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 Analyse

Wahlverwandtschaften der russischen extremen Rechten
Der Neo-Eurasismus, das Putin-System und die Verbindungen nach Westeuropa

 

„Die Ideen Gumiljows begeistern heute die Massen.“
Präsident Wladimir Putin im Juni 2004 in Astana1

StatueSteinerner Anspruch auf historische Größe: Die Mutter-Heimat-Statue in Wolgograd. Foto: Voka (Pixabay)Cas Mudde wies unlängst darauf hin, dass „populistische rechtsradikale Parteien die politikwissenschaftlich am gründlichsten erforschte Parteienfamilie sind.“2 Während das Interesse von Sozialwissenschaftlern an ultranationalistischen politischen Gruppen und Netzwerken – nicht nur Parteien – im Westen in den vergangenen 25 Jahren tatsächlich merklich zugenommen hat, lässt sich dies weniger vom ostmitteleuropäischen und insbesondere postsowjetischen Rechtsradikalismus sagen. Es gibt mittlerweile zwar eine ganze Reihe wissenschaftlicher Publikationen auch über diese meist gänzlich neuen Gruppierungen.3 Aber viele Einzelheiten und Umstände der Entstehung und Entwicklung Dutzender rechtsextremer Gruppierungen in Ländern wie Ungarn, der Slowakei, Polen, Rumänien sowie insbesondere in Nicht-EU-Staaten, wie Serbien oder die Ukraine, müssen noch deskriptiv-analytisch erschlossen, in ihren jeweils spezifischen Kontexten historisch erfasst und sozio-kulturell interpretiert werden.4 Dieses Manko existiert zudem ungeachtet der Tatsache, dass einige der fraglichen Parteien vorübergehend an Koalitionsregierungen ihrer Länder beteiligt waren.5

Die postsowjetische russische extreme Rechte: Bedeutung und Erforschung

Bezüglich des größten postsowjetischen Landes existiert zwar inzwischen, wie unten teilweise dokumentiert, ein ansehnlicher Bestand an wissenschaftlichen Aufsätzen, Sammelbänden und Monografien. Angesichts der weltpolitischen Bedeutung der Russischen Föderation und des besonders breiten Spektrums an Forschungsobjekten zu ihr bleibt die Literaturlage allerdings insgesamt unbefriedigend. Während in den 1990er-Jahren zum zeitgenössischen russischen Ultranationalismus zunächst vollkommen unzureichend geforscht wurde,6 gibt es heute einen wachsenden Kreis von russischen und westlichen Forschern, die die verschiedenen Erscheinungsformen russischen Rechtsextremismus mehr oder minder tiefschürfend und eng kooperierend untersuchen.7 Allerdings ist auch der steigende Output dieser zahlreicheren Fachwissenschaftler bislang unzureichend differenziert und ausgewogen, um das gesamte Spektrum radikaler antiwestlicher Tendenzen in der Politik, Intelligenzija, den Medien, der Jugendkultur und Gesellschaft Russlands detailliert und umfassend abzudecken. Grund hierfür ist unter anderem, dass die russlandbezogene Rechtsextremismusforschung der vergangenen 25 Jahre von Forschern ohne Festanstellungen beziehungsweise permanente Finanzierung dominiert wurde8 – allen voran von Marlene Laruelle, Alexander Werchowski und den früh verstorbenen Moskauer Forschern Galina Koshewnikowa und Wladimir Pribylowski. Diese und einige andere Wissenschaftler in semiprekären Lebenslagen verfassten die einschlägigen Texte Sergey GlazyevBerater Putins: Sergej Glasjewder neuen Subdisziplin, während sie gleichzeitig damit beschäftigt waren, Gelder zur Finanzierung ihrer Forschung einzuwerben.9 Freilich haben in jüngster Zeit verschiedene Stiftungen, unter anderem der Norwegische Forschungsrat Oslo und der Carnegie-Rat für Ethik in den Internationalen Beziehungen New York, angesichts der inzwischen unschwer erkennbaren Relevanz des Themas begonnen, Gelder speziell für die Erforschung des Anstiegs von radikalem Nationalismus in Russland bereitzustellen. Und eine Reihe universitärer und außeruniversitärer Wissenschaftler weltweit widmet heute einen Teil ihrer Zeit der Untersuchung der russischen extremen Rechten. Dennoch gibt es bislang offenbar – abgesehen von Werchowskis kleinem SOVA-Monitoringzentrum in Moskau10 – nicht einen einzigen Lehrstuhl für Politikwissenschaft oder Sektor eines Forschungsinstituts, zu dessen ausdrücklichen Forschungsschwerpunkten der postsowjetische russische Ultranationalismus gehört.11 Wie die hier besprochenen vier Studien verdeutlichen,12 ist die institutionelle Unterentwicklung, fortdauernde Unterfinanzierung und personelle Unterbesetzung der russlandbezogenen Rechtsextremismusforschung bedauerlich. Einige manichäische Ideen, bedeutsame Netzwerke und rührige Aktivisten der radikalen Rechten – darunter auch die „Eurasier“, zu denen beispielsweise Wladimir Putins (geb. 1952) offizieller Berater Sergej Glasjew (geb. 1961) gehört13 – haben die russische Mainstream-Politik, Ministerialbürokratie, Außenpolitik, Universitäten, orthodoxen Kirchen, Denkfabriken, Massenmedien, (Un)Zivilgesellschaft und Kulturdiplomatie infiltriert.14

In Anbetracht der Rolle Russlands in der Weltpolitik, seines nuklearen Arsenals, seines jüngsten militärischen Abenteurertums, seiner ungünstigen geografischen Lage und seiner schrumpfenden Wirtschaft sollten die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der postsowjetischen extremen Rechten für den Westen (und andere internationale Akteure) Anlass zur Sorge sein. Dennoch stützt sich dieses wissenschaftliche Teilgebiet bislang – zu einem erheblichen Ausmaß – auf Publikationen, die Resultat von Kurzstipendien, Hobby-Forschung und Nebentätigkeit sind. Viele der relevanten Texte sind von Akademikern und Publizisten produziert worden, die sich gleichzeitig mit anderen Aufgaben als der Erforschung der extremen russischen Rechten befassen. Der Zustand der Teildisziplin „postsowjetische russlandbezogene Rechtsextremismusforschung“ ist zwar heute deutlich besser als vor zwanzig Jahren, als sie zum ersten Mal einer kritischen Bestandsaufnahme unterzogen wurde.15 Aber sie wird der immer größeren Vielfalt, wachsenden politischen Einflussnahme und zunehmenden internationalen Vernetzung ihrer Objekte noch immer nicht gerecht.

