China: Umbrüche in der Volksrepublik

Florian Butollo

The End of Cheap Labour? Industrial Transformation and "Social Upgrading" in China

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2015 (International Labour Studies 9); 400 S.; 39,90 €; ISBN 978-3-593-50177-2
Diss. Frankfurt a. M.; Begutachtung: B. Lüthje. – Florian Butollo geht von der Hypothese aus, dass sich Chinas Wirtschaft nur dann stabilisieren und nachhaltig weiterentwickeln kann, wenn es zu massiven Lohnanpassungen kommt. Während gegenwärtig die Wirtschaft noch allzu stark von Exporten und ausländischen Investitionen abhänge, müsse vielmehr die Binnennachfrage gestärkt werden, was im Zuge von Lohnanpassungen auch zu sozialen Konsolidierungsprozessen führen müsse. Derzeit, so Butollo, verfolge die chinesische Regierung eine auf zwei Säulen ...weiterlesen
Junhong Meng

Chinese Rural Banking Situation and the Reform of the Main Rural Financial Supplier Rural Credit Cooperatives

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014 (Weltwirtschaft und internationale Zusammenarbeit 14); 191 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-8487-1499-5
Diss. Heidelberg; Begutachtung: H. Sangmeister, S. Feuerstein. – Genossenschaftliche Finanzinstitutionen existieren in der Volksrepublik China seit über 60 Jahren, das Konzept aber war aus politischen Gründen lange wenig erfolgreich. Dies änderte sich erst mit den Reformen des staatlichen chinesischen Bankensektors, die in den 1980er‑Jahren einsetzten. Seitdem haben sich die Ländlichen Kreditkooperativen (Rural Credit Cooperatives, RCC), zu denen auch Ländliche Genossenschaftsbanken ...weiterlesen
Hubert Heinelt (Hrsg.)

Modernes Regieren in China

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014; 184 S.; 34,- €; ISBN 978-3-8487-0336-4
Die Frage, „wie in der Volksrepublik China Interessenvermittlung erfolgt“, wird in diesem Band explizit nicht mit dem Ziel thematisiert, „Ansätzen einer Demokratisierung“ (12) nachzuspüren, wie Hubert Heinelt, Professor der Politikfeldanalyse in Darmstadt und Advisory Professor an der Tongji‑Universität in Shanghai, und sein dortiger Kollege Chunrong Zheng betonen – kann doch keine Rede davon sein, dass China eine demokratische Transformation durchlaufen würde. Dennoch zeigen die Beiträge, dass ein genauer Blick auf Partei, ...weiterlesen
Georg Egger / Daniel Fuchs / Thomas Immervoll / Lydia Steinmassl (Hrsg.)

Arbeitskämpfe in China. Berichte von der Werkbank der Welt

Wien: Promedia 2013; 276 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 978-3-85371-357-0
Smartphones sind die Prestigeobjekte einer weltweiten Konsumwelt. Die Geräte sind teuer, aber in diesem Tagungsband ist nachzulesen, wer den eigentlichen Preis zu zahlen hat: die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken von Foxconn, dem weltweit größten Auftragshersteller von Elektronik. In einigen der Niederlassungen, die die lokalen chinesischen Regierungen oft mit einem Rabatt oder Erlassung von Pacht und Steuern akquiriert haben, arbeiten bis zu 400.000 Menschen – unter ihnen oftmals...weiterlesen
Maria Bondes

Umweltaktivismus in Westchina. Zivilgesellschaftliche Ansätze, Wüstenbildung und Armut in der Oase Minqin

Berlin: regiospectra Verlag 2013; 165 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-940132-60-4
Der Oasenkreis Minqin, etwa so groß wie Schleswig‑Holstein, gilt als „grüner Wall“ (50), der das endgültige Zusammenwachsen zweier Wüsten verhindert, beschreibt Maria Bondes die Region, die sie, einem ethnografischen Ansatz folgend, erkundet hat. Durch den Klimawandel und den steigenden Wasserverbrauch sinkt dort der Grundwasserspiegel mit nicht nur negativen Folgen für die landwirtschaftliche Produktion, denen sich eine Abwanderung der Bevölkerung anschließt. Durch die Deserti...weiterlesen
Christian Wuttke

