRossa Verlag 2013 (Basis); 123 S.; 9,90 €; ISBN 978-3-89438-511-8
Mit diesem schmalen Band der Reihe Basiswissen gibt Philipp Becher einen Überblick über das Phänomen Rechtspopulismus. Dabei skizziert er zunächst verschiedene Forschungsansätze zum Thema. In Abgrenzung zu extremismustheoretischen Zugängen versteht Becher Rechtspopulismus als eine politische Bewegung, „die sich anschickt, eine ‚parlamentsfähige Massenbasis für administrativ‑autoritäre Politik’ im Spannungsfeld zwischen ‚Partei und Sammlungsbewegung’ herzustell...weiterlesen


Liane Bednarz / Christoph Giesa

Gefährliche Bürger. Die neue Rechte greift nach der Mitte

München: Carl Hanser Verlag 2015; 255 S.; brosch., 17,90 €; ISBN 978-3-446-44461-4
Ein populistischer Nationalismus ist allerorten in Europa anzutreffen, auch in Deutschland. Dort wird rechtes Gedankengut nicht mehr heimlich und leise, sondern öffentlich und offensiv vertreten, etwa durch die PEGIDA‑Bewegung oder durch die seit dem politischen Umbruch offen rechtspopulistische bis rechtsradikale Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). „Wer sind diese Menschen, deren Parolen und Überzeugungen in den gesellschaftlichen Diskurs eingesickert sind? Wie ticken ...weiterlesen


Joachim Bischoff / Elisabeth Gauthier / Bernhard Müller

Europas Rechte. Das Konzept des "modernisierten" Rechtspopulismus. Eine Flugschrift

Hamburg: VSA 2015; 131 S.; 9,- €; ISBN 978-3-89965-663-3
National ausgerichtete rechtspopulistische Parteien können in Europa nicht mehr „als nationale Besonderheit oder vorübergehendes Protest‑ oder Randphänomen verniedlicht werden“ (6), halten Joachim Bischoff, Elisabeth Gauthier und Bernhard Müller gleich zu Beginn ihrer Flugschrift fest. Den Rechtstrend belegen neben den Ergebnissen der Europawahlen auch die nationalen Wahlen der europäischen Staaten sowie aktuelle Meinungsumfragen. Das Autorenteam sieht diese Entwicklungen zwar ...weiterlesen


Frank Decker / Bernd Henningsen / Kjetil Jakobsen (Hrsg.)

Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa. Die Herausforderung der Zivilgesellschaft durch alte Ideologien und neue Medien

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2015 (International Studies on Populism 2); 414 S.; brosch., 79,- €; ISBN 978-3-8487-1206-9
Die Wahlergebnisse rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Parteien in Europa zeigen: Menschenverachtende, eliten‑ und europafeindliche Parteien sind kein Minderheitenphänomen mehr, sondern sprechen breite gesellschaftliche Schichten an und haben in einigen Ländern längst die Regierungsfähigkeit erreicht. In dem Sammelband sind wesentliche Themen und Standpunkte einer Tagung zusammengefasst, die vor diesem Hintergrund im April 2013 in Rostock stattfand und vom Nordeuropa‑Institut der ...weiterlesen


Alexander Hensel / Roland Hiemann / Daniela Kallinich / Robert Lorenz / Robert Mueller-Stahl / Katharina Rahlf (Hrsg.)

Parteien, Protest und Populismus

Stuttgart: ibidem-Verlag 2015 (Jahrbuch des Göttinger Instituts für Demokratieforschung 2014); 511 S.; 39,90 €; ISBN 978-3-8382-0776-6
Das Göttinger Institut für Demokratieforschung legt mit dieser Ausgabe bereits das fünfte Jahrbuch vor. Es enthält neben Beiträgen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts auch Gastbeiträge. In den kurzen, prägnanten Aufsätzen werden eine Vielzahl von Themen aus Politik und Gesellschaft angesprochen, verschiedene Perspektiven eingenommen und unterschiedliche methodische Zugänge aufgezeigt. Einen Schwerpunkt bildet das Phänomen des Rechtspopulismus, das vor ...weiterlesen


Ernst Hillebrand (Hrsg.)

Rechtspopulismus in Europa. Gefahr für die Demokratie?

Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 2015; 189 S.; brosch., 16,90 €; ISBN 978-3-8012-0467-9
Mit dem Rechtspopulismus ist in Europa längst eine neue Parteienfamilie entstanden. Deren präzise Analyse fällt Politikwissenschaftler_innen häufig immer noch schwer: Wo genau liegen ihre Gemeinsamkeiten, warum bestehen offenkundige Unterschiede, und was sind die Ursachen für ihr Erstarken? Der Sammelband sucht Antworten auf diese Fragen. Herausgeber Ernst Hillebrand teilt die Beiträge der Politikwissenschaftler_innen, Journalist_innen und Publizist_innen aus unterschiedlichen europäischen Lände...weiterlesen


Andreas Kemper

Rechte Euro-Rebellion. Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e.V.