Das spezifische politische System Putins und die (neo-)eurasische Ideengeschichte

Auch nach seiner jüngsten neuerlichen Radikalisierung kann das „System Putin“ nicht als „faschistisch“ klassifiziert werden, wie es einige Beobachter – mit typischerweise überdehnten generischen Faschismusbegriffen – seit einiger Zeit immer häufiger tun.16 Obschon das gegenwärtige russische Regime nationalistisch, illiberal und führerorientiert ist, fehlt ihm ein wirklich palingenetischer Impuls beziehungsweise das Ziel einer politischen, kulturellen und anthropologischen Revolution. Daher kann es nicht sinnvoll mit der Herrschaft Mussolinis oder Hitlers gleichgesetzt werden.17 Vielmehr gleicht die Herrschaftsausübung Putins derjenigen anderer kleptokratischer (und weniger ideokratischer) Ordnungen in den meisten postsowjetischen Ländern. Zwar ist das gegenwärtige russische Regime inzwischen deutlich weniger hybrid und weit autoritärer geworden als es zu Beginn von Putins Herrschaft war. Seine Funktionsmechanismen sind jedoch weiterhin von Klientelismus, Seilschaften, nepotistischen Dynastien, Clan-ähnlichen Netzwerken und informellen Austauschprozessen anstatt von klar definierten ideologischen Präferenzen geprägt. Der hauptsächliche Zweck der Patronats- oder neopatrimonialen Mechanismen des „Putin-Systems“ bleibt das Abschöpfen von Renten, der Macht- und Privilegienerhalt sowie manchmal auch schlichter Diebstahl – und nicht die Verfolgung transzendentaler Ziele.18 In dem Maße, wie das Putin‘sche Herrschaftssystem aufgrund verschiedener wirtschaftlicher Probleme der vergangenen drei Jahre seine frühere, auf sozial-ökonomischer Performanz basierende Legitimität verliert, wendet es sich jedoch inzwischen zunehmend charismatischen und ideologischen Formen der Selbstlegitimation zu.

An dieser Stelle kommt die reiche russische Tradition antiliberalen, nationalistischen und xenophoben Denkens ins Spiel.19 Obgleich diese Ideen bislang eher eine instrumentelle als fundamentale Rolle für das „System Putin“ spielen, sind Elemente rechtsradikaler Rhetorik – zum Beispiel Verschwörungstheorien, Führerkult, Anti-Amerikanismus, Messianismus, Nativismus, Irredentismus, Klerikalismus, Homophobie, Festungsmentalität, Law-and-Order-Slogans usw. – zu einem festen Bestandteil offizieller Verlautbarungen, der Außenpolitik und des öffentlichen Diskurses in Russland geworden.20 Sie scheinen allmählich ein teilweise selbst vom autoritären Staat unkontrollierbares Eigenleben zu entwickeln.

Zwei besonders auffällige Denkrichtungen innerhalb des größeren Kontextes moderner antiwestlicher Ideen in Russland sind der klassische Eurasismus, wie er in den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelt wurde,21 und der postsowjetische „Neo-Eurasismus“. Dabei kann nicht genug betont werden, dass der postsowjetische Neo-Eurasismus, der zum Teil von Lew Gumiljow (1912-1992) inspiriert und hauptsächlich von Alexander Dugin (geb. 1962) entwickelt wurde, nur eine partielle Fortsetzung oder Weiterentwicklung des klassischen Eurasismus ist und eher eine Neufassung und manchmal krude Verfälschung älterer eurasischer Konzeptionen darstellt.22 Sowohl der klassische als auch der Neo-Eurasismus berufen sich zwar auf die Slawophilie der 40er- und 50er-Jahre des 19. Jahrhunderts sowie auf einige Ideen solcher nationalistischer Vordenker wie Nikolai Danilewski (1822-1885) und Konstantin Leontjew (1831-1891) als ihre Ursprungsquellen. Ihre wichtigsten Inspirationsquellen, geografischen Schwerpunkte und letztendlichen Ziele unterscheiden sich nichtsdestoweniger deutlich voneinander.

Der klassische Eurasismus war ein komplexes ideologisches, kulturelles und theoretisches Konstrukt, das nach der Oktoberrevolution von einigen der bemerkenswertesten russischen Gelehrten im mittel- und westeuropäischen Exil entwickelt wurde, darunter von Nikolai Trubezkoi (1890-1938), Pjotr Sawizki (1895-1968), Lew Karsawin (1882-1952), Roman Jakobson (1896-1982), Georgi Wernadski (1887-1973), Georgi Florowski (1883-1979) und Pjotr Suwtschinski (1892-1985).23 Von ernstzunehmenden theoretischen Ansätzen und umfassender empirischer Forschung ausgehend, glaubten die Eurasier (oder Eurasisten), einen dritten Kontinent zwischen Europa und Asien entdeckt zu haben, der weder europäisch noch asiatisch sei. Sie suchten gezielt nach verbindenden historischen, geografischen, linguistischen und sonstigen Merkmalen der verschiedenen Territorien des Zarenreichs und Sowjetimperiums – und glaubten diese auch zu finden. Ihre Erkenntnisse bewogen sie dazu, die Existenz einer eigenständigen eurasischen Zivilisation zu postulieren, die sich von der – wie sie es sahen – „romano-germanischen“ Kultur Mittel- und Westeuropas prinzipiell unterscheide. Die eurasische Zivilisation sei essenziell illiberal, undemokratisch und antiindividualistisch. Sie müsse sich daher sowohl von der europäischen Zivilisation als auch von humanistischen Ideen mit universalem Anspruch als fremden Wertegefügen abgrenzen. Diese und ähnliche Denkfiguren der klassischen Eurasier zeigten bestimmte Übereinstimmungen mit der gleichzeitig in Deutschland aufkommenden sogenannten Konservativen Revolution der Weimarer Republik.24