Die chinesische Stadt im Transformationsprozess. Governanceformen und Mechanismen institutionellen Wandels am Beispiel des Perlflussdeltas

Berlin: edition sigma 2012; 202 S.; kart., 36,90 €; ISBN 978-3-8360-1109-9
Diss. Osnabrück; Begutachtung: B. Klagge, J. Deiters. – Christian Wuttke setzt in seiner erhellenden Dissertation dort an, wo im China der Gegenwart Geschichte geschrieben wird: auf der lokalen Ebene. Er untersucht ganz konkret, mit welchen Problemen Städte im Verlauf der marktwirtschaftlichen Öffnung bisher konfrontiert und welche Strategien räumlicher Entwicklungen verfolgt wurden. Diese Analyse versteht er als einen Beitrag zur Institutionenforschung und zum Urban-Governance-Konzept. Na...weiterlesen
Yiwu Liao

Die Kugel und das Opium. Leben und Tod am Platz des Himmlischen Friedens. Aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann

Frankfurt a. M.: S. Fischer 2012; 430 S.; geb., 24,99 €; ISBN 978-3-10-044815-6
„Die Zahl der Toten von Tian’anmen wurde nie veröffentlicht und ist nicht bekannt“, schrieb jüngst Salman Rushdie („Joseph Anton“, 2012), „Erinnerung ist die einzige Verteidigung gegen brutale Schonungslosigkeit. Dass die Erinnerung ihr Feind ist, wusste auch die chinesische Führung. Es reichte nicht, die Protestierenden umzubringen. Man sollte sich ihrer fälschlich als Abweichler und Verbrecher erinnern, nicht als tapfere Studenten, die ihr Leben für die Frei...weiterlesen
Anne J. Braun

Das Ende der billigen Arbeit in China. Arbeitsrechte, Sozialschutz und Unternehmensförderung für informell Beschäftigte

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011 (Ostasien im 21. Jahrhundert); 241 S.; 39,95 €; ISBN 978-3-531-17947-6
Der plakative (und zu überspitzte) Titel ist das einzige Manko dieser gründlich recherchierten Studie, die mit einem vorsichtigen Fazit endet: Die Arbeit werde in China teurer – „allerdings nicht sprunghaft und nur in begrenztem Ausmaß“ (199). Diese Aussage basiert auf einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Stellung informell Beschäftigter. „Heute ist in China jeder zweite Arbeitsplatz als informell zu bezeichnen, da er nicht durch Arbeitsverträge und Sozialversicherung...weiterlesen
Felix Lee

Die Gewinner der Krise. Was der Westen von China lernen kann

Hamburg: Rotbuch Verlag 2011; 189 S.; 12,95 €; ISBN 978-3-86789-127-1
Der Journalist Felix Lee beschreibt die wirtschaftlichen Errungenschaften und das finanzpolitische System der Volksrepublik China. Außerdem vergleicht er die Auswirkungen der Finanzkrise in China mit denen in den USA. China habe, so der Autor, mit der Bereitschaft, den USA viel Geld zur Verfügung zu stellen, die Finanzkrise begünstigt. Inzwischen sei das Land aber darum bemüht, seine Währungsreserven breiter zu streuen und sich dadurch von Washington zu lösen. Lee verweist auch auf das gigantisc...weiterlesen
Jan Goldenstein

Internetperzeption in der VR China. Entwicklung, Wirkung und Potentiale eines globalen Mediums aus chinesischer Perspektive

Berlin: Lit 2011 (Ostasien – Pazifik 22); XI, 228 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-643-11247-7
Diss. Trier; Begutachtung: K.-H. Pohl, L. Yong. – Goldenstein untersucht das Internet als Diskursraum wie Diskursthema aus einer innerchinesischen Perspektive. Diese erlaubt es ihm, nicht die in westlichen Demokratien meist in den Vordergrund gestellte Frage der politischen Zensur in den Mittelpunkt zu rücken, sondern ein Gesamtbild von Entwicklung, Nutzung und Überwachung des Internets in China zu zeichnen. Positiv hervorzuheben ist, dass Goldenstein diese Aspekte in einen größeren histor...weiterlesen
Ai Weiwei