Münster: edition assemblage 2013 (Reihe Antifaschistische Politik); 117 S.; 12,80 €; ISBN 978-3-942885-49-2
„Es wird sich zeigen, wie lange die AfD vorrangig als Anti‑Euro‑Partei auftreten wird.“ (5) Als Andreas Kemper 2013 sein Buch vollendete, gründeten sich gerade die ersten Landesverbände der „Alternative für Deutschland“. Die Spaltung der Partei, die ihren Rechtskurs verstärkte, fand erst zwei Jahre später statt. Der Autor sieht aber schon damals in rechtspopulistischen Äußerungen von Parteimitgliedern deutliche Vorzeichen für einen „Nationalliberalismus,...weiterlesen


Klaus-M. Kodalle / Johannes Achatz (Hrsg.)

Populismus – unvermeidbares Element der Demokratie?

Würzburg: Königshausen & Neumann 2012 (Kritisches Jahrbuch der Philosophie Beiheft 10/2012); 113 S.; brosch., 19,80 €; ISBN 978-3-8260-5095-4
In Kommentaren seriöser Medien und einer Vielzahl politikwissenschaftlicher Publikationen sind populistische Positionen und Bewegungen europaweite Phänomene, die in simplifizierender Weise vorrangig euroskeptische Stimmungen und Abwehrhaltungen gegenüber Zuwanderungen aufgreifen und mobilisieren. Parteien wie die österreichische FPÖ, die dänische Volkspartei, die italienische Lega Nord oder neuerdings die Alternative für Deutschland werden ihr zugerechnet. Allerdings ist die Rede über Populismus...weiterlesen


Tim Spier

Modernisierungsverlierer? Die Wählerschaft rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010; 302 S.; 39,95 €; ISBN 978-3-531-17699-4
Diss. Göttingen; Gutachter: P. Lösche, F. Walter. – Heißt es im Fall extrem rechter Gewalttaten häufig, die Täter kämen vermutlich aus schwierigen Familienverhältnissen, so wird zur Erklärung der Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien oftmals die These geäußert, es handele sich bei den Wählern dieser Parteien um Modernisierungsverlierer. Spier entwirft ein Modell der Wahl rechtspopulistischer Parteien und überprüft die genannte These empirisch auf der Basis von Umfragedaten für Westeuro...weiterlesen


Friso Wielenga / Florian Hartleb (Hrsg.)

Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich

Münster u. a.: Waxmann Verlag 2011; 244 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 978-3-8309-2444-9
Zur Analyse der Entstehungsbedingungen und der Entwicklung populistischer Bewegungen ist der Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden besonders geeignet: Beide Länder zeichnen sich durch institutionelle Parallelen aus, die z. B. den Korporatismus in einzelnen Politikfeldern, die konsensdemokratische Verfasstheit des Regierungssystems oder die öffentlichen Debatten zur Ausländer- und Integrationspolitik betreffen. Gleichzeitig treten jedoch auch erstaunliche Unterschiede auf. Während b...weiterlesen


Ruth Wodak

Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse

Wien/Hamburg: Edition Konturen 2016; 254 S.; 24,- €; ISBN 978-3-902968-10-4
In Österreich scheitert der FPÖ‑Kandidat Norbert Hofer nur äußerst knapp bei der Bundespräsidentenwahl; in Großbritannien verzeichnet die UKIP mit ihrer erfolgreichen EU‑Austrittskampagne (Brexit) einen ihrer größten politischen Erfolge; in Frankreich feiert der Front National bei der ersten Runde der Regionalwahlen einen historischen Sieg. Zweifellos ist der Rechtspopulismus nicht mehr nur ein Randphänomen. Europaweit ist ein Erstarken rechtspopulistischer Parteien und xenophober ...weiterlesen


Andreas Zick / Beate Küpper

Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland. Hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen

Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 2015; 220 S.; brosch., 16,90 €; ISBN 978-3-8012-0478-5
Statistisch betrachtet wurden in der Zeit zwischen Januar und Oktober 2015 pro Tag zwei Anschläge auf Asylunterkünfte verübt. Diese „Enthemmung und Verrohung“ (8) in Teilen der Gesellschaft, die bisher nicht eindeutig rechtsextremen Kreisen zuzuordnen waren, sind für Dietmar Molthagen und Ralf Melzer ein deutliches Zeichen für das Wachstum des Rechtspopulismus in Deutschland. Auch AfD und Pegida seien diesem Spektrum inzwischen klar zuzuordnen, betonen die Wissenschaftler, die beide ...weiterlesen

Zusammengestellt von:

Anke Rösener

Erschienen am:

20. März 2017

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