Auch der Dugin‘sche Neo-Eurasismus ist ausdrücklich ideokratisch und partikularistisch. Jedoch hat er weit weniger ernstzunehmende akademische Grundlagen als der klassische Eurasismus. Vielmehr ist Dugins Ideologie in hohem Maße konspirologisch und kopiert oft einfach Ideen aus dem internationalen antiliberalen Denken.25 Der Neo-Eurasismus ist somit keine Elaboration des klassischen Eurasismus, als vielmehr ein weitgehend neues DuginAlexander DuginHybridgebilde mit eigener Vorgeschichte, Prioritätensetzung und Entwicklungsdynamik. Dugin vermischt in seinen zahlreichen Pamphleten und Vorlesungen auf schwindelerregende Art und Weise geopolitische Theorien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit der erwähnten Konservativen Revolution, dem europäischen Nationalbolschewismus, dem britischen Satanismus, der französischen Neuen Rechten, dem italienischen Faschismus, dem Integralen Traditionalismus und einigen anderen nicht-russischen radikalen intellektuellen und politischen Bewegungen.26 Lesern von Werken westlicher antiliberaler Denker mag Dugins Basisidee daher vertraut vorkommen: Der grundlegende Konflikt der Weltgeschichte sei der zwischen kollektivistischen und traditionalistischen eurasischen Landmächten (Tellurokratien) einerseits und individualistischen und liberalen atlantischen Seemächten (Thallasokratien) andererseits. Ihr teils offener, teils im verborgenen stattfindender Krieg unter den zeitgenössischen Führungsmächten Russland und Amerika trete gegenwärtig in die Phase eines Endkampfes (Dugin verwendet dieses Wort in Deutsch). Diese Konfrontation wird sowohl zu einer fundamentalen antiwestlichen Revolution Russlands als auch zu einer geopolitischen Umformung der Welt führen.

In Dugins immer wieder neu formulierter und unlängst als „vierte politische Theorie“27 umbenannten Konzeption ist die Ausdehnung des künftigen Moskauer Reiches weniger klar als im klassischen Eurasismus, ja „Eurasien“ scheint als geografischer Begriff zu verschwinden. Dugins „Eurasien“ umfasst mitunter Territorien jenseits des ehemaligen Zarenreichs / Sowjetimperiums, etwa das kontinentale Mittel- und Westeuropa, verschiedene asiatische Länder oder auch noch weiter entferntere Regionen der Erde, falls und insoweit diese sich entschließen, tellurokratischen und traditionalistischen Idealen zu folgen. Sowohl die westlichen Quellen des Neo-Eurasismus als auch seine geografische Flexibilität waren Gründe dafür, dass Dugin und seine Adepten sowie Organisationen besonders gut positioniert waren, die radikal-nationalistischen Szenen der Europäischen Union und Russlands miteinander zu vernetzen. Sie waren auch hilfreich dabei, einige Repräsentanten des Putin-Regimes mit bestimmten extremen Rechten im Westen zu verbinden.

Die Transformation des russischen Nationalismus

Jede der hier besprochenen vier Studien betritt auf die eine oder andere Weise Neuland und dürfte sich zur Standardlektüre für Studierende des postsowjetischen russischen Rechtsextremismus entwickeln. Auch wenn sie mitunter konzeptionelle, terminologische und narrative Schwächen aufweisen, sind alle vier Bücher reich an empirischen Details, gründlicher Prozessanalyse und erhellenden Vergleichen. Sie stellen eine gute Ergänzung zu einigen älteren einschlägigen Monografien, Aufsätzen und Sammelbänden über den postsowjetischen russischen Ultranationalismus dar, darunter, in chronologischer Reihenfolge, die Bücher von Wayne Allensworth, Peter Duncan, Stephen Shenfield, Wjatscheslaw Lichatschjow, Vadim Rossman, Viktor Schnirelman, Thomas Parland, Anastasia Mitrofanova, Marlene Laruelle, Alexander Höllwerth, Stefan Wiederkehr, Alexander Werchowski und Galina Koshewnikowa et al.28

Charles Clover, vormals Financial Times-Korrespondent in Moskau, legt mit seinem Buch „Schwarzer Wind, Weißer Schnee“ eine gut lesbare, beschreibende Übersichtsdarstellung über den klassischen und Neu-Eurasismus vor. Seine Studie verbindet die Ergebnisse von mehrjährigen Archivrecherchen, teilnehmender Beobachtung und Tiefeninterviews in Russland mit einem beneidenswerten literarischen Talent. Clovers fesselnde Erzählung der Entwicklung des russischen Eurasismus von seinen Anfängen bis heute liest sich streckenweise wie ein Roman. Ausgehend von einer breiten Palette an Primärquellen – darunter bislang wenig bekannte Manuskripte, der private Briefverkehr zwischen einigen der Protagonisten und persönliche Gespräche mit Akteuren – erzählt Clover etliche aufschlussreiche Episoden, die in solcher Detailliertheit in der wissenschaftlichen Literatur bislang nur andeutungsweise dargelegt waren. Clover schildert vor allem die Verwandlung des Eurasismus von einer unbedeutenden Geistesströmung unter russischen Emigranten im Zwischenkriegseuropa zu einem bedeutenden Paradigma postsowjetischer internationaler Beziehungen, intellektueller Diskurse und der politischen Interpretationen, wie dies im Namen der von Putin 2015 gegründeten „Eurasischen Wirtschaftsunion“ zum Ausdruck kommt.29 Clovers Buch nimmt insofern eine Sonderstellung in der russlandbezogenen Nationalismusforschung ein, als es einerseits eine hervorragende Einführung zum Eurasismus und andererseits – aufgrund seiner vielen faszinierenden Kurzgeschichten – auch für Spezialisten lesenswert ist. Allerdings hätte ein so herausragender Text mit einer weniger verwirrenden Aufmachung präsentiert werden können. Die Tatsache, dass das Buch bei einem Top-Universitätsverlag erschienen ist, legt die Vermutung nahe, dass es sich hier um eine streng akademische Studie handelt – was nicht der Fall ist und auch nicht Clovers Anspruch war. Der Band hätte als Paperback bei einem großen kommerziellen Verlag eine größere und geeignetere Leserschaft gefunden. Auch der Untertitel des Buchs verrät nicht, dass sich der Text auf den klassischen und Neo-Eurasismus konzentriert. Vielmehr suggeriert er, dass Clovers Studie sich mit dem „neuen“ russischen Nationalismus befasst, während sie tatsächlich eine bekannte Spielart der alten imperialen russischen Tradition behandelt. „Neuer Nationalismus“ ist dagegen ein Begriff, der in der wissenschaftlichen Fachgemeinde ganz im Gegenteil zur Bezeichnung nicht- oder zumindest weniger expansionistischer rechtsextremer Trends in Russland verwendet wird. Diese unter Experten als „neu“ bezeichneten Spielarten des russischen Nationalismus sind ethnozentrischer, introvertierter, exklusiver sowie oft rassistisch und daher häufig, zumindest implizit, anti-eurasisch.30 Dennoch ragt Clovers gelungene Überblicksdarstellung durch ihren Umfang und ihre Qualität als ein bedeutendes Publikationsereignis der zeitgenössischen Russlandforschung heraus.