Macht euch keine Illusionen über mich. Der verbotene Blog. Hrsg. von Lee Ambrozy

Berlin: Galiani 2011; 478 S.; 19,99 €; ISBN 978-3-86971-049-5
Der Chinese Ai Weiwei ist schon längst nicht nur ein Künstler, sondern gilt als Ikone des Kampfes für Meinungsfreiheit, Menschenwürde und das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung. Seine öffentlichen Meinungsäußerungen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen sowie – nicht zuletzt – sein Projekt, mit dem er an die Schülerinnen und Schüler erinnert, die 2008 bei dem Erdbeben in Sichuan starben, haben ihn zum Staats‑ und Parteifeind der chinesischen Führung avancieren lass...weiterlesen
Johan Lagerkvist

After the Internet, before Democracy. Competing Norms in Chinese Media and Society

Bern u. a.: Peter Lang 2010; 325 S.; 54,50 €; ISBN 978-3-0343-0435-1
Kann das Internet das politische System der Volksrepublik China liberalisieren? Große Erwartungen werden mit dieser Fragestellung verknüpft und häufig enttäuscht. Der Autor nähert sich der Fragestellung mit einer gleichermaßen empirisch gesättigten wie theoretisch fundierten Herangehensweise. Sein Ausgangspunkt ist eine Theorie gesellschaftlicher Normen, mit der er das Internet als technologische Institution betrachtet, die in gesellschaftliche Kontexte, Normen und Praktiken eingebettet ist. Dam...weiterlesen
Pun Ngai / Ching Kwan Lee / u. a.

Aufbruch der zweiten Generation. Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China. Übersetzung, Bearbeitung und Herausgabe: Ralf Ruckus, Frido Wenten und Daniel Fuchs

Berlin/Hamburg: Assoziation A 2010; 294 S.; 18,- €; ISBN 978-3-935936-93-4
Von Freiheit und beruflicher Selbstbestimmung können Millionen von Wanderarbeitern nur träumen. Zwar wird ihre Arbeitskraft dringend für den Hochhausbau in den Metropolen oder in den exportierenden Industriebetrieben benötigt. Auch ist es schon dreißig Jahre her, dass die KP Chinas begann, die Planwirtschaft in die sogenannte sozialistische Marktwirtschaft umzuwandeln und mit der Auflösung der Volkskommunen einen Teil der ländlichen Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt zu entlassen. Aber selbst noch...weiterlesen
Jens Damm / Mechthild Leutner (Hrsg.)

China Networks

Münster: Lit 2009 (Berliner China-Hefte 35); 180 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-643-10036-8
Es sei keineswegs ein neuer Gedanke, Chinas Gesellschaft als durch Netzwerke strukturiert zu verstehen, schreiben Hajo Frölich und Mathias Heinrich. Sie verweisen auf Fei Xiaotong, der bereits 1947 über die spezifisch chinesische Form der sozialen Beziehungen publizierte, und erläutern die „Guanxi“ genannten Beziehungsgeflechte, die vor allem auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruhen. Sie betonen, dass Guanxi entgegen einer weitverbreiteten Annahme nicht (immer) mit Korruption glei...weiterlesen
Helwig Schmidt-Glintzer

Chinas Angst vor der Freiheit. Der lange Weg in die Moderne

München: C. H. Beck 2009 (Beck'sche Reihe 1661); 149 S.; 10,95 €; ISBN 978-3-406-59346-8
Der Sinologe Schmidt-Glintzer geht in seinem Essay der Frage nach, was Freiheit in China bedeutet. Zwar kann er zeigen, dass es in China weit zurückreichende freiheitliche Traditionen gibt, die durchaus an westliche Wertemuster erinnern. In den Mittelpunkt stellt er aber die Eigengesetzlichkeit des chinesischen Modernisierungsprozesses. Die gegenwärtigen, von der KP geprägten Ordnungsmuster könnten von den liberalen Werte des Westens erschüttert werden, so seine Überlegung. Daraus entstehe ̵...weiterlesen
Sabine Dabringhaus

Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert

München: C. H. Beck 2009; 293 S.; geb., 22,90 €; ISBN 978-3-406-59286-7
China steht zu Beginn des neuen Jahrtausends als eine der weltweit dynamischsten Wirtschaftsregionen dar, nach einen einzigartigen Weg durch das 20. Jahrhundert zwischen Staatskommunismus und Raubtierkapitalismus, Tradition und Moderne, Freiheit und Unterdrückung. Dabringhaus schildert die Geschichte des Landes vom Untergang der letzten Dynastie im Jahr 1911 über den Nationalismus der 1930er-Jahre und Mao Zedongs Kulturrevolution bis in die Phase der Liberalisierung hinein. Dafür gliedert sie di...weiterlesen
Petra Kolonko

Maos Enkel. Innenansichten aus dem neuen China

München: C. H. Beck 2009; 279 S.; geb., 19,90 €; ISBN 978-3-406-59132-7
Wer auf eine neue städtische Mittelschicht hofft, die nach politischer Partizipation strebt und China in die Demokratie führen wird, sieht sich in dieser gründlichen populärwissenschaftlichen Überblicksdarstellung eines Besseren belehrt. Kolonko, die seit vielen Jahren für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Ostasien berichtet, schildert ein China der Gegenwart, das wenig mit westlichen Vorstellungen über Staat und Gemeinwesen zu tun hat. Die entstehende Mittelschicht ist ein Beispiel dafür: ...weiterlesen
Gunter Schubert / Thomas Heberer

Politische Partizipation und Regimelegitimität in der VR China. Band II: Der ländliche Raum

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009 (Ostasien im 21. Jahrhundert); 270 S.; brosch., 39,90 €; ISBN 978-3-531-16069-6
Mit dieser Studie wird das auf zwei Bände angelegte Projekt „zum Wechselverhältnis zwischen institutionellem Wandel, Partizipation und politischem Bewusstsein im gegenwärtigen local state der VR China“ (9) abgeschlossen. Im ersten Band (siehe ZPol-Nr. 33503) hatte Heberer den urbanen Raum untersucht, nun folgt ebenso erhellend in drei Fallstudien der Blick auf die Wahlen der Dorfverwaltungskomitees (DVK). Ende der 80er-Jahre war ein neues Organisationsgesetz erlassen und das Verhältn...weiterlesen
Mark Leonard

Was denkt China? Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm

München: Deutscher Taschenbuch Verlag 2009 (dtv premium); 197 S.; kart., 14,90 €; ISBN 978-3-423-24738-2
Der Autor prognostiziert die Entstehung eines chinesischen Kraftfeldes, aus dem sich – neben den Bestrebungen der USA zur Förderung der weltweiten Demokratisierung, dem Multilateralismus der Europäischen Union und dem Theokratismus der arabischen Welt – eine neue Weltanschauung entwickeln könnte. Leonard stützt diese Prognose auf eine Analyse seiner Gespräche mit über 200 chinesischen Denkern und Funktionären. Dabei stellt er eine intellektuelle Emanzipation von den westlichen Vorste...weiterlesen
Zhisheng Gao

Chinas Hoffnung. Mein Leben und Kampf als Rechtsanwalt im größten kommunistischen Staat. Hrsg. von Thomas Kalmund

Münster: agenda Verlag 2008; 371 S.; 14,95 €; ISBN 978-3-89688-355-1
Gao ist einer der bekanntesten Anwälte für Menschenrechte in China, 2001 noch war er vom Justizministerium zu einem der zehn besten Anwälte des Landes gekürt worden. Nach offenen Briefen, in denen er vor allem gegen die Unterdrückung religiöser Gemeinschaften protestierte, nach seinem rechtlichen Beistand für Mitglieder der von der Regierung kriminalisierte Falun Gong-Gemeinschaft und nachdem er eine Hungerstreikkampagne organisierte hatte, wurde Gao verhaftet und gefoltert. Seit seiner erneuten...weiterlesen
Falk Hartig