Pseudowissenschaftliche Begründungen des Rechtsextremismus

Ähnliches kann man aus anderen Gründen über Mark Bassins tiefschürfende Untersuchung „Das Gumiljow-Geheimnis“ sagen. Während Clover bedeutende neue Erkenntnisse über einige bereits erforschte Episoden des zeitgenössischen russischen Nationalismus zutage fördert, schlägt Bassin mit seiner richtungsweisenden Monografie über einen unterschätzten Trend in der spät- und postsowjetischen Geistesgeschichte ein neues Kapitel in der Erforschung des Rechtsextremismus in Russland auf. Sein Buch ist nicht der erste wissenschaftliche Text zum Thema „Gumiljow und seine Rezeption“.31 Aber es ist die erste derart umfassende sowie verlässliche und quellengesättigte Darstellung der intellektuellen Biografie, gesellschaftlichen Resonanz, internationalen Aufnahme und politischen Bedeutung des umstrittenen Historikers und selbsternannten „letzten Eurasiers“ Lew Gumiljow (1912-1992) – Sohn der berühmten russischen Dichter Nikolai Gumiljow (1886-1921) und Anna Achmatowa (1889-1966). Bassin, der damit eine klaffende Lücke in der heutigen Russlandforschung schließt, legt hier eine neue Maßstäbe setzende Untersuchung über einen der produktivsten und einflussreichsten sowjetischen Erforscher prämoderner russischer und zentralasiatischer Geschichte vor. Gumiljow ist der wohl bedeutendste russische Theoretiker für Ethnogenese – also für die Entstehung von Nationalitäten und Nationen.

Die klassischen Eurasier bezogen sich bei der Begründung ihrer politischen Theorie auf soziale, kulturelle und geografische Besonderheiten des russischen Reiches. Dagegen kombiniert Gumiljow in seinen Schriften in kühner Art und Weise Argumente aus den Geisteswissenschaften mit angeblichen Erkenntnissen der Naturwissenschaften, vor allem aus der Biologie. Seine zahlreichen ausgefallenen novitistischen (beziehungsweise pseudo-innovativen) Konzepte über den natürlichen Charakter von Ethnoi, d. h. über ethnische Gruppen, hatten und haben einen erheblichen Einfluss auf die Weltanschauung spät- und postsowjetischer Intellektueller und Forscher, insbesondere in der Geschichts- und Politikwissenschaft, Anthropologie und Geografie. Seine umfangreichen Schriften haben zur Entstehung spezifisch postsowjetischer sozialwissenschaftlicher Subdisziplinen wie politische Anthropologie, Zivilisationenkunde, Ethnopolitologie, Geopolitik und Kulturologie beigetragen.32 Nach dem Zerfall der UdSSR ist Gumiljows Einfluss ungeachtet seiner vielen fantastischen Behauptungen über den Verlauf und die Gesetze der Geschichte stetig gewachsen.

Gumiljow beschreibt die Entwicklung der Menschheit als einen Kreislauf von Geburt, Aufstieg, Niedergang und Verschwinden ethnischer Gruppen. Die Ethnoi sind auf natürliche Weise voneinander abgesonderte biologische Einheiten. Manchmal gehen sie jedoch Bündnisse mit ähnlichen ethnischen Gruppen ein und bilden dann größere Zusammenschlüsse, „Super-Ethnoi“. Gleichzeitig sind Ethnoi laut Gumiljow in ständiger Gefahr, zu „Schimären“ zu GumilevAuf einer Briefmarke gewürdigt: Lew Gumiljowdegenerieren, wenn sie von fremden, parasitären Gruppen infiltriert, untergraben und schließlich zerstört werden – nicht zuletzt von Juden. Kurios sind auch Gumiljows pseudowissenschaftliche Spekulationen über die Rolle kosmischer Energie oder solarer Emissionen und daraus resultierende Mikromutationen in Menschen. All dies führe zu einem Ausbruch dessen, was er als „Passionarität“ innerhalb ethnischer Gruppen unter außerirdischem Einfluss bezeichnet. Passionarnost ist vielleicht Gumiljows populärster Ohrwurm, der heute erschreckend häufig im postsowjetischen intellektuellen Diskurs auftaucht. Er meint die gesteigerte Fähigkeit bestimmter Menschen, Energie zu absorbieren, und einen daraus resultierenden Drang zu transformativen Handlungen, die die passionarii („Passionarier“) im Namen und zugunsten ihrer nativen Gemeinschaften selbstlos begehen. Bassin seziert nicht nur umfassend und analytisch brillant Gumiljows Welterklärungstheorien. Er umreißt auch die vielfältigen Konfrontationen, Adaptionen, Interpretationen und Applikationen, die sie in den spät- und postsowjetischen Epochen inner- und manchmal auch außerhalb Russlands erlebten. In besonders aufschlussreicher Weise behandelt er Gumiljows wechselhafte Auseinandersetzungen mit den sowjetischen Sozialwissenschaften und russischen Ultranationalisten. Während diese sehr verschiedenen Gruppen anfangs aus unterschiedlichen Gründen skeptisch gegenüber Gumiljow waren, übernahmen sie doch beide schließlich mit diesem oder jenem Vorbehalt große Teile seines Begriffsapparates sowie einige seiner Hypothesen.