Die Kommunistische Partei Chinas heute. Von der Revolutions- zur Reformpartei

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2008; 196 S.; kart., 24,90 €; ISBN 978-3-593-38589-1
Hartig erklärt die Kommunistische Partei Chinas – ihre Geschichte, ihren Aufbau, ihre von westlichen Parteien deutlich zu unterscheidende Erscheinungsform und ihre Politik zur Sicherung der eigenen Macht. Er argumentiert, dass sich die Partei „zu Beginn des 21. Jahrhunderts von einer Klassen- zu einer Volkspartei chinesischer Prägung und somit zunehmend zur Repräsentantin des (gesamten) chinesischen Volkes entwickelt“ (8). Dabei handele es sich um einen kontinuierlichen Prozess...weiterlesen
Thomas Heberer / Gunter Schubert

Politische Partizipation und Regimelegitimität in der VR China. Band 1: Der urbane Raum

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008 (Ostasien im 21. Jahrhundert. Politik – Gesellschaft – Sicherheit – Regionale Integration); 226 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-531-15690-3
„Ich bin eine sehr gute Bürgerin, ich mache anderen keine Schwierigkeiten“ (165), sagte eine 45-jährige Arbeiterin. Sie meinte damit, dass sie sich politisch nicht engagiert. Ähnlich äußerten sich zahlreiche andere Befragte in dieser Studie von Heberer (es folgt ein zweiter Band von Schubert über den ländlichen Raum). Damit stehen dem Vorhaben des Parteienstaates, „die Menschen zur bewussten Implementierung einer harmonischen Gesellschaft zu animieren“ (203), gegenläufige...weiterlesen
Oliver August

Auf der Suche nach dem roten Tycoon. Chinas kapitalistische Revolution. Aus dem Englischen von Edith Beleites

Frankfurt a. M.: Eichborn 2007; 425 S.; geb., 22,90 €; ISBN 978-3-8218-5634-6
Anfang der achtziger Jahre verlor Lai Changxing seine Anstellung als Schmied; weil es keine andere Arbeit für ihn gab, gründete er ein Unternehmen. „Bald schon verdiente er mehr als der Rest der Familie zusammen. Doch dann kamen auch schon die Beamten und forderten kleine Aufmerksamkeiten von ihm. Als er sich weigerte, ihnen Geld zu geben, schlugen sie seine Schwester krankenhausreif.“ (385) Lai verweigerte nie wieder die Zahlung von Schmiergeldern an Beamte, mehr noch: „Von je...weiterlesen
Qinglian He

China in der Modernisierungsfalle. Aus dem Chinesischen von Christine Reisner

Hamburg: Hamburger Edition 2006; 550 S.; geb., 40,- €; ISBN 978-3-936096-68-2
Mit ihrem bereits Ende der 90er-Jahre verfassten und erst jetzt ins Deutsche übersetzten und aktualisierten Buch bietet die chinesische Ökonomin eine Reihe von Gegenargumenten zum gegenwärtigen „China-Hype“. So seien viele der offiziellen statistischen Daten Chinas, mit denen internationale Forscher arbeiten müssten, gefälscht. Die Autorin schildert die voranschreitende Umweltzerstörung, die mit dem Bevölkerungswachstum verbundenen Probleme, die zunehmende soziale Ungleichheit sowie ...weiterlesen
Jürgen Hartmann

Politik in China. Eine Einführung

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; 222 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 978-3-531-15242-4
Im Zentrum des Einführungswerkes stehen die politische Kultur und Innenpolitik des Landes. Nach einem Abriss chinesischen Geschichte beschreibt Hartmann die wesentlichen Eigenarten gesellschaftlicher Verhaltensformen und erklärt anschließend das politische System, unter besonderer Berücksichtigung der Provinzen und des Stadt-Land-Spannungsverhältnisses. Abschließend setzt sich der Autor mit den Organisationsmöglichkeiten gesellschaftlicher Interessen auseinander. Wesentliche Charakteristika der ...weiterlesen
Thoralf Klein / Reinhard Zöllner (Hrsg.)