Sowohl Clovers als auch Bassins Enthüllungen über Gumiljows Verbindungen zur spät- und postsowjetischen russischen Elite, etwa seine indirekte Verbindung zum zeitweiligen „Ministerpräsidenten“ der „Volksrepublik Donezk“ Alexander Borodai (geb. 1972) sind faszinierend.33 Wie Clover weist auch Bassin auf die wichtige Rolle der Freundschaft Gumiljows zum letzten Sprecher des sowjetischen Parlaments und Unterstützer des Anti-Gorbatschow-Putsches von 1991 Anatoli Lukjanow (geb. 1930) hin.34 Kritisch zu erwähnen ist, dass weder Bassin noch Clover die Schriften, Biografie und Rolle des in den 1990er-Jahren einflussreichen Politiktheoretikers Alexander Panarin (1940-2003) näher behandeln. Panarin, ein berühmter Professor der Fakultät für Philosophie der Moskauer Staatsuniversität und Direktor des Zentrums für Gesellschafts- und Philosophische Studien des Instituts für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften, war einer der wenigen russischen Experten, der zur Neuen Rechten in Frankreich forschte und Ende der 1990er-Jahre mithalf, sowohl dem klassischen als auch dem Neo-Eurasismus in der akademischen Welt Russlands Anerkennung zu verschaffen. Gegen Ende seines Lebens schloss Panarin sich Dugins kurzlebiger Eurasischer Partei an.35

Eine Auslassung in Bassins ansonsten makelloser Übersichtsdarstellung betrifft Gumiljows Rolle und Einfluss auf die postsowjetische Gesellschafts- und Geschichtswissenschaft und auf den Sozialkunde-Unterricht von Teenagern in der Sekundarstufe und auf Studierende im Hochschulstudium in der Russischen Föderation. An mehreren Stellen erwähnt Bassin zwar diese Frage, zum Beispiel in Verbindung mit der neuen, nach Gumiljow benannten Eurasischen Universität Astana oder wenn er darauf hinweist, dass eines der wichtigsten Bücher Gumiljows – „Ot Rusi k Rossii“ (Von der Rus zu Russland) – vom russischen Bildungsministerium als ein Text für den Oberstufen-Lehrplan (222) empfohlen wurde. Aber er behandelt Gumiljows pädagogischen Einfluss nicht so ausführlich wie zum Beispiel die früheren Debatten über seine Ethnogenesetheorie unter sowjetischen Akademikern. Dies ist aus zwei Gründen bedauerlich. Zum einen ist die Verwendung bestimmter Bücher und Artikel Gumiljows an Universitäten und Oberschulen vermutlich einer der Hauptgründe für die überraschend hohe Wertschätzung, die die antiwestlichen, oftmals dilettantischen und mitunter antisemitischen Texte Gumiljows in der russischen Öffentlichkeit genießen. Sein hoher Bekanntheitsgrad und sein gesellschaftliches Ansehen unterscheiden ihn zum Beispiel von dem ebenfalls antisemitischen Publizisten und anerkannten Mathematiker Igor Schafarewitsch (geb. 1923).36 Zum anderen gibt es innerhalb der russlandbezogenen Nationalismus-Forschung bereits eine im Entstehen begriffene Unterdisziplin, die sich auf den durch die postsowjetische Hochschulbildung vermittelten gesellschaftlichen Einfluss antiwestlicher und illiberaler Ideen konzentriert.37 Es wäre von Interesse gewesen zu erfahren, welche Rolle Gumiljows Schriften in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Curricula sekundärer und tertiärer Bildungsinstitutionen Russlands und anderer postsowjetischer Staaten spielen.38

Putins Russland und die europäische extreme Rechte

Die zunehmende Bedeutung dieser Schriften verdeutlicht Vadim Rossmans aufschlussreicher Aufsatz „Die Soziologische Fakultät der Moskauer Staatlichen Universität und das Meinungsklima im postsowjetischen Russland“ in Marlene Laruelles informativem Sammelband „Eurasismus und die europäische radikale Rechte“. Rossman befasst sich vor allem mit Dugins Aktivitäten an Russlands prestigeträchtigster Hochschule, der Lomonossow-Universität. Wie fast alle Beiträge in Laruelles Aufsatzsammlung behandelt Rossmans ausführliches Kapitel ein bislang weitgehend vernachlässigtes, aber wichtiges neues Thema der Postsowjetologie. Laruelle stellt ihren Sammelband in einem einleitenden Essay mit dem Titel „Gefährliche Liebschaften: Eurasismus, die europäische extreme Rechte und Putins Russland“ in einen größeren Zusammenhang. Der empirische Teil des Buches beginnt mit Anton Shekhovtsovs Überblick über den Beginn von Dugins intensiver Beziehung zur westeuropäischen Neuen Rechten in den Jahren von 1989 bis 1994 und endet mit Shekhovtsovs Bericht über westliche rechtsextreme Wahlbeobachtungsmissionen im Dienst des Kremls. Jean-Ives Camus veranschaulicht Dugins enge Beziehung zu Frankreich. Giovanni Savino stellt Dugins vielfältige Kontakte in Italien dar. Nicolas Lebourg skizziert die „schwierige Etablierung von Neo-Eurasismus in Spanien“. Vügar İmanbeyli umreißt den faszinierenden Aufstieg und zeitweiligen Niedergang von Dugins Netzwerken in der Türkei. Umut Korkut und Emel Akçali verschaffen Einblicke in den Flirt Ungarns mit dem Eurasismus. Sofia Tipaldou beschreibt detailliert die transnationalen Verbindungen der griechischen Partei Goldene Morgenröte.

Den von Laruelle herausgegebenen Sammelband liest man am besten in Verbindung mit Anton Shekhovtsovs Monografie „Russland und die westliche extreme Rechte“.39 Diese akribische teils politikwissenschaftliche, teils investigative Studie ist nicht nur den naheliegenden postsowjetischen russisch-westlichen Verbindungen gewidmet, sondern auch der sowjetischen Epoche – insbesondere den 1920er- und 1950er-Jahren, als der Kreml bereits Geheimkontakte zu bestimmten westeuropäischen Rechtsextremisten unterhielt. Während Laruelles Band in erster Linie den Verbindungen zwischen Russlands Neo-Eurasiern und der westlichen extremen Rechten nachgeht, konzentriert sich Shekhovtsov auf die paradoxe Zusammenarbeit des sowjetischen und Putin-Regimes mit verschiedenen westlichen Ultranationalisten. Am ausführlichsten geht er auf die in den vergangenen Jahren rapide wachsenden Verbindungen Moskaus mit Rechtsradikalen in Österreich, Italien und Frankreich ein.

Obwohl der Kreml besonders nach dem Zweiten Weltkrieg und bis heute lautstark „antifaschistisch“ ist, hat er – in unterschiedlichsten Situationen – nicht gezögert, rechtsradikale Extremisten für verschiedene außen- und innenpolitische Ziele zu kontaktieren, zu unterstützen und zu instrumentalisieren. In jüngster Zeit gehörte dazu der Einsatz westlicher rechtsradikaler Kommentatoren für Propaganda- und Desinformationszwecke in kremlkontrollierten Medien oder auch die Einladung zweitrangiger westlicher Politiker als Wahlbeobachter, die mit positiven öffentlichen Verlautbarungen manipulierte Wahlen und Pseudo-Referenden vor allem im postsowjetischen Raum für Russlands Bevölkerung legitimieren sollten. Shekhovtsov betont die ambivalenten Motive von Moskaus Zusammenarbeit mit der extremen Rechten im Westen – ein Dualismus, der den janusartigen Charakter von Putins manchmal zynisch-postmodernem, manchmal fanatisch-archaischem Regime widerspiegelt.

Einerseits verhält sich Moskau pragmatisch, wenn es in seiner Eigenschaft als Kleptokratie so viele Kontakte als möglich zu einflussreichen westlichen Mainstream-Politikern und Geschäftsleuten zu knüpfen versucht und zwar ohne Rücksicht auf ihre politischen Anschauungen. Der Kreml wendet sich nur in dem Maße – quasi einem „Plan B“ folgend – an Radikale im Westen, wie er keine Beziehungen innerhalb des Establishments der jeweiligen Länder aufbauen kann. Erst dann versucht Moskau stattdessen – manchmal über Mittelsmänner wie Dugin – Zugang zu alternativen politischen, meist rechtslastigen oder -extremen Kreisen zu erlangen. Moskau unterstützt dann diese oftmals populistischen und nationalistischen Kräfte sowohl als seine Verbündeten als auch als Unruhestifter innerhalb der EU und atlantischen Allianz. Andererseits sind die wachsende internationale Isolation Moskaus und seine verstärkten Kontakte zur radikalen Rechten inner- und außerhalb Russlands auch ideologisch motiviert. Sie unterfüttern die Selbstdefinition des Regimes mit ihren Theorien, Ideen und Slogans. Als ein zunehmend autoritäres System, das nach Stabilität und Konsolidierung strebt, orientiert sich Putins Regime – sowohl im Innern wie auch auf internationaler Ebene – an Gruppen, deren Ideologien illiberale Politiken und undemokratische Praktiken unterstützen oder zumindest als unproblematisch erachten. Diese ausländischen, meist in ihrer Heimat mehr oder minder stigmatisierten Gruppierungen profitieren ihrerseits vom öffentlichen Schulterschluss mit dem flächenmäßig größten Land der Erde und einer nuklearen Supermacht. Wie Shekhovtsov darlegt, führte dies seit Mitte der 2000er-Jahre zu einer kontinuierlichen Vertiefung der Beziehungen zwischen russischen Regierungsvertretern beziehungsweise regierungsnahen Aktivisten auf der einen Seite und einer Vielzahl von west- und mittelosteuropäischen sowie auch einzelnen nordamerikanischen mehr oder minder rechts orientierten Politikern, Publizisten, Geschäftsleuten beziehungsweise anderen Akteuren auf der anderen Seite.

Ein Grund dafür, dass die russische Gesellschaft ungeachtet ihres akklamierten Antifaschismus die wachsende wechselseitige Durchdringung zwischen der extremen Rechten und der russischen Führung akzeptiert, liegt im Einfluss und Diskurs des Neo-Eurasismus. Einige Elemente dieser demonstrativ pannationalistischen, aber zugleich ethnozentrischen Ideologie – vor allem ihr russischer Exzeptionalismus und geopolitischer Manichäismus – sind im Laufe der vergangenen 25 Jahre und damit bereits vor Putins Machtantritt im Sommer 1999 tief in die russische Intellektuellendebatte, die Hochschulbildung und die Massenmedien eingedrungen.40 Die Vorstellung, dass Russland eine Zivilisation ist, die nicht nur unabhängig vom Westen, sondern diesem auch entgegengesetzt ist, hat mittlerweile eine kulturelle Vormachtstellung in der russischen gebildeten Gesellschaft erlangt. Dugin – der es im Jahr 2014 auf die Top 100 Global Thinkers-Liste von Foreign Policy schaffte41 – hat eine nicht unerhebliche Rolle in diesem Krieg um die Köpfe der Russen gespielt.42 Dennoch wird seine direkte Wirkung auf die russische Führungsspitze, wie Shekhovtsov an anderer Stelle kritisiert,43 häufig überschätzt, während der, wie Clovers und Bassins Studien zeigen, erhebliche Einfluss Gumiljows auf die russische Gesellschaft im Westen nicht hinreichend beachtet wird. Gumiljow starb kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion, während Dugin zu dieser Zeit gerade erst seine politische Karriere begann, indem er Kontakte zu Rechtsextremen im Westen knüpfte und die russische ultranationalistische Szene mit Ideen und Konzepten fütterte, die er von ausländischen Antiliberalen übernommen hatte.

Obgleich Dugin heute dem russischen Establishment angehört, bleibt er dennoch ein Außenseiter, weil er, neben anderen irritierenden Äußerungen, in den 1990er-Jahren – als er noch zur anarcho-faschistischen Szene Russlands gehörte und sich vorwiegend an diese richtete – auch eindeutig neonazistische Aussagen machte.44 Dagegen entwickelten sich Gumiljows Nachruhm und die riesigen Auflagen seiner Bücher vor dem Hintergrund des Allgemeinplatzes, dass dieser kuriose Geschichtsspekulant mit prominentem Familienhintergrund und tragischer Biografie einer der bedeutendsten historischen Denker des 20. Jahrhunderts sei. Zudem kennen, wie Bassin anmerkt, „zeitgenössische Theoretiker der europäischen Neuen Rechten wie etwa [zwei der wichtigsten Gesprächspartner Dugins im Westen] Alain de Benoist [geb. 1943] und Robert Steuker [geb. 1956] Gumiljows Ethnos-Theorie und begrüßen, dass diese mit ihren eigenen Anschauungen in Einklang steht [...].“ (313)