Menschenrechte und Demokratie in China

München: iudicium 2005; 135 S.; kart., 13,40 €; ISBN 978-3-89129-787-2
Die mangelhafte bzw. fehlende Durchsetzung der Menschenrechte im China des 20. Jahrhunderts sei nicht darauf zurückzuführen, dass diese als westliches Importgut der chinesischen Kultur zuwiderliefen, schreiben die Herausgeber und verweisen auf die über hundertjährige Rezeptionsgeschichte der Ideen von Demokratie und Menschenrechte in dem Land. Einer breiteren Rezeption und gesetzlichen Verankerung hätten vielmehr innen- und außenpolitische, soziale und ökonomische Rahmenbedingungen entgegengesta...weiterlesen
Ian Buruma

Chinas Rebellen. Die Dissidenten und der Aufbruch in eine neue Gesellschaft. Aus dem Englischen von Hans-Günter Holl

München/Wien: Carl Hanser Verlag 2004; 446 S.; 25,90 €; ISBN 3-446-20545-4
„China“ sei etwas Orthodoxes, schreibt der Publizist und in London lehrende Sinologe Buruma, „ein Dogma, das Politik als Kultur und Nation als Rasse ausgibt“ (21). Doch der damit einhergehende Mythos von der Einheit des „Chinesischen“ entpuppt sich im Laufe der Reisen, die Buruma seit 1996 durch die chinesischsprachige Welt unternommen hat, als wirklichkeitsfern und sinnentleert. Unter dem Eindruck dieses Mythos, der bei Regierenden wie Oppositionellen lebendig ist, erscheint die Rettung Chinas ...weiterlesen
Andrew J. Nathan / Perry Link

Die Tiananmen-Akte. Die Geheimdokumente der chinesischen Führung zum Massaker am Platz des Himmlischen Friedens

Berlin: Propyläen Verlag 2001; 765 S.; 36,- €; ISBN 3-549-07134-5
Von dem Massaker am Tiananmen-Platz, das am 4. Juni 1989 hunderte, wenn nicht gar tausende von Menschen das Leben kostete, existieren bereits viele Augenzeugenberichte. Die Schüsse der chinesischen Volksarmee auf das eigene Volk sind mittlerweile gut dokumentiert. Die Veröffentlichung von geheimen Protokollen, Berichten und handschriftlichen Aufzeichnungen aus dem engeren chinesischen Führungszirkel ist jedoch nicht mehr und nicht weniger als eine Sensation. Die Entscheidungsprozesse und Verantw...weiterlesen
Thomas Heberer / Wolfgang Taubmann

Chinas ländliche Gesellschaft im Umbruch. Urbanisierung und sozio-ökonomischer Wandel auf dem Lande

Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1998; 494 S.; ISBN 3-531-13260-1
Auf der Grundlage von sechsmonatigen Feldstudien in sieben Gemeinden sechs chinesischer Provinzen haben die beiden Autoren eine Fülle von Daten über nahezu sämtliche Bereiche der Gesellschaft und Wirtschaft in den ländlichen Gebieten Chinas zusammengetragen und ausgewertet. Die ungeheure Dynamik des Wandels in der Volksrepublik und die weitreichenden Implikationen für die Bevölkerung werden auf dieser Untersuchungsebene noch deutlicher als in makroökonomisch orientierten Untersuchungen. Inhalts...weiterlesen
Jürgen Kremb

Bis zum letzten Atemzug. Wei Jingsheng und das Schicksal einer chinesischen Familie

München/Zürich: Piper 1997; 304 S.; ISBN 3-492-03971-5
Im November 1997 wurde Wei Jingsheng, einer der bekanntesten chinesischen Dissidenten, nach langer Haft freigelassen und durfte in die USA ausreisen. Im Westen ist sein Schicksal besonders 1994, als er kurzzeitig freigelassen worden war, aufmerksam beobachtet worden. Die Biographie des Spiegel-Korrespondenten Kremb zeichnet Wei Jinshengs Leben seit frühester Kindheit nach und läßt nebenbei auch Hintergründe der politischen Entwicklungen deutlich werden. Über viele Einzelepisoden zeigt sich der A...weiterlesen

zuletzt aktualisiert am: 25. Juni 2015