Clovers und Bassins tiefschürfende Studien über den Eurasismus, Gumiljow und den Neo-Eurasismus verdeutlichen einen Teil des historisch-ideellen Hintergrunds der Rechtswende des Putin-Regimes nach der Orangen Revolution in der Ukraine von 2004.45 Laruelles und Shekhovtsovs Werke beschreiben detailliert verschiedene Ausdrucksformen, Mechanismen und Auswirkungen dieser folgenreichen Transmutation. Die Befunde und Bedeutung dieser vier Bücher illustrieren, dass im Rahmen der Analyse des Geisteslebens, der Parteipolitik, des öffentlichen Diskurses und der Außenpolitik Russlands die Rechtsextremismusforschung keine politikwissenschaftliche Nischenaktivität mehr darstellt. Vielmehr ist der zeitgenössische russische Ultranationalismus zu einem zentralen Gegenstand der Erforschung postsowjetischer Innenpolitik und internationaler Beziehungen geworden.


 

Leonid Luks (Eichstätt) lieferte nützliches Feedback zu einem früheren Entwurf dieses Artikels. Für verbleibende Fehler zeichnet der Autor verantwortlich. Die Umschrift kyrillischer Wörter im Haupttext folgt den Duden-Regeln zur nichtwissenschaftlichen Transkription für Russisch und in den Endnoten englischen akademischen Transliterationsregeln. Die Formalstilistik der Literaturangaben orientiert sich an APSA-Standards.

Endnoten:

1 Rossiiskaia gazeta, 18. Juni 2004, https://rg.ru/2004/06/18/astana-anons.html (zuletzt aufgerufen am 7. Dezember 2016).
2 Mudde 2016
3 z. B. Mudde 2005, Minkenberg 2010, 2015.
4 Umland 2015.
5 Minkenberg 2017.
6 Umland 1997.
7 Umland 2009d.
8 Zu den wichtigsten ordentlichen Professoren beziehungsweise. anderweitig vollangestellten Forschern, die einen Teil ihrer wissenschaftlichen Arbeit dem russischen Rechtsextremismus widmeten, zählten beziehungsweise. zählen: John B. Dunlop (Hoover Institution), Alexander Yanov (City University of New York), Waleri Solowej (MGIMO), Leonid Luks (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt), Pal Kolsto (Universität Oslo), Peter J.S. Duncan (University College London), Stephen Hanson (College of William & Mary in Williamsburg), Veljko Vujačić (Europäische Universität St. Petersburg) und Mark Bassin (Södertörn University in Stockholm).
9 Siehe unter anderen Publikationen: Lariuel’ 2004, 2007a, 2007b, 2009a, 2009b, 2009c, 2009d, 2015; Laruelle 2004, 2006, 2007, 2008a, 2008b, 2009a, 2009b, 2009c, 2010, 2012, 2015, 2016a, 2016b; Kozhevnikova, Shekhovtsov & Verkhovskii 2009; Mikhailovskaia, Pribylovskii & Verkhovskii 1998, 1999; Papp, Pribylovskii & Verkhovskii 1996; Pribylovskii & Verkhovskii 1995 & 1997; Verkhovskii 2003, 2005, 2006, 2007, 2014; Verkhovsky 2000, 2002; Pribylovskii 1995a, 1995b, 1995c; Likhachev & Pribylovskii 2005.
10 Arnold 2010; Umland 2012.
11 Eine Zeitlang bildeten rechtsradikale Tendenzen in Russland einen Forschungs- und Publikationsschwerpunkt des Lehrstuhls für Mittel- und Osteuropäische Zeitgeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. In den letzten Jahren publizierte das mit diesem Lehrstuhl verbundene Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS) unter anderen elf Sondersektionen der russischsprachigen Fachzeitschrift Forum für Neueste Osteuropäische Geschichte und Kultur über vorrevolutionäres, sowjetisches und postsowjetisches russisches Antiwestlertum (2009-2015). Jedoch wurde dieser Lehrstuhl im Sommer 2014 geschlossen.
12 Zu den bedeutenden neueren Monografien und Sammelbänden, die hier nicht besprochen werden, gehören, in alphabetischer Reihenfolge: Arnold 2016; Bassin et al. 2015; Bassin & Suslov 2016; Blakkisrud & Kolsto 2016; Brown & Sheiko 2014; Griffiths 2017; Kriza 2014; Ostbo 2015; Suslov 2016; Verkhovskii 2014; und Zakharov 2015.
13 Aslund 2013. Einige in jüngster Zeit der Öffentlichkeit zugespielte Abhörprotokolle von Telefongesprächen zeigen, dass Glasjew und seine Kontaktpersonen in der Ukraine offenbar eine erhebliche Rolle bei der Initiierung sezessionistischer Unruhen im Osten und Süden der Ukraine sowie bei der Vorbereitung der russischen Annektierung der Krim im Februar/März 2014 spielten. Vgl. Umland 2016. Glasjew ist unter anderem über den Isborsk-Klub fanatischer antiwestlicher Intellektueller eng mit der extremen Rechten Russlands verbunden. Vgl.: Götz 2015; Laruelle 2016b; Manutscharjan 2016.
14 Verschiedene Beispiele finden sich in den vor- und nachstehend aufgelisteten Texten sowie bei: Arnold & Romanova 2013; Gorenburg, Pain & Umland 2012a, 2012b; Hagemeister 2004, 2016; Mathyl 2000, 2011; Mey 2004; Moroz 2005; Rogachevskii 2004; Stepanov 2011; Torbakov 2015; Umland 2002a, 2002b, 2006, 2008, 2009b.
15 Umland 1997. Vgl. auch Umland 2002b.
16 Vor allem: Motyl 2016. Für eine Kritik von Motyls früheren ähnlichen Aussagen vgl. u.a.: Umland 2009d, 2015.
17 Zur Frage, wie man Faschismus definieren und interpretieren kann, und eine ausführliche Diskussion verschiedener Komparatisten sowie weitere Literaturverweise bei: Griffin et al. 2006.
18 Dawisha 2014; Hale 2015; Gel’man 2016.
19 Vgl. zum Beispiel zu Putins Wiederentdeckung des protofaschistischen russischen Exildenkers Iwan Iljin (1883-1954): Barbashin & Thoburn 2015; Snyder 2016.
20 z. B.: Eltchaninoff 2016.
21 Bassin et al. 2015; Lariul’ 2004; Laruelle 2008a; Liuks 2009a; Schlacks & Vinkovetsky 1996; Shnirel’man 1996; Wiederkehr 2007.
22 Viderker 2010.
23 Einige der Wissenschaftler, die an der Formulierung des Eurasismus mitwirkten, haben sich später von ihm distanziert – vielleicht am deutlichsten Georgi Florowski in seinem 1928 geschriebenen Aufsatz „Die eurasische Verlockung“ in: Sovremennye zapiski 34: 312-346. Ich bedanke mich bei Leonid Luks für seinen Hinweis auf diese Schrift.
24 Baissvenger 2009; Liuks 2009b; Luks 1986. Obgleich beide Geistesströmungen praktisch gleichzeitig im Kontinentaleuropa der Zwischenkriegszeit entstanden, haben sie sich kaum wechselseitig beeinflusst.
25 Zu den westlichen Autoren, die sich schon frühzeitig mit Dugins Anschauungen befassten, gehören: Allensworth 1998; Hielscher 1992, 1993a, 1993b; Laqueur 1993; Mathyl 1997/1998; Tsygankov 1998; Umland 1995; Yanov 1995.
26 Griffin et al. 2006; Höllwerth 2007, 2010; Ingram 2001; Lariul’ 2009c; Laruelle 2006, 2008a, 2015; Luks 2000, 2002, 2004; Sedgwick 2004; Senderov 2009a, 2009b; Shekhovtsov 2009a, 2009b; Shekhovtsov & Umland 2009; Sokolov 2010a, 2010b; Umland 2004, 2009a, 2009e, 2014; Vafin 2010.
27 Cucută 2015.
28 In der Reihenfolge der Veröffentlichung: Allensworth 1998; Duncan 2000; Shenfield 2001; Likhachev 2002; Rossman 2002; Shnirel’man 2004; Parland 2005; Mitrofanova 2005; Laruelle 2008a, 2008b, 2009a, 2009c, 2012; Höllwerth 2007; Wiederkehr 2007; Verkhovskii 2005, 2006, 2007, 2014; Kozhevnikova et al. 2009.
29 Über den Unterschied zwischen Dugins and Putins Eurasisms vgl. Umland 2014.
30 Laruelle 2010; Blakkisrud & Kolsto 2016.
31 z. B.: Ignatow 2002; Kochanek 1998; Lariul’ 2009b; Naarden 1996; Shnirel’man 2009; Shnirelman & Panarin 2001; Viderker 2012.
32 Scherrer 2002.
33 Über den Kontext von Borodais Aktivitäten in der Ostukraine vgl. Mitrokhin 2015; Laruelle 2016a.
34 Über den Kontext von Gumilevs Freundschaft mit Luk’ianov vgl. O’Connor 2006.
35 Lariul’ 2009d; Ostbo 2015, 112; Peunova 2009; Tsygankov 2013
36 Zu Schafarewitsch: Dunlop 1994; Znamenski 1996; Horvath 1998; Berglund 2002.
37 z. B.: Tsygankov 1998; Scherrer 2002; Müller 2008; Sokolov 2010; Miuller & Trotsuk 2011; Sainakov & Iablokov 2011; Umland 2011; Mäkinen 2014.
38 Clover befasst sich in seinem Buch mit Dugins Vorlesungen an der russischen Generalstabsakademie und zwar bereits in den 1990er Jahren – das heißt, bevor Dugin Teil des politischen Establishments Russlands und der „systemischen radikalen Rechten“ wurde. Über den Unterschied zwischen der systemischen und der nicht-systemischen radikalen Rechten unter Putin siehe Arnold & Umland 2017.
39 Veröffentlicht im Rahmen der von Nigel Copsey und Graham Macklin herausgegebenen Buchreihe „Routledge Studies in Fascism & the Far Right“. Siehe auch Khokk 2015 und Polyakova et al. 2016.
40 Dunlop 2010; Höllwerth 2010; Laruelle 2004, 2009b; Mathyl 2002, 2003; Mitrofanova 2005, 2009; Pakhlevska 2011a, 2011b; Parland 2005; Shekhovtsov 2009a, 2014; Stepanov 2009; Umland 2002a, 2009c, 2010.
41 Auch der oben erwähnte Alexander Borodai – ein Schüler Gumiljows - schaffte es, zusammen mit Putin, auf die Agitatoren-Sektion dieser Liste. Vgl. “A World Disrupted: The Leading Global Thinkers of 2014“, Foreign Policy. http://globalthinkers.foreignpolicy.com/ (abgerufen am 7. Dezember 2016).
42 Yanov 1995.
43 Shekhovtsov 2014.
44 Umland 2006, 2009e. Siehe auch Khel’vert 2013.
45 Horvath 2012.


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Die englische Fassung erscheint in Perspectives on Politics. Aus dem Englischen übersetzt von Thorsten Schmidt.

Verfasst von:

Andreas Umland

Erschienen am:

28. März 2017

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Zeitschriftenschau

Kulturkampf als Strategie
Putin und die Rechtspopulisten

Franklin Foer skizziert in dem Beitrag „It’s Putin’s World. How the Russian president became the ideological hero of nationalists everywhere“, der im März 2017 in The Atlantic erschienen ist, wie Putin die populistischen Bewegungen rund um den Globus als Möglichkeit erkannte, um sowohl die Oppositionellen im eigenen Land zu diskreditieren als auch seinen Widersachern auf internationaler Bühne Schwierigkeiten zu bereiten: mit der Denunziation des Westens als gottlos und ohne Moral. Putin habe damit versucht, die Grenzen zwischen Gut und Böse neu zu ziehen. Aber nicht nur den Rechtspopulisten gefalle diese Argumentation, mit der sich weiße ältere Wähler, die sich mit ihrer Ablehnung von Frauenemanzipation und Gleichstellung der Homosexuellen als intolerant gebrandmarkt sähen. Auch etablierte konservative Politiker schwenkten auf diesen Kurs ein, wie Foer am Beispiel Frankreichs zeigt – und nun decke sich auch die Analyse Trumps von der Welt mit der Putins.

https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/03/its-putins-world/513848/?utm_source=atlfb